Evangelische Hochschule Freiburg führt sozialverträgliche Regelung zu Studiengebühren ein

 

Außerdem: Seit 1. Dezember mit neuem Namen und Corporate Design

(11.12.08) Die Evangelische Hochschule Freiburg - Staatlich anerkannte Hochschule für Soziale Arbeit, Diakonie und Religionspädagogik der Evangelischen Landeskirche in Baden - führt rückwirkend zum Sommersemester 2008 sozialverträgliche Regelungen zu den Studiengebühren ein.

Im vergangenen Wintersemester wurden an der Hochschule die Studiengebühren boykottiert. In gemeinsamen Gesprächen zwischen Studierenden und der Hochschulleitung wurde nach einer sinnvollen Lösung gesucht. „Ohne Studiengebühren können wir an unserer Hochschule keinen professionellen Studienbetrieb garantieren“, machte Rektor Reiner Marquard klar. Der daraufhin eingerichtete Senatsausschuss hat mit studentischer Beteiligung nun ein Konzept vorgelegt, dass am 10. Dezember vom Landeskirchenrat, dem zuständigen Leitungsgremium der Evangelischen Landeskirche in Baden, genehmigt worden ist.

  1. Künftig stehen 15 Prozent der maximal erzielbaren Einnahmen aus Studiengebühren für soziale Belange der Studierenden zur Verfügung. Dabei wird die bisher schon mögliche Gebührenbefreiung gegenüber der bisherigen Regelung erweitert.

  2. Sonderanträge auf Befreiung oder Minderung von Studiengebühren werden nach transparenten Kriterien im Einzelfall beurteilt.

  3. Nicht in Anspruch genommene Mittel werden in einen Topf gegeben. Diese Rückstellungen dienen dazu, Studierenden, die Studiengebühren während ihres Studiums gezahlt haben, nach Abschluss des Studiums diese (teilweise) wieder zurückzahlen zu können. Damit leistet die Hochschule einen Beitrag, wie Studierende ihre Lasten aus Darlehen verringern können. Dies gilt ausschließlich für solche Darlehen, deren Vergabe an extern formulierte Kriterien geknüpft sind, wie beispielsweise BAföG-Darlehen.

  4. Die Evangelische Hochschule Freiburg eröffnet ihren Studierenden zinslose Darlehen, um Studiengebühren sowie besondere soziale Notlagen finanzieren zu können. Die Evangelische Landeskirche in Baden stellt hierzu einen entsprechenden Fonds zur Verfügung. Die Zinserträge aus diesem Fonds dienen zur Finanzierung der Zinszahlungen für Studienkredite und Härtefallkredite, die die Volksbank Freiburg e.G. an Studierende der Hochschule vergibt.

  5. Zusätzlich werden schon in diesem Semester Stipendien durch die Fachbereiche der Hochschule vergeben. Studierende, die sich durch besondere Studienleistungen oder besonderes kirchliches oder soziales Engagement auszeichnen, können Stipendien in Höhe des "Gegenwerts" zweier Studiensemester (€ 1.000) erhalten. Geldgeber sind die Volksbank Freiburg sowie die Evangelische Landeskirche in Baden.

Der Rektor, Prof. Dr. Reiner Marquard, dankte den Studierenden für ihr Engagement, mit dem eine kreative und bundesweit einmalige Lösung gefunden werden konnte. „Hochschulrelevante Problemstellungen werden am ehesten in einem vertrauensvollen Miteinander gelöst“, so Marqaurd.

Die Evangelische Hochschule Freiburg feierte unlängst ihr 90jähriges Bestehen mit einem Festakt. Mit dem 1. Dezember 2008 änderte die ehemals Evangelische Fachhochschule ihren Namen offiziell. Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg hatte dem Antrag auf Änderung des Hochschulnamens zugestimmt. Mit dem gleichen Tag wurde auch das neue Corporate Design vorgestellt (www.eh-freiburg.de). Ein solcher Schritt - so der Rektor - ist nicht der Mode geschuldet. Er ergibt sich zwangsläufig aus einem Hochschulsystem, das in einem einheitlichen Europäischen Hochschulraum durch aufeinander abgestimmte Bachelor- und Masterstudiengänge an Universitäten und Hochschulen - zwar nicht in jedem Fall Gleiches aber - strukturell Vergleichbares tut.