Chöre & Gesang
Über 400 Chöre laden in der Evangelischen Landeskirche in Baden zum Mitsingen ein
Schon in der Bibel wird an vielen Stellen das Singen als Kennzeichen des christlichen Glaubens erwähnt, beispielsweise nach der Rettung der Israeliten vor den Ägyptern. Ein evangelischer Gottesdienst ohne Musik und ohne Gemeindegesang ist undenkbar.
Eine wichtige Aufgabe der Chöre ist die Gestaltung von Gottesdiensten, die Anleitung der Gemeinde beim Lernen unbekannter Lieder und die Verkündigung der christlichen Botschaft durch Musik. Viele Chorwerke bekannter Komponisten wie Bach, Mozart, Händel usw. sind geistliche Stücke und Zentrum unserer Kultur- und Musikgeschichte.
Chöre in unserer Landeskirche
Die Chöre stellen die größte Gruppe der Ehrenamtlichen in der Kirche: Rund 15.000 Menschen treffen sich in der Evangelischen Landeskirche in Baden jede Woche, um die großen Oratorien der Musikgeschichte wie Händels „Messias“ oder Bachs „Weihnachtsoratorium“ zu üben, um im Gospelsound zu swingen, um die Gottesdienste in den heimischen Kirchen zu beleben oder um ein Kinder- oder Jugendmusical einzuüben.
Der Dachverband der Chöre ist der Landesverband evangelischer Kirchenchöre in Baden, der 450 Erwachsenenchöre und 120 Kinder- und Jugendchöre umfasst.
- Übersicht: Chormusik im Internet - Chöre in Baden stellen sich und ihre Website vor
- Große Beteiligung beim Landeskirchengesangstag am 4. und 5. Juli 2009 (14.07.09)
Landesverband evangelischer Kirchenchöre in Baden
Förderung des musikalischen Lebens
Landesverband ev. Kirchenchöre
Der Landesverband evangelischer Kirchenchöre in Baden dient der Förderung des musikalischen Lebens, insbesondere des Chorgesanges, in der Kirche. Er schließt innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Baden die Kirchenchöre, Singgemeinschaften, Instrumentalkreise, Kinder-, Jugend- und Gospelchöre sowie andere am kirchlichen Singen interessierte Vereinigungen zusammen, derzeit ca. 14.500 Sängerinnen und Sänger in 450 Erwachsenen- und 120 Kinder- bzw. Jugendchören.
Der Landesverband gibt regelmäßig neue Chornoten heraus und veranstaltet Sing- und Musizierwochen (auch für Kinder und Jugendliche).
Das Chorsingen wird gefördert durch große Chortreffen (Landeskirchengesangstage, Kindersingfestivals, Chortreffen auf Bezirks- oder Prälaturebene), die in regelmäßigen Abständen stattfinden. Der Verband stützt sich dabei auch auf die Arbeit der Bezirkskantoren, die in der Regel als Bezirkschorleiter fungieren und Ansprechpartner für die Chöre ihres Dekanats sind.
Zusammenarbeit
Durch die Kontakte zu den anderen musikalischen Verbänden der Landeskirche und zu den anderen Chorverbänden der EKD leistet der Landesverband evang. Kirchenchöre wichtige Lobbyarbeit für die Sache des kirchlichen Singens. Er informiert seine Mitglieder über neue Noten und wichtige Entwicklungen. Zusammen mit dem Kirchenmusikerverband gibt er viermal im Jahr die Zeitschrift „Journal Kirchenmusik“ heraus, die über alles Wichtige in der badischen Kirchenmusik und Chorszene informiert.
Landesverband evangelischer Kirchenchöre in Baden
Geschäftsführer Axel Becker
Blumenstr. 1-7, 76133 Karlsruhe
Telefon: (0721) 9175-308, Telefax: (0721) 9175-567
E-mail: Axel.Becker@ekiba.de
Mehr Informationen auf der Homepage: kirchenchorverband-baden.de
Chorgesang kreativ nutzen
"In den meisten Kirchengemeinden gibt es einen Chor, vom einfachen Singkreis bis zum Oratorienchor, von der Kinderkantorei bis zur Gospelgruppe. Mit ihm zusammen können regelmäßig Gottesdienste vorbereitet werden. Der Chor ist keine dabei isolierte Sondergruppe, die der Gemeinde gegenüber steht, sondern Teil der Gemeinde. (...)
„Chor- und Instrumentalmusik unterstützt und ergänzt die Verkündigung und bietet Raum für spirituelles Erleben. Vokal- und Instrumentalsolisten, Chöre, Posaunenchöre und Instrumentalensembles können das Ordinarium (Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Agnus Dei) mit- oder ausgestalten. Auf diese Weise werden charakteristische Akzente gesetzt und/oder festliche Gottesdienste geschaffen. Von kleinen Singformen bis hin zu großen Messkompositio-nen bietet sich hier ein riesiges Repertoire aus Vergangenheit und Gegenwart an. Durch Psalm- und Hallelujaverse, Gebetsrufe und -gesänge, Psalm- und Evangelienvertonungen und ganze Kantaten kann das Proprium des Gottesdienstes musikalisch entfaltet werden“ (Richtlinien für Kirchenmusik, GVBl 2008, 49). ..."
Dies ist ein Ausschnitt aus der Broschüre "Mehr Gottesdienste mit mehr Musik". Der gesamte Text mit Vorschlägen zur Umsetzung besonderer musikalischer Gottesdienste steht Ihnen unten als pdf-Dokument zum Download zur Verfügung.
Chöre damals und heute
Chöre damals
Um 1880 hatte die Zeit der großen, bürgerlichen Gesangsvereine in den Städten Badens eine blühende Musikkultur hervorgebracht: Aufführungen der Werke von Brahms, Mendelssohn, Haydn, Händel, Beethoven füllten die Konzerthallen – meist unter Leitung von Kapellmeistern.
Auf den Dörfern waren es die Volksschullehrer, die die Kultur des Singens pflegten. Unter Theologen gab es Bestrebungen zur Wiedergewinnung verloren gegangener alter Lieder und liturgischer Weisen. Man forschte und veröffentlichte – die „Liturgik“ und die „Hymnologie“ entstanden.
In den Gemeinden und Gottesdiensten kamen die Neuerungen erst mit der Gründung von „Kirchengesangsvereinen“ an. In Baden ging die Gründungswelle von den Dörfern im Pfinztal und in der Rheinebene zwischen Karlsruhe und Mannheim aus; wenig später gab es überall Kirchenchöre, die den Gemeindegesang stärkten. Hymnologisch begeisterte Pfarrer ließen „ihren“ Chor die Lieder Luthers in der rhythmischen Originalfassung singen. Die Kirchenchöre sollten „Speerspitze“ der Erneuerung sein – und ein Beitrag zur Volksbildung und Volksgesundheit.
Chöre heute
Chöre prägen nach wie vor das Bild der Kirchenmusik in den evangelischen Kirchen. Heute haben sich das Singen und das kirchliche Musizieren an vielen Orten eindrucksvoll professionalisiert. Hauptberufliche Kirchenmusikerinnen und -musiker holen seit den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts mit ihren Kantoreien, Vokalensembles, Motetten- und Kantatenchören die Musik der Barockzeit, der Romantik und der Moderne in die großen Kirchen. In den Kirchengemeinden ohne Kantorin oder Kantor gibt es neben vielen Kirchenchören für „aktive Seniorinnen und Senioren“ zunehmend Projektchöre und Musikteams, die gottesdienstliche Musik aus dem populären Stilbereich zu ihrer Sache machen. Gospelchöre und Bands mit Chor sind vielerorts aufgeblüht. Kirchliche Kinderchöre, teilweise in Form von Singschulen, gibt es inzwischen mehr denn je. Für das Singen in der Kirche gilt ganz unabhängig von Unterschieden bei Stil oder Perfektionsanspruch: Menschen singen für Menschen und mit Menschen. Und beim singenden Erzählen vom Glauben eignen sie sich selbst ein Repertoire an religiöser Sprache und einen Schatz an spiritueller Erfahrung an.
www.kirchenchorverband-baden.de

Mehr Gottesdienste mit mehr Musik