Gebetswoche für die Einheit der Christen
Die ökumenische Gemeinschaft der Kirchen wird vom gemeinsamen Gebet und Gottesdienst getragen. In der Gebetswoche für die Einheit der Christen wird dies sichtbar. Sie wird jedes Jahr vom 18.-25. Januar oder in der Woche vor Pfingsten (oder auch an einem von den Gemeinden örtlich vereinbarten Termin) begangen. An ihr beteiligen sich weltweit Christinnen und Christen in unterschiedlichen Ländern und aus unterschiedlichen Konfessionen. So macht die Gebetswoche die kultur- und konfessionsübergreifende Realität der Ökumene und die Verbundenheit der Kirchen erlebbar. Die Themen und Texte stammen jedes Jahr aus einem anderen Land und haben einen besonderen Schwerpunkt.
In der Gebetswoche für die Einheit der Christen am Donnerstag in der Woche vor Pfingsten feiern die beiden Bischöfe (Evang. Landeskirche in Baden und Erzdiözese in Freiburg) seit 1981 jährlich einen gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst, abwechselnd in verschiedenen Landesteilen und Kirchen:
Gebetswoche 2011
Die Einheit unter Christinnen und Christen und der Frieden im Nahen Osten sind zwei Anliegen für Glaubende und Kirchen in der ganzen Welt: Gemeinsam wollen sie Gottesdienst
und Abendmahl feiern und sich für Frieden in Israel und Palästina einsetzen.
Die Liturgie, Meditationen und Gebete für die kommende Gebetswoche wurden vorbereitet von palästinensischen Christen aus verschiedenen Kirchen in Israel und Palästina. Ihr Motto stammt aus der Apostelgeschichte (2,42) und lautet: „Zusammen glauben, feiern, beten ...“
In ihrer Sehnsucht nach Einheit und Frieden vereinen sich Christinnen und Christen in Israel, Palästina und im Nahen Osten...
Über kaum einen Konflikt diskutieren Christen in Deutschland so leidenschaftlich wie über den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Entsprechend kontrovers sind hierzulande auch die Reaktionen auf das sogenannte Kairos-Dokument palästinensischer Christen vom Dezember 2009 ausgefallen.
Im Oktober 2010 hat sich die Landessynode intensiv mit einem geschwisterlich-kritischen Antwortbrief aus Baden auf diesen Appell befasst und benennt darin die kleinen Schritte, die wichtig sind für den Frieden im Nahen Osten: Kollekten, freiwillige Friedensdienste, soziales und politisches Engagement, Gespräche mit Juden und Muslimen und Gebete.
Außerdem hat sich die Evangelische Landeskirche in Baden in ihrer ausführlichen Stellungnahme zu "noch intensiverer Fürbitte für die palästinensischen Christen, aber auch für palästinensische Muslime sowie für Juden in Israel" verpflichtet.
Dies gilt besonders auch für die Bevölkerung Jerusalems. Denn, so das Kairos-Dokument, "die Anerkennung Jerusalems als heiliger Stadt und ihrer Botschaft wird eine Quelle der Inspiration für die Lösung des Gesamtproblems sein, das weitgehend ein Problem gegenseitigen Vertrauens und der Fähigkeit ist, in diesem Land Gottes ein neues Land zu schaffen."
Darum bietet die "Gebetswoche für die Einheit der Christen" eine herausragende Gelegenheit zu solcher Fürbitte. Denn die vorgeschlagene Liturgie stammt diesmal vom "Inter Church Center" in Jerusalem. Ihm gehören 13 christliche Kirchen an, die die reiche Vielfalt östlicher und westlicher christlicher Traditionen der Kirche in Jerusalem widerspiegeln. In einem der Gebete heißt es:
"Gnädiger Gott, durch deine Propheten hast du verheißen, dass Jerusalem die Wohnstätte vieler Völker und die Mutter vieler Nationen sein wird. Deine Stadt Jerusalem soll der Ort sein, an dem alle Menschen in der Gemeinschaft mit dir einander in Frieden begegnen."
Noch immer lebt die Kirche in Jerusalem, zu der vor allem arabisch sprechende Palästinenser gehören, in einem politischen Klima, das in vieler Hinsicht dem Leben der ersten christlichen Gemeinden gleicht. Darum knüpft die Gebetswoche 2011 mit ihrem Motto "Zusammen glauben, feiern, beten" auch unmittelbar an die Beschreibung der ersten Christengemeinde nach der Apostelgeschichte an.
Am 27. Januar 2011 werden Städte und Gemein den den Holocaust- Gedenktag begehen. Im Januar 2011 haben wir so Gelegenheit, sowohl des Holocausts zu gedenken, als auch ökumenisch zusammen Gottesdienst zu feiern und um Frieden im Nahen Osten und Einheit unter den Kirchen zu beten.
(Susanne Labsch, Peter Scherhans; Abteilung Mission und Ökumene)
Texte und zusätzliches Gottesdienstmaterial für die Gebetswoche 2011 werden unter oikumene.org als Download angeboten.
Die deutschsprachige Fassung der Gottesdienstordnung wird von der Ökumenischen Centrale erstellt und bearbeitet. Das Gottesdienstheft erscheint wie auch eine Arbeitshilfe mit ergänzenden Materialien und Anregungen im Franz Sales Verlag und im Calwer-Verlag.
Hintergrund
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird seit 1908 gefeiert. Seit 1968 wird sie gemeinsam von dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Rom, und dem Ökumenischen Rat der Kirchen, Genf, verantwortet. Die Vorlage für die Gebetswoche wird nach einem biblischen Leitthema jedes Jahr von Christinnen und Christen eines anderen Landes erarbeitet.
Themen der vergangenen Jahre
Das Jahr 2008 war für die Gebetswoche für die Einheit der Christen ein besonderes Jahr, da in diesem Jahr der 100. Jahrestag der Gebetsoktav für die Einheit der Christen, eine der Wurzeln der heutigen Ökumenischen Gebetswoche, begangen wird. Der ÖRK plante zusammen mit dem PCPCU, ökumenischen Partnern und örtlichen Kirchen eine Feier zum 100. Jubiläum der Oktav/Gebetswoche für die Einheit der Christen im Januar 2008.
Thema für 2009 war: "Dann füge beide zu einem einzigen Holz zusammen, sodass sie eins werden in deiner Hand." (Hesekiel 37:17)
Texte und zusätzliches Gottesdienstmaterial für die Gebetswoche 2009 werden hier als Download angeboten: KLICK
Das Thema für 2010 stammte aus dem 24. Kapitel des Lukasevangeliums: „Er ist auferstanden – und ihr seid Zeugen“ (Lk 24,48) Der Entwurf für den Gottesdienst und die Abende der Gebetswoche wurden von den Kirchen Schottlands erarbeitet. Der Gottesdienst wurde in Immenstaad gefeiert. Im Juni 2010 war in Edinburg der 100. Jahrestag der Missionskonferenz gefeiert worden.
