Arbeitslosigkeit ist kein unabwendbares Schicksal

 

Ökumenisches Arbeitslosen-Beratungszentrum feiert 25jähriges Bestehen

Karlsruhe (23.11.09). Das von den beiden großen Kirchen in Baden, der Stadt, Arbeitsagentur und Gewerkschaften getragene Arbeitslosenberatungszentrum „IKARUS“ feierte am Montag im Evangelischen Oberkirchenrat sein 25jähriges Bestehen.

1984 wurde das ökumenische Arbeitslosenberatungszentrum in Karlsruhe in Form eines selbstständigen Vereins gegründet. Rund 5.000 Menschen besuchen pro Jahr das Arbeitslosenzentrum in der Karlsruher Innenstadt, um Rat und Unterstützung zu erfahren. Neben konkreter Hilfestellung bei Bewerbungsunterlagen oder der Stellensuche und zahlreichen Projekten erfahren Menschen dort vor allem Anerkennung und Unterstützung. Bekannt ist das Zentrum auch für seine Aktionen für Schulanfänger, um Kindern erwerbsloser Menschen bei ihrer Einschulung entsprechende Materialien zur Verfügung zu stellen. „Bei IKARUS wird Respekt und Hilfestellung vermittelt“, sagte der Karlsruher Bürgermeister Klaus Stapf. Mit rund 25.000 Euro unterstützt die Stadt Karlsruhe das Zentrum, das laut Stapf eine ungemein wichtige Arbeit leiste. Auch die Evangelische Landeskirche in Baden unterstützt das Zentrum mit rund 25.000 Euro im Jahr. „Die Kirche darf nicht schweigen, wo Menschen ihre Würde zu verlieren drohen“, sagte Akademiedirektor Siegfried Strobel, Leiter des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die Kirche müsse auch politisch sein und ihre Stimme erheben, wo Menschen unter den schlechten Bedingungen der Gesellschaft leiden müssten, ergänzte der stellvertretende katholische Karlsruher Stadtdekan Erhard Bechtold.

Pfarrer Paul Schobel, Leiter der Betriebsseelsorge in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, dankte dem Arbeitslosenzentrum für sein außerordentliches Engagement. „Viele Menschen haben durch IKARUS gelernt, dem tödlichen Labyrinth der Arbeitslosigkeit zu entkommen“, so Schobel. Arbeitslosigkeit sei kein unabwendbares Schicksal, so der langjährige Betriebsseelsorger. Arbeitslosigkeit müsse als gesellschaftliches Übel gebrandmarkt werden. „Wann endlich nehmen wir die Erwerbslosen als Menschen an und ersparen ihnen Demütigungen?“, fragte Schobel. Er rief dazu auf, Arbeit und Einkommen wirksam zu verteilen. „Wir müssen eine intelligente Arbeitsverteilung entwickeln.“ Überall schlummere Arbeit, ist Schobel überzeugt. Als Beispiele nannte er den ökologischen Umbau, den sozialen Ausbau und die Bildung. „Die Zukunft der Arbeit liegt in personennahen Dienstleistungen“, so Schobel. Deutschland habe für eine nachhaltige Wirtschaft die besten Voraussetzungen. „Statt mit jährlich 80 Milliarden die Arbeitslosigkeit zu bezahlen, sollte dieses Geld in Arbeit investiert werden“, sagte der Betriebsseelsorger.

Weitere Informationen unter www.ikarus-alo.de.