Barmer Bekenntnis fordert bis heute heraus

 

Landesbischof Ulrich Fischer würdigt Barmer Theologische Erklärung

Berlin (31.05.09). „Jesus Christus ist der alleinige Grund der Kirche“, dieses Bekenntnis der Barmer Theologischen Erklärung von 1934 ist nach Ansicht des badischen Landesbischofs und Vorsitzenden der Vollversammlung der Union Evangelischer Kirchen in Deutschland (UEK) Ulrich Fischer bis heute wegweisend. In seiner Festpredigt zum 75. Jubiläum der Erklärung im Berliner Dom forderte Fischer dazu auf, von diesem Bekenntnis her die Maßstäbe für Wirtschaft, Wissenschaft und die Gestaltung der Kirche zu gewinnen.

Bis heute habe die 75 Jahre alte Barmer Theologische Erklärung nichts in ihrer Aktualität eingebüßt, so der badische Landesbischof Ulrich Fischer. „Sie ist uns bis heute eine bleibende Verpflichtung, die für den weiteren Weg unserer Kirche wegweisende Bedeutung entfaltet“, so Fischer. Die Erklärung habe eine wichtige Funktion im Zusammenwachsen von lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen eingenommen. Die heute uneingeschränkte Abendmahlsgemeinschaft zwischen den evangelischen Landeskirchen „haben wir auch dem Bekenntnisakt von Barmen zu verdanken“, unterstrich der Bischof. Durch den Gedanken, dass allein Jesus Christus Anspruch auf unser Leben erhebe, habe die Erklärung auch wesentliche Impulse für den Konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung gegeben sowie das friedenspolitische Handeln, nicht zuletzt bei der friedlichen Revolution in der DDR, befördert.

Heute erhebe die Erklärung ebenfalls wichtige Ansprüche. „Gegen die Durchökonomisierung der Welt und gegen die Vorstellung von der Eigengesetzlichkeit wirtschaftlichen Handelns nötigt Barmen zu der Frage, welchen ethischen Bindungen auch wirtschaftliches Handeln unterworfen sein muss, wenn es denn dem Wohl der Menschen dienen soll“, so Fischer. Dieser Eigengesetzlichkeit müsse widersprochen werden, ebenso wie Wissenschaft und Forschung einer ethischen Orientierung bedürften. „Für eine solche Orientierung kann für die Kirche wie für jeden Christenmenschen nur Jesus Christus alleiniger Maßstab sein.“

Auch für die Gestaltung von Kirche sei dieser Maßstab allein anzulegen. „Der Kirche darf es nie in erster Linie um ihre Selbsterhaltung gehen, sondern immer vorrangig und zuerst um die Bezeugung ihres Grundes, um das Zeugnis von Jesus Christus.“