„Den Feiertagen etwas von ihrer Würde zurückgeben“

 

Landesbischof predigt bei Eröffnung „Nacht der offenen Kirchen“

Schopfheim (31.10.08). Drei gute Gründe für eine „Nacht der offenen Kirchen“ zählte Landesbischof Ulrich Fischer am Freitag, 31. Oktober, in seiner Eröffnungspredigt in Schopfheim auf. Am Reformationstag feiern evangelische Christen den Geburtstag ihrer Kirche. Im Rahmen der „Nacht der offenen Kirchen“ organisieren in Baden zahlreiche Gemeinden Veranstaltungen, die auch ein Gegengewicht zu Halloween darstellen. 

„Diese Nacht schlägt wie keine andere die Brücke von einem evangelischen zu einem katholischen Feiertag“, betonte Landesbischof Ulrich Fischer am Freitag in Schopfheim. Mit einem ökumenischen Gottesdienst eröffnete der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Baden die Aktion „Nacht der offenen Kirchen“. Fischer wies in seiner Predigt auf die ökumenische Verbundenheit der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November hin. Evangelische Christen gedenken des Thesenanschlags Martin Luthers an der Schlosskirche von Wittenberg am 31. Oktober 1517. Katholische Christen gedenken beim Allerheiligenfest am 1. November der Verstorbenen. Diesen beiden Feiertagen wolle man mit der „Nacht der offenen Kirchen“ etwas von ihrer Würde zurückgeben, „die durch die Ausbreitung des Gruselspektakels Halloween allzu leicht in Vergessenheit geraten könnte“.

Darüber hinaus bezeichnete Landesbischof Fischer die „Nacht der offenen Kirchen“ als eine Einladung: „Menschen sollen eingeladen werden, den Kirchenraum als einen besonderen Raum zu erfahren.“ Eine Kirche sei kein normales Gebäude. „Wir brauchen Orte, die so etwas sind wie heilige Lebensräume“, sagte Fischer. „In Kirchenräumen berührt uns ein himmlisches Geheimnis, das uns ahnen lässt, dass wir mit unseren irdischen Ängsten und Nöten nicht allein gelassen sind vom ewigen Gott.“

Dass die Kirchen in dieser Nacht ihre Türen öffnen, sei auch in einer dritten Hinsicht von Bedeutung. „Die Kirchentüren sollen offen stehen hin zur Welt“, betonte Fischer. Man wolle den Altar Gottes als einen Ort der Zuflucht ins Bewusstsein zurückrufen, so der Landesbischof: „In unsere Kirchen gehört auch die Verantwortung für alle jene, die gerade in diesen Wochen tiefster Verunsicherung erleben müssen, wie Sicherungen für das Alter wie Kartenhäuser zusammenbrechen.“ Die offenen Kirchentüren seien ein Symbol dafür, dass Kirche und Welt zueinander in Beziehung stehen.

Info
Veranstaltungshinweise zur Nacht der offenen Kirchen finden Sie hier im ekiba-Veranstaltungskalender.

Die Predigt von Landesbischof Ulrich Fischer im Wortlaut können Sie hier nachlesen: