Einsatz für die Menschenwürde

 

Konferenz Europäischer Kirchen erinnert an 60 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Kinder demonstrieren für Menschenrechte

Bild: www.cec-kek.org

(04.12.08) Vor 60 Jahren am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet. Die Konferenz Europäischer Kirchen erinnert an den Beitrag der christlichen Kirchen in Europa zum Einsatz für die Menschenrechte.

Die Charta Oecumenica aus dem Jahr 2001 umfasst Leitlinien und Selbstverpflichtungen der christlichen Kirchen zur Zusammenarbeit in Europa. Dazu gehört auch ihr Einsatz für die Einhaltung der Menschenrechte: „Aufgrund unseres christlichen Glaubens setzen wir uns für ein humanes und soziales Europa ein, in dem die Menschenwerte und Grundrechte des Friedens, der Gerechtigkeit, der Freiheit, der Toleranz und der Partizipation und der Solidarität zur Geltung kommen.“

Die Kirchen berufen sich dabei auf die Aussagen der Bibel in beiden Testamenten:
„Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.“ (Genesis 1,27 )
„Amen, ich sage euch: Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40)

In der Grundordnung der Evangelischen Landeskirche in Baden sind die Menschenrechte in Artikel 2 Absatz 2 verankert:
„Die Evangelische Landeskirche in Baden achtet in ihren Ordnungen und in ihrem Handeln die Würde jedes einzelnen Menschen als Ebenbild Gottes.“

Viele Schwesterkirchen, mit denen wir verbunden sind, leben in Ländern, in denen Menschenrechte nicht voll entwickelt oder bedroht sind.
In Indien werden Christinnen und Christen durch Nationalisten bedroht, die behaupten indische Nationalität und christlicher Glaube könnten nicht zusammengehören. .
Evangelische Christinnen und Christen erfahren durch ihren Glauben Nachteile, werden in der Ausübung ihres Glaubens behindert oder dabei bedroht wie z.B. auf der Insel Sulawesi in Indonesien.
Schwere Menschenrechtsverletzungen beklagen die christlichen Kirchen auch in Afrika im Kongo, in Simbabwe oder dem Sudan.

Unsere Landeskirche hat sich an einer Sonderkollekte der EKD für die Unterstützung irakischer Flüchtlinge durch den Ökumenischen Kirchenrat im Nahen Osten (MECC) am 9. Oktober dieses Jahres beteiligt. Die christliche und andere Minderheiten im Irak werden von religiösen oder politischen Fanatikern aus ihrem Heimatland getrieben.

Gebet für die Opfer von Krieg und Gewalt und mangelnder Menschenrechte:

Herr Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist: Du rufst uns auf, Dich und unseren Nachbarn in der Kraft unseres Lebens zu lieben. So beten wir:
Gott der Liebe und Gnade, erhöre unser Gebet.
Für alle Menschen, die Opfer von Folter und grausamer, unmenschlicher oder entwürdigender Behandlung werden, dass sie befreit werden und behandelt werden, wie es ihrer Würde entspricht.
Gott der Liebe und Gnade, erhöre unser Gebet.

Für alle Menschen, die wegen ihres Glaubens oder ihrer Überzeugung verfolgt und diskriminiert werden, dass ihre menschliche Würde geachtet wird.
Gott der Liebe und Gnade, erhöre unser Gebet.

Für die Flüchtlinge und Asylsuchenden, die vor Gewalt und Verfolgung fliehen, dass sie willkommen sind und sich sicher fühlen bei uns.
Gott der Liebe und Gnade, erhöre unser Gebet.

Unser Vater, dessen Schöpfung unter grausamen und gleichgültigen Handlungen leidet, gib uns die Gnade, die Schwachen vor der Tyrannei der Starken zu verteidigen,
im Namen Jesu Christi, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert, ein Gott jetzt und in Ewigkeit. Amen

Kirchenrätin Susanne Labsch
Leitet die Abteilung Mission und Ökumene im Evangelischen Oberkirchenrat.