Appell für familienfreundliche Arbeits- und Lebensbedingungen

 

Erzdiözese Freiburg und Evangelische Landeskirche in Baden verabschieden Erklärung zur Zukunft der Familie

Vorstellung der Erklärung: Margit Fleckenstein, Ulrich Fischer, Robert Zollitsch Christel Ruppert
Bad Herrenalb (16.04.08). Auf der ersten gemeinsamen Sitzung in ihrer Geschichte haben sich die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Diözesanrat der Katholiken in der Erzdiözese Freiburg mit dem Thema Familie beschäftigt. Beide Kirchen haben dabei eine Erklärung zur Zukunft der Familie veröffentlicht.

In der von Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe) sowie Präsidentin Margit Fleckenstein (Mannheim) und der Diözesanratsvorsitzenden Christel Ruppert (Freiburg) unterzeichneten Erklärung bekräftigen die beiden Kirchen, dass „das Leben in Ehe und Familie auch in Zukunft eine unersetzliche Grundlage der Gesellschaft ist“. Emotionale Werte wie Vertrauen und Verlässlichkeit, Verantwortung und Vergebung, Toleranz und Respekt seien mit Ehe und Familie verbunden. Mit ihren zahlreichen Angeboten in Seelsorge, Beratung und Bildungsarbeit unterstützten die Kirchen gelingendes Zusammenleben in Familien, auch und gerade in anderen familiären Formen.

Deutliche Forderungen
An die Politik richten die Kirchen deutliche Forderungen: „Obwohl die Politik die Familien verstärkt auf ihre Tagesordnung gesetzt hat, wurden die notwendigen praktischen Konsequenzen bei Weitem noch nicht ausreichend gezogen“, heißt es in der Erklärung. Vorrangige Aufgabe der Familienpolitik sei es, Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen, sowie die Familien bei der Betreuung und Erziehung von Kindern finanziell zu unterstützen. „Kinder und Familie dürfen kein Armutsrisiko sein“, so die Kirchen. Daher treten sie für einen fairen finanziellen Leitungs- und Lastenausgleich für Familien ein.

Die Kirchen fordern die Gesetzgeber auf, ein familiengerechtes Steuersystem zu schaffen, das kinderreiche Familien in besonderer Weise berücksichtige. Dazu gehöre auch ein angemessener Rentenanspruch für Frauen und Männer, die zugunsten von Familienarbeit auf Erwerbstätigkeit verzichten. In der Erklärung sprechen sich die Kirchen zudem dafür aus, die Pflegeversicherung so zu gestalten, dass in hinreichendem Maße die Pflege innerhalb der Familie gefördert und unterstützt wird, sowie Regelangebote in Erziehung und Bildung verlässlich und nachhaltig zu finanzieren.

Selbstverpflichtung der Kirchen
Dabei sprechen die Kirchen die Selbstverpflichtung aus, für ihre Mitarbeiter die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und es zu ermöglichen, der Familienarbeit den Vorrang vor der Erwerbsarbeit einzuräumen. Zudem verpflichten sich die beiden badischen Kirchen, insbesondere für konfessionsverbindende Ehen Angebote zur stärken und weiterzuentwickeln.

Marc Witzenbacher, Pressesprecher