Advent
"Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!"
Bedeutung und Geschichte des "Advents"
Die Kirche kennt die Adventszeit bereits seit dem 5. Jahrhundert nach Christus. Damals war sie allerdings die Vorbereitungszeit der Täuflinge auf die Taufe am Epiphaniastag am 6. Januar. Diese Zeit war gekennzeichnet als Fasten- und Bußzeit.
Das Wort "adventus" (lateinisch) hat dieselbe Bedeutung wie das griechische "epiphaneia" und bedeutet: Erscheinung, Ankunft, Anwesenheit. Gemeint war mit diesem "adventus" die Ankunft und Anwesenheit eines Kaisers oder Königs - also eines hohen Würdenträgers - oder auch einer Gottheit im Tempel.
Die Bezeichnung "Advent" für die Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt Jesu deutet schon auf die Bedeutung dieses Ereignisses für die Christen hin: der König wird geboren. Einmal, damals, wie die Hirten es von den Engeln erfahren haben, als Erlöser dieser Welt. Seine Geburt, die allem Volk wiederfahren soll, wie es Lukas schreibt, gilt bis heute allen Menschen.
Der Advent umfasste ursprünglich die Zeit vom 11. November bis zum 6. Januar. Das ergibt die biblische Anzahl von 40 Fastentagen, ausgenommen die Samstage und Sonntage, an denen nicht gefastet wurde.
Papst Gregor I. legte im 6. Jahrhundert 4 Adventssonntage fest, allerdings wurden diese erst um 1570 unter Papst Pius V. verbindlich.
In der Kirchengeschichte entwickelten sich zwei Deutungsstränge der Adventszeit. Der eine wies auf den endzeitlichen Charakter der Wiederkunft Christi und dem damit verbundenen Gericht hin - und machte die Adventszeit zu einer Zeit der Buße und der Umkehr. Der andere deutete die Zeit als freudige Vorbereitung auf die Geburt des Erlösers. Beide Stränge finden sich im unterschiedlichen Charakter der 4. Adventssonntage wieder:
Der 1. Advent erzählt vom Einzug Jesu in Jerusalem: "Siehe dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer!" (Sacharia 9,9)
Am 2. Advent wird der Wiederkunft Christi gedacht: "Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!" (Lukas 21,28)
Johannes der Täufer, der Wegbereiter Jesu, wird am 3. Advent in den Blick genommen: "Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig!" (Jesaja 40,3+10)
Und schließlich kommt am 4. Advent die Freude Marias über die angekündigte Geburt Jesu zum Tragen: "Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!" (Philipper 4,4+5)
Mit dem 1. Advent, der Vorbereitung auf die Geburt des Erlösers und den Neuanfang, den die Welt mit seiner Geburt geschenkt bekommt, beginnt das neue Kirchenjahr.
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