Ungewollt schwangeren Frauen mehr Hilfe anbieten
Kritik an Ethikrat wegen Babyklappen-Entscheidung - Neues Beratungsportal der Diakonie Baden
Die neue online-Beratung der Diakonie
hilft bei Schwangerschaftskonflikten
(02.12.09) Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, Chef der Diakonie Baden, sieht zwar in den aus der Not entstandenen Babyklappen keine wirklich umfassende Lösung. Dennoch sei die jüngste Äußerung des Deutschen Ethikrats zum Thema Babyklappe leichtfertig. Die Mehrheit im Ethikrat hatte erklärt, dass Angebote wie Babyklappen oder anonyme Entbindungen rechtswidrig seien und daher abgeschafft werden sollten. Stockmeier warnte dagegen, jedes in einer Babyklappe abgegebene Kind sei potenziell in seinem Leben gefährdet gewesen.
Der evangelische Theologe weist außerdem darauf hin, dass die gesamte Gesellschaft herausgefordert sei, ungewollt schwangeren Frauen mehr Hilfe anzubieten.
Auch die Einführung einer sogenannten vertraulichen Geburt, hält die Diakonie Baden für sinnvoll. Sie mache für die betroffene Frau eine medizinisch begleitete Geburt möglich und beinhalte einen anschließenden Zeitraum von einem Jahr, in dem die Mutter sich entscheiden kann, das Kind zur Adoption frei zu geben oder es wieder zu sich zu nehmen.
Damit Not und Verzweiflung nicht zu Kurzschlusshandlungen führen, hält es die Badische Diakonie für wichtig, bekannter zu machen, dass auch die Beratung in den vorhandenen Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen anonym ist. Hier schließt sich die Diakonie Baden den Empfehlungen des Ethikrates an. Um die Hemmschwelle für schwangere Frauen noch weiter zu senken, hat die Diakonie Baden kürzlich ein Online Beratungsportal gestartet unter onlineberatung-diakonie-baden.de.
Auch unter Jugendlichen und in Schulklassen ist die Babyklappe oft Thema. Deshalb findet sich die in diesem Zusammenhang am häufigsten gestellte Frage mit einer Antwort jetzt auch auf dem neuen Online Beratungsportal der Badischen Diakonie:
Die evangelische Hardtstiftung in Karlsruhe-Neureut, die eine der ersten Babyklappen ins Leben rief, hat übrigens die Erfahrung gemacht, dass ein Großteil der Mütter, die ihr Kind dort anonym abgegeben haben, sich kurze Zeit später melden und das Kind wieder an sich nehmen. Allein die badische Diakonie bietet an 49 Orten Beratung im Schwangerschaftskonflikt an.
Quelle: epd Südwest / Diakonie Baden







