Haushalt für zwei Jahre beschlossen
Investition in drei Projekte für Jugendliche
Bad Herrenalb (22.10.09). Die Landessynode hat den Doppelhaushalt für die Jahre 2010 und 2011 im Umfang von rund 330 Millionen Euro am Donnerstag auf ihrer Herbsttagung beschlossen. Für drei Projekte für die Arbeit mit Jugendlichen wurden Mittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro bereitgestellt. Domkapitular Klaus Stadel, Ökumenereferent der Erzdiözese Freiburg, bekräftigte die ökumenische Zusammenarbeit in Baden.
Die Aufstellung des Haushaltes sei nicht leicht gewesen. „Die Finanz- und Wirtschaftsentwicklung hat sich im letzten Jahr so dramatisch verschlechtert, dass immer wieder neue Schätzungen für das Kirchensteueraufkommen vorzunehmen und die Ergebnisse in die Planung einzuarbeiten waren“, sagte Ekke-Heiko Steinberg (Baden-Baden), Vorsitzender des Finanzausschusses. Im Jahr 2010 rechnet die Landeskirche mit Kirchensteuern in Höhe von 224 Millionen Euro. Das bedeute ein Minus von 34 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr 2008, in dem die Landeskirche 258 Millionen Euro an Kirchensteuern erhielt. Trotzdem könne der Haushalt durch verantwortbare Entnahmen aus den Rücklagen wie geplant umgesetzt werden. Lediglich schon geplante Mittel für außerordentliche Vorhaben und Projekte in Höhe von fünf Millionen Euro werden gesperrt.
Projekt für Kooperation Jugendarbeit und Schule
Für drei Projekte mit Jugendlichen hat die Landessynode Mittel in Höhe von 1,1 Millionen Euro bewilligt. Das Projekt „Kooperation Jugendarbeit und Schule“ soll sich den veränderten Bedingungen an Schulen annehmen. Durch den Ausbau der Ganztagsschulen und das achtjährige Gymnasium verbringen Schülerinnen und Schüler immer mehr ihrer Zeit in der Schule. „Jugendarbeit muss auf die Orte zugehen, an denen Jugendliche als Schüler die meiste Zeit verbringen“, sagte Pfarrer Michael Dahlinger (Hockenheim), Mitglied des Bildungs- und Diakonieausschusses in seinem Bericht über die Beratungen. An zehn regional verteilten Modellstandorten sollen nun beispielsweise Schülerbibelkreise an der Schule, gemeinsame Theaterprojekte oder Aufbaufreizeiten in der kirchlichen Partnergemeinde errichtet werden.
Projekt Jugendkirchen
Unter dem Titel „Jugendkirchen in Kirchenbezirken“ soll ein weiteres Projekt jugendnahe geistliche und jugendkulturelle Angebote entwickeln. „Jugendkirchen sind derzeit in Deutschland ein konfessionsübergreifend bedeutendes Thema“, so Landesjugendpfarrer Thomas Schalla. Für neue Jugendkirchen in zwei bis drei Kirchenbezirken wurden von der Landessynode Mittel bewilligt. Die Jugendkirchen, die auf Ebene der Kirchenbezirke arbeiten, sollen auch neue Impulse für die Kinder- und Jugendarbeit in den Kirchengemeinden geben.
Unterstützung von Jugendlichen mit psychisch erkrankten Eltern
Statistisch gesehen sind im Umfeld jeder badischen Kirchengemeinde etwa 153 Erwachsene in psychiatrischer Behandlung. Für die Not der Familienangehörigen – insbesondere für die Kinder Betroffener – gebe es kaum Hilfsangebote, berichtete Professorin Renate Kirchhoff (Freiburg), Mitglied des Bildungs- und Diakonieausschusses. Das Projekt „Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit psychisch erkrankten Familienangehörigen“ wende sich jenen „vergessenen Kindern“ zu. Als Projekt mit Modellcharakter sollen an fünf Orten mit unterschiedlichen regionalen Bedingungen spezifische Vorortprojekte durchgeführt werden. Dabei gehe es darum, mit den Angehörigen von psychisch Kranken Kontakt aufzunehmen, Kirchengemeinden für Probleme der psychisch Erkrankten zu sensibilisieren und ein spezifisches Vorort-Angebot für Kinder psychisch kranker Eltern zu entwickeln.
Ökumene in Baden lässt sich nicht erschüttern
„Die guten ökumenischen Beziehungen in Baden können auch Irritationen nicht erschüttern“, sagte Domkapitular Klaus Stadel, Ökumenereferent der Erzdiözese Freiburg vor der Synode. Er dankte Landesbischof Ulrich Fischer und der Landessynode für die klare Stellungnahme gegen ein Papier aus dem Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das in den letzten Wochen für Irritationen gesorgt hatte. „Auf dem eingeschlagenen Weg gehen wir unbeirrt weiter, weil der Geist Gottes uns die Kraft gibt, über Stolpersteinen hinwegzugehen“, so Stadel. Die Ökumene sei ein gemeinsamer Weg in der Nachfolge Jesu Christi. „Lassen Sie uns gemeinsam diese geistliche Ökumene voranbringen“, rief Stadel der Synode zu.
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