Weltoffen, mutig, fromm und freiheitlich lernen
Im Heidelberger Pfaffengrund entsteht ein neues Schulgebäude für die erste evangelische Grundschule in Baden
(15.12.08) Es war ein fröhliches Ereignis, nicht nur für die verantwortlichen Vertreter der Schulstiftung und der Evangelischen Kirche, sondern vor allem für die Eltern und Kinder. Seit einem Jahr existiert die evangelische Thadden-Grundschule, deren Schüler der ersten und zweiten Klasse mit ihren Spaten die Baustelle eroberten und sangen: „Komm und bau ein Haus!“
„Heute sind wir nach langjährigen Planungen und schwierigen Vorarbeiten froh, dass hier eine evangelische Grundschule entsteht, die für alle offen ist und die alle soziale Perspektiven berücksichtigt“, sagte Schuldekan Dr. Ulrich Löffler am Freitag, den 12. Dezember, beim offiziellen Spatenstich im Steinhofweg in Heidelberg-Pfaffengrund.
Heimstatt des guten Geistes
Schulleiter Dr. Martin Döpp freute sich: „Hier sind die Kinder auf einen guten Weg gebracht, es wird eine Heimstatt des guten Geistes!“ Es sei Verpflichtung und Ansporn, dass unter dem Dach des neuen Gebäudes weltoffen, mutig, fromm und freiheitlich gelernt werde, betonte Professor Horst Methner von der Evangelischen Schulstiftung. Er sprach von einem richtigen Schritt mit einem klaren Ziel. Denn die Kirche investiere in Bildung und somit in die Zukunft der Kinder. Der Bau der ersten Grundschule der evangelischen Kirche in Baden sei auch der Beginn einer neuen Schulpolitik im Sinne der humanitären Werte, der Ethik und des Glaubens im Gesamtsystem. Integrations-Bürgermeister Wolfgang Erichson wies darauf hin, dass die Schule an diesem Standort im Pfaffengrund, an dem sich vorher eine Kindertagesstätte befand, eine große Bereicherung für den Schulstandort Heidelberg sei: „Wir freuen uns, dass die Pluralität in der Bildung in unserer Stadt damit gewährleistet ist.“
Umzug im Jahr 2010
Im kommenden Frühjahr soll die Grundsteinlegung für das 1.500 qm große Schulhaus auf dem 3.500 qm großen Areal erfolgen. Die Gesamtbaukosten sind mit sechs Millionen Euro veranschlagt. Bauträger ist die Evangelische Schulstiftung der Landeskirche in Baden, die zuvor das Grundstück von der Evangelischen Stiftung Pflege Schönau, Heidelberg, erworben hatte.
Bisher sind die ersten und zweiten Klassen mit insgesamt 94 Schülern der Thadden-Grundschule noch in Containern im Wieblinger Thadden-Park untergebracht. Damit soll ab dem Schuljahr 2010 dann Schluss sein, wenn der Umzug in den Neubau abgeschlossen ist. Geplant sind hier acht Klassenzimmer mit Nebenräumen, Aktionsfluren, eine Mehrzweckhalle und ein großzügiges Foyer, das in ein Atrium mündet. Jedes Klassenzimmer erhält einen Ausgang in den begrünten Pausenhof. Im Untergeschoss werden sich eine Werkstatt, moderne Küche und Musiksäle befinden. Vorgesehen ist, dass jeweils ein Lehrer und eine Erzieherin eine Klasse betreut, und dass es eine gezielte Förderung einzelner Schüler in der zukünftigen Ganztageseinrichtung mit Mittagessenangebot geben wird. Der evangelische Religionsunterricht ist Pflichtfach. Das monatliche Schulgeld wird je nach Einkommen der Eltern von 135 bis 210 Euro gestaffelt.
Die Eltern von Jan-Philippe sind begeistert von der Thadden-Grundschule, sie fahren ihr Kind täglich von Viernheim nach Wieblingen zum Unterricht. Im hessischen Viernheim hatte die Familie mit Schulproblemen zu kämpfen. Doch der Junge fühlt sich jetzt in der zweiten Klasse in der Thadden-Grundschule wohl, die Mutter freut sich, dass die Umschulung der richtige Schritt war: „Seitdem er hier in die Schule geht, haben wir unseren alten Sohn wieder!“ Dabei zeigt sie auf den kleineren Bruder von Jan, der ganz bestimmt in zwei Jahren dann schon in das neue Schulgebäude gehen soll.
Foto v. l. n.r.: Hansjörg Maier, Architekt, Dr. Martin Döpp, Schulleiter der Thadden-Grundschule, Brigitte Krempin, Abteilungsleiterin der Thadden-Grundschule, Dekanin Dr. Marlene Schwöbel, Evang. Kirche in Heidelberg, Wolfgang Erichson, Bürgermeister für Integration, Prof. Horst Methner, Evang. Schulstiftung, Schuldekan Dr. Ulrich Löffler, Evang. Kirche in Heidelberg und die Elternbeiratsvorsitzende Lowien.
