Abendgebete

 

Am Abend

Lieber himmlischer Vater,
am Abend dieses Tages komme ich zu Dir
mit meinem Dank.
Du hast mich durch die vielen Situationen des Tages begleitet und bewahrt.
Mancher gefährlichen Situation bin ich mir gar nicht bewusst, weil Du Unheil abgewendet hast.

Ich danke Dir für alle schönen Begegnungen, die in diesem Tag lagen,
für alle guten  Worte, die mir jemand gesagt hat – und die ich einem anderen zusprechen konnte.
Ich danke Dir für alles unbeschwerte Lachen und alles Glück.

Ich bringe dir aber auch die Sorgen dieses Tages und alle ungelösten Probleme.
Nicht alles ist heute gut gelaufen. Es gab Momente, in denen ich mich geärgert habe, in denen ich nicht weiter wusste, ich denen ich mich einsam und ängstlich gefühlt habe.
Alles, was heute unvollständig geblieben ist, zeige ich Dir und bitte Dich,
dass Du – wo es mir möglich ist – die Kraft gibst, Dinge zu Ende zu bringen,
und dort – wo es mir nicht möglich ist – Unzulänglichkeiten in Deine Liebe zu hüllen.

Ich halte Dir auch meine Schuld dieses Tages hin. Du kennst die Augenblicke, in denen ich verletzt, gelogen, lieblos, ungerecht, … war. Sieh mich barmherzig an und vergib mir.

Ich bringe Dir alle Menschen, die mir am Herzen liegen.
Du weißt, wer Deine Nähe im Moment besonders braucht, weil sie oder er krank, einsam, ängstlich, mutlos, … ist. Halte Du sie alle in Deiner Hand – und öffne meine Augen, dass ich sehe, wo ich gebraucht werde – und öffne mein Herz, damit ich handle.

Ich danke Dir, dass ich mit der Gewissheit in die Nacht gehen darf, dass Du da bist, dass Du mich liebst und ich mich furchtlos auf einen neuen Tag freuen kann.
Amen

     

    Angst vor der Nacht

    Die Dämmerung bricht an -
    und ich spüre, wie auch in mir
    die Schatten der Angst länger werden
    und Finsternis nach meiner Seele greift.

    Zwei Hoffnungen streiten in mir:
    die eine, dass der Abend komme
    und die Mühsal des Tages hinter mir liege;
    die andere, dass der Tag bleiben möge,
    damit die Dunkelheit sich meiner nicht bemächtige.

    Ich sehne mich nach meinem Bett –
    und fürchte mich zugleich davor, mich
     - weit entfernt von jeglichem Schlaf -
    im Kreisen meiner Gedanken zu verfangen.

    Wie lang ist es her, dass ich gut geschlafen habe?
    Wie lang, dass ich morgens voll Tatendrang den Tag begonnen habe?
    Wie lang, dass schöne Träume in meiner Seele wohnten?
    Wie lang, dass das Licht des Tages für mein Sorgen gereicht hätte?

    Gott, hier bin ich.
    Der Psalmbeter sagt, dass er
    „liegt und schläft ganz mit Frieden;
    weil Du, Herr, ihm hilfst, dass er sicher wohnt!“

    Ich rufe Dich an, Dich, der Du ihm Frieden und Schlaf geschenkt hast,
    dass Du auch meiner Unruhe heute Nacht eine friedliche Wohnung bereitest,
    in der ich sicher und bewahrt schlafen kann.

    Noch zaghaft ist mein Vertrauen in Dich,
    doch ohne Deinen Frieden will ich heut Nacht nicht sein.
    Erhöre mich, gnädiger Gott!
    Amen