begnadet leben
Ökumenischer Gottesdienst zum Reformationstag live im TV
Landesbischof Ulrich Fischer und
Erzbischof Robert Zollitsch
predigen beim Reformationsgottesdienst
Melanchthon-Statue an der Stiftskirche Bretten
Stiftskirche Bretten
(19.10.09) Evangelische und katholische Christen feiern gemeinsam den Reformationstag! Das ist alles andere als alltäglich. Dafür aber umso spannender: Der Ökumenische Gottesdienst zum Reformationstag in der evangelischen Stiftskirche Bretten wird am 31. Oktober 2009 von 10-11 Uhr live in der ARD übertragen.
Die Predigten von Dr. Ulrich Fischer, Bischof der evangelischen Landeskirche in Baden und Dr. Robert Zollitsch, Erzbischof der Erzdiözese Freiburg, beschäftigen sich beide mit dem Thema: „leben von und mit Gottes Gnade“.
Erzbischof Robert Zollitsch legt dar, was für ihn als Katholiken das „Allein aus Gnade“, eines der 4 wichtigen Hauptmottos der Reformation, bedeutet.
Landesbischof Ulrich Fischer setzt sich ausgehend von 1. Petr. 4, 10f mit gnadenlosen Zuständen der Gegenwart auseinander und fragt, wie man „begnadet“ und „gnädig“ leben kann.
Der Gottesdienst erinnert zugleich auch an Philipp Melanchthon, Martin Luthers wichtigsten Mitstreiter und „ökumenischsten aller Reformatoren“. Er war hoch gebildet, ein begnadeter Kommunikator, (allein 15000 Briefe nach ganz Europa sind von ihm überliefert) und evangelischer Verhandlungsführer beim Augsburger Reichstag vor Kaiser Karl V. Er wollte Bildung und Glaube, Religion und Kultur beisammen halten und die weltweite Einheit der Christen lag ihm sehr am Herzen.
Melanchthon wird sich im Gottesdienst „persönlich“ zu Wort melden und heutigen Kirchen und Christen seine Erfahrungen mitgeben.
Auch deshalb wird das „Melanchthonjahr 2009/2010“, das an seinen Tod 1560 erinnert, mit diesem Gottesdienst aus der Stiftskirche in Bretten eröffnet.
Die Stiftskirche mit ihrem 61 m hohen Turm gilt als die Hauptkirche in Bretten. Sie ist wahrscheinlich in der Zeit zwischen 1350 und 1400 erbaut worden und hat alle Kriege, die seither gewütet haben, überstanden. Auch die Stiftskirche hat wie Melanchthon eine „ökumenische“ Geschichte.
Den „großen Chor“ hat man durch den Einbau einer Trennmauer vom Kirchenschiff abgetrennt und er diente von 1709 bis 1936 der katholischen Kirchengemeinde als Gotteshaus, danach als evangelischer Gemeindesaal. 1974 wurde der frühere Chor zum Gemeindehaus umgebaut und erweitert.
Den Gottesdienst leiten Dekanin Gabriele Mannich und der katholische Pfarrer Engelbert Baader. Musikalisch wird er gestaltet von der Bezirkskantorei und dem Bezirksbläserchor Bretten u.a. mit der "Reformations-Sinfonie" (Sinfonie Nr. 5) von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Die Gesamtleitung hat Bezirkskantorin Bärbel Tschochohei.







