Hunger und Armut nehmen beängstigend zu

 

„Brot für die Welt“-Direktorin Cornelia Füllkrug-Weitzel sprach auf Synode

Cornelia Füllkrug-Weitzel

Cornelia Füllkrug-Weitzel

Bad Herrenalb (20.10.08). Eine positive Bilanz aus 50 Jahren „Brot für die Welt“ zog die Direktorin des evangelischen Hilfswerkes Cornelia Füllkrug-Weitzel am Montag vor der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden. Doch stehe die Entwicklungsarbeit vor enormen Herausforderungen in der Zukunft.

Weltweit nehme der chronische Hunger beängstigend zu, so Füllkrug-Weitzel. Ende des letzten Jahres hätten 853 Millionen Menschen unter chronischen Hunger gelitten, derzeit seien es 935 Millionen, am Ende des Jahres werde die Zahl voraussichtlich auf eine Milliarde anwachsen. „Auch unser eigenes Verhalten fördert und provoziert den Hunger in der Welt“, sagte die Direktorin. Es sei genug Nahrung für alle Menschen vorhanden. „Hunger könnte über gerechte Verteilung gelindert werden“, beklagte Füllkrug-Weitzel.

Füllkrug-Weitzel widersprach der Meinung, Entwicklungsarbeit habe in den letzten Jahren nichts bewirkt. „Wir haben genug Anlass, stolz zu sein“, zog Füllkrug-Weitzel ein positives Resümee. Rund 20.000 Projekte mit einem Etat von insgesamt 1,8 Milliarden Euro habe „Brot für die Welt“ in den 50 Jahren seines Bestehens erfolgreich umgesetzt. „Dabei haben vor Ort die Selbsthilfeprojekte mobilisiert und die Würde der Armen gestärkt.“ Kirchliche Entwicklungsarbeit lebe dabei von Partnerschaften und gehe über bloße Hilfe weit hinaus. „Wir arbeiten nachhaltig und dauerhaft“, so Füllkrug-Weitzel. Dabei versuche man, den Aufwand an Verwaltung möglichst gering zu halten und den maximal möglichen Betrag der Spenden direkt in die Projekte fließen zu lassen.

Sorge bereitet Füllkrug-Weitzel, dass Armut sich zunehmend auch in den reichen Ländern ausbreite. „Wir haben Arme und Hungernde mitten in unserer Gesellschaft.“ Hier lägen wesentliche Herausforderungen für die Zukunft. Da dies oft auch Folgen der Globalisierung seien, müsse Entwicklungsarbeit sich auch um die Arbeits- und Sozialpolitik im eigenen Land kümmern. „Internationale und nationale Sozialpolitik müssen wir zunehmend zusammen denken“, so Füllkrug-Weitzel. Die geplante Fusion von „Brot für die Welt“ und dem Evangelischen Entwicklungsdienst betrachtet Füllkrug-Weitzel in diesem Zusammenhang als ein „Geschenk“.

Weitere Informationen unter www.brot-fuer-die-welt.de.