"Unentbehrlicher Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft"

50 Jahre Evangelische Erwachsenenbildung

Quelle: ZfK
Im Gespräch zu Fragen der Erwachsenenbildung (von links) unter Leitung von Moderatorin Sibylle Rolf: Staatssekretär Volker Schebesta, Historiker Rolf-Ulrich Kunze, Franziska Gnädinger (EEB), Theologe Thomas Schlag und Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh
Quelle: Ramos da Silva Stiefel
Karlsruhe. Als „unentbehrlichen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft“ hat der Staatssekretär im baden-württembergischen Kultusministerium, Volker Schebesta, die gesellschaftliche Bedeutung der Evangelischen Erwachsenenbildung in Baden gewürdigt. Diese wurde vor 50 Jahren gegründet und feierte am heutigen Freitag (14.9.) in Karlsruhe das zentrale Jubiläumsfest mit mehr als 250 Gästen.
 
Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hatte den Abend mit einem geistlichen Impuls eröffnet. Der Historiker Rolf-Ulrich Kunze (Karlsruhe) und der Theologe Thomas Schlag (Zürich) widmeten sich den Herausforderungen evangelischer Bildungsangebote in der Zukunft. Auf einem Marktplatz präsentierten sich die Bildungsregionen Badens – auch mit kulinarischen Spezialitäten. Experimentelle Musik machte das Jubiläum zum interaktiven Kulturereignis.

„In Zeiten von zunehmendem Populismus, Fremdenfeindlichkeit und Fake News sind innovative Weiterbildungsangebote für alle Bürgerinnen und Bürger gefragt, die den Erwerb kultureller und demokratischer Werte vermitteln“, betonte Staatssekretär Schebesta in seinem Grußwort. In der „großen Offenheit für die Anliegen der Menschen in unserer Gesellschaft“ sah denn auch Kirchenrätin Franziska Gnändinger, Leiterin der Landesstelle für Evangelische Erwachsenen- und Familienbildung in Baden, deren große Stärke. „Wir reagieren schnell auf aktuelle Anforderungen wie die Integration von Flüchtlingen und den Umgang mit Rechtspopulismus, bringen Zukunftsfragen ins Gespräch wie den Umgang mit der Erde und ihren Ressourcen und ermutigen zu lösungsorientierten Antworten,“ erläuterte sie.

„Es gibt gute Gründe, in politischen Fragen von einer komplexen Realität auszugehen und nicht den vermeintlich einfachen Antworten zu vertrauen“, unterstrich auch Thomas Schlag, Theologieprofessor an der Universität Zürich. Ein solches erwachsenes, mündiges Verständnis von Bildung sei „erste Maxime für alle Bildungspraxis im Horizont evangelischer Verantwortung“. Der Historiker Rolf-Ulrich Kunze, Professor am Karlsruhe Institute of Technology, hob das „reformatorische Menschenbild“ hervor, das Evangelische Erwachsenenbildung in den zivilgesellschaftlichen Diskurs einbringe, auch „in den schärfsten Auseinandersetzungen“, so Kunze. Konkret nannte Kunze ein Forum für Kriegskinder und Kriegsenkel als Beispiel, das den Menschen helfe, die eigene Familiengeschichte als Teil der gesellschaftlichen Geschichte anzunehmen. Hier werde evangelische Erwachsenenbildung auch zur Ressource für zivilgesellschaftliche Resilienz.

Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh unterstrich die Bedeutung der Bildungsangebote anhand Psalm 31,9: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum!“ Die evangelische Erwachsenenbildung nehme diese Bewegung auf, „mit der Gott uns in die Welt sendet und uns zutraut, als freie, erwachsene, selbstbewusste und verantwortliche Menschen unsere Welt zu gestalten“. Populismus sei im Gegensatz dazu „hoch regressiv“: „Ihn interessiert nur das Heute. Alles andere muss sich dem fügen. In einem ausgedachten, konstruierten „Früher“ erscheint alles so, wie es heute sein soll. Und was im Rückblick stört, muss verschwinden.“

Oberkirchenrat Christoph Schneider-Harpprecht, verantwortlich für Erziehung und Bildung in der badischen Landeskirche, sieht die Evangelische Erwachsenenbildung in einer Schlüsselstellung in Kirche und Gesellschaft: „Sie ist zugleich in der Kirche und in der zunehmend säkularer oder religiös und weltanschaulich pluraler werdenden Welt zu Hause“. Einerseits befähige sie Christen zum mündigen Christsein. Andererseits nehme sie den staatlichen Auftrag zu allgemeiner Bildung und Weiterbildung wahr.

Mehr als 335.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Einzelveranstaltungen und Kursen zählte die Evangelische Erwachsenenbildung in Baden allein im Jahr 2017. Sie ist mit 14 Regionalstellen in den Städten und ländlichen Gebieten Badens präsent und Teil der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Baden-Württemberg. Diese ist neben dem Volkshochschulverband der zweite große Träger von Weiterbildung in Baden-Württemberg ist. In der Kirchlichen Landesarbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung arbeiten die katholische, die evangelische und die evangelisch-methodistische Kirche in Baden-Württemberg zusammen.

 
Doris Banzhaf - Chefin vom Dienst im Zentrum für Kommunikation (ZfK) der Landeskirche

 

 
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