"Nicht schön und noch zu selten"

Badische Landeskirche richtet Expertentreffen zu Heiztechnik aus

Quelle: Felix Schweikhardt

Karlsruhe, (12.02.2016). Im Rahmen ihres 4,4 Millionen Euro umfassenden Projektes zur Modernisierung von Heizungssystemen wird die badische Landeskirche jetzt zur Gastgeberin für Technikexperten: Am Mittwoch (17. Februar) treffen diese sich zum Fachsymposium „Hydraulischer Abgleich“ im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe. „Ein hydraulischer Abgleich macht ein Gebäude zwar nicht schöner, ist aber die effektivste Energie-Spar-Maßnahme im Haushalt und immer noch viel zu selten“, begründet der für Immobilien verantwortliche Oberkirchenrat Stefan Werner die kirchliche Initiative in Sachen Technik.

Mehr als 50 Fachleute aus der Energietechnik, aus Unternehmen, Kommunen und kirchlichen Organisationen und aus Energieagenturen tauschen nun in Karlsruhe neue Potenziale in diesem Spezialgebiet aus. Als eine der ersten Institutionen weltweit führt die Evangelische Landeskirche in Baden derzeit in ihren Gebäuden flächendeckend den Hydraulischen Abgleich durch. „Nicht der Kühlschrank, sondern veraltete Heizsysteme sind oft der größte Stromfresser in einem Gebäude“, hatte der baden-württembergische Umweltminister Untersteller 2014 den Start des kirchlichen Energiesparprojektes begrüßt.

Der Hydraulische Abgleich stellt sicher, dass alle Räume eines Gebäudes gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Dafür werden in die Rohrleitungen Ventile eingebaut, die den Heizungswasserstrom in den Heizkörpern so steuern, dass auch weit von der Heizungsanlage entfernte Räume noch gut mit Wärme versorgt werden. Durch die bessere Verteilung lässt sich die Temperatur des Heizungswassers insgesamt reduzieren.

Aus Sicht des badischen Landesbischofs Jochen Cornelius-Bundschuh setzt die Landeskirche mit ihrem Engagement im Klimaschutz und solchen konkreten Projekten ein Signal für Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit. Die Hocheffizienzpumpen und der Hydraulischen Abgleich sollen die CO2-Emissionen der Landeskirche um 5 Prozent senken, rund 1200 Heizpumpen werden ausgetauscht. „In einem Zeitraum von 15 Jahren rechnen wir mit finanziellen Einsparungen von 7,9 Millionen Euro“, erklärt Projektleiter Felix Schweikhardt. Der Amortisationszeitraum liege bei acht bis neun Jahren. Die Landeskirche hoffe durch ihr Projekt auch andere Kirchen, Kommunen und Privathaushalte von der Sinnhaftigkeit des Hydraulischem Abgleich und des Heizungspumpentauschs zu überzeugen.

Doris Banzhaf - Chefin vom Dienst im Zentrum für Kommunikation (ZfK) der Landeskirche