Fischer und Uhl für bessere Integration in Regelschulen und Betrieben
„Woche für das Leben 2009“ startet am kommenden Wochenende - Zahlreiche Veranstaltungen und Gottesdienste in katholischen und evangelischen Gemeinden
Weihbischof Bernd Uhl und Landesbischof
Ulrich Fischer
Karlsruhe / Freiburg (20.04.2009). Damit die Integration behinderter Kinder gelingen kann, muss die finanzielle Förderung für den Umbau von Regelschulen in barrierefreie Schulen den tatsächlichen Anforderungen angepasst werden. Das forderten heute im Hinblick auf die bundesweite „Woche für das Leben“ die Bischöfe der beiden christlichen Kirchen in Baden und ihre Wohlfahrtsverbände. In den Werkstätten für behinderte Menschen müssten sich die Löhne an den Mindestlöhnen des ersten Arbeitsmarktes orientieren, so Landesbischof Dr. Ulrich Fischer und Weihbischof Dr. Bernd Uhl heute vor Journalisten in Karlsruhe.
Mit zahlreichen Gottesdiensten und Veranstaltungen begehen die beiden Kirchen vom 25. April bis zum 2. Mai 2009 die „Woche für das Leben 2009“ mit dem Schwerpunktthema „Gemeinsam mit Grenzen leben“. In Baden wird das Miteinander mit behinderten Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Diakonie und Caritas in Baden haben gemeinsam mehr als 12.950 Angebote des Wohnens, Arbeitens und der Betreuung für behinderte Menschen. Insgesamt bieten Diakonie und Caritas in Baden-Württemberg 31.480 Mal Wohnen, Betreutes Wohnen und Arbeitsplätze in Werkstätten an.
„Etwa 8,2 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leben mit einem Schwerbehindertenausweis. Behinderung ist somit ein Massenphänomen“, sagte Weihbischof Uhl aus Freiburg. Behinderung sei keine Strafe Gottes, auch wenn dies von manchen Menschen so empfunden werde, so der katholische Theologe. Er forderte die badische Wirtschaft auf, „die vorgeschriebene Quote für Arbeitsplätze für behinderte Menschen zu erfüllen und nicht nur einfach die Ausgleichsabgabe zu bezahlen“.
Die Werkstätten für behinderte Menschen hätten derzeit unter teils starken Auftragseinbußen zu leiden. Sie sind das kleinstes Glied in der Kette der Zulieferer einheimischer Wirtschaftsunternehmen und Kommunen, so Berthold Löffler, Betriebsleiter der Hanauerland Werkstätten der Diakonie Kork.
Der evangelische Landesbischof Fischer machte auf die positiven Erfahrungen von Schulen aufmerksam, in denen behinderte und nicht behinderte Schüler gemeinsam lernen. Fischer: „Die Öffnung des Bildungsverständnisses und des Bildungssystems in Richtung Freiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit bringt behinderten und nicht behinderten Menschen gleichermaßen neue Perspektiven, die Integration und gesellschaftliche Teilhabe fördern.“
Ab dem kommenden Mittwoch (22.-25.4.) wird sich die badische Frühjahrssynode der badischen Landeskirche in Bad Herrenalb mit dem Thema „Bildung“ beschäftigen.
