Jugendarbeit und Migration

 

Die Evangelische Jugend vertritt einen Integrationsbegriff, der auf die Achtung und Gleichbehandlung aller zielt. Integration bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe aller am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben.

Sie erfordert Anstrengungen von der Aufnahmegesellschaft wie auch von den zugewanderten Menschen. Entscheidende Voraussetzungen sind die Achtung der Grundwerte der Verfassung einerseits und die Anerkennung der Vielzahl der Kulturen in Deutschland andererseits. Die Evangelische Jugend lehnt ein Integrationsverständnis ab, das unter Integration die Angleichung der Zugewanderten an die Vorgaben der Mehrheitsgesellschaft versteht. Integration ist mehr als die bloße Duldung oder schlichte Tolerierung. Integration ist ein wechselseitiger Prozess aller, die gemeinsam und gleichberechtigt in einem Gemeinwesen leben wollen. Er fordert die Kompromissbereitschaft und Offenheit aller mit dem Ziel einer wechselseitigen Horizonterweiterung und Bereicherung.

Gesellschaftlicher Wandel der Aufnahmegesellschaft

Neben dem Abbau von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sieht die Evangelische Jugend es als wichtiges langfristiges Ziel an, zu einem neuen Verständnis von Staatsbürgerschaft zu kommen. An die Stelle der historisch bedingten Vorstellung von nationaler Gemeinschaft, die durch gemeinsame Abstammung, Sprache und Kultur begründet ist und alles Fremde ausgrenzt, muss zukünftig das Bild einer Gesellschaft von Bürger(inne)n treten, die bei aller Pluralität von Lebensformen gemeinsam ein Gemeinwesen bilden und dafür eintreten.

Anerkennung der Integrationsleistung und -förderung von Migrant(inn)en

In der gesellschaftlichen Diskussion wird vor allem über die Medien das Problem der misslungenen Integration fokussiert. Die erfolgreiche Integrationsleistung von Menschen mit Migrationshintergrund und die Bereicherung, die Migrant(inn)en und Aufnehmende dadurch gleichermaßen erfahren, wird nach Ansicht der Evangelischen Jugend nicht ausreichend hervorgehoben.
Darüber hinaus leisten Menschen mit Migrationshintergrund seit Jahrzehnten wertvolle Integrationsarbeit für andere Migrant(inn)en. Die Evangelische Jugend setzt sich für eine stärkere öffentliche Anerkennung dieser Leistung ein, die sich oft im Stillen, ohne medienwirksame Inszenierung, u. a. in den Kirchengemeinden, vollzieht. (Zitat aus dem Beschluss zum 5.1/2003 ("Migration, Integration und die Evangelische Jugend) der 113. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (aej) in Gelnhausen

Mehr dazu im untenstehenden PDF-Download "Mitten drin und außen vor" der Evang. Jugend in der Bundesrepublick Deutschland (aej)
 

 

     

     

    Mitten im Leben - Fit durch interkulturelles Training gefördert durch die Evangelische Landeskirche in Baden und den Europäischen Integrationsfonds.

     

    Grundkurs Fit durch interkulturelles Training

    Fortbildung für Haupt- und Ehrenamtliche in der Seelsorge in Kirchengemeinden und in besonderen Arbeitsfeldern.
    Interkultureller Kompetenzen im Seelsorgebereich in den Kirchengemeinden sowie in besonderen Arbeitsfeldern gezielt vertiefen.