Die Stadtkirche in Emmendingen

Eine Kirche mit vielen Veränderungen

Quelle: von joergens.mi (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Sie stehen vor der altehrwürdigen Stadtkirche. Über die Jahrhunderte wurden viele Teile der Kirche an- bzw. umgebaut. Einige Gebäudeteile der Stadtkirche gehören zu den Ältesten in ganz Emmendingen. Die erste kleine Kirche wird im Mühlburger Krieg 1424 zerstört. In den 30er Jahren des 15. Jahrhunderts wird eine neue größere Kirche an gleicher Stelle gebaut. Die Stadtkirche hat somit viele Veränderungen erfahren und erlebt - im Jahr 1988 wird sie ein letztes Mal renoviert.
 
 
 
 
 
 
 

Kirchenportale

Quelle: Ulli Naefken / uLNaSTUDIOS.com
Sie können die Kirche durch drei Eingänge betreten. Immer erwartet Sie ein anderer Bibelspruch: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ - „Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ und über dem Hauptportal steht: „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort da deine Ehre wohnt.“
Dieser besondere Hausspruch möchte Sie vorbereiten auf das, was Sie im Inneren des Gebäudes erwartet. Die Besonderheit des kirchlichen Gebäudes wird durch den Bibelspruch hervorgehoben.
 

Altar

Quelle: Ulli Naefken / uLNaSTUDIOS.com
Der Altar steht bei vielen Kirche - so auch hier - im Osten des Gebäudes. Der Grund hierfür ist die Ausrichtung auf den Sonnenaufgang, also in Blickrichtung des Sonnenaufgangs und Jerusalems, was gedanklich zugleich die Auferstehung Jesu in  den Blick nimmt. Die Längsachsen von Kirchenschiff und Altarraum liegen in der Stadtkirche nicht auf einer Linie, sondern weichen um einige Grad ab. Dieser Achsknick wird wohl damit zusammen hängen, dass die Fundamente von Langhaus und Chor an unterschiedlichen Tagen mit abweichenden Sonnenständen vermessen wurden.

Der Altar ist ein zentraler Ort des Gottesdienstraums und des Gottesdienstablaufs. An ihm werden Lesungen vorgetragen, Gebete und Segensworte gesprochen; in erster Linie ist er aber Abendmahlstisch und Ort der Altarbibel, "trägt" also Wort und Sakrament Gottes. Die Pfarrerinnen bzw. Pfarrer stehen meist davor oder dahinter - alles eine Frage der Gewohnheit. Der Altar in der Stadtkirche ist im neugotischen Stil der Jahre vor dem 1. Weltkrieg gestaltet. Die Form des Altars ist anders als man es vielleicht gewohnt ist. Er besitzt zwei sogenannte Altarschranken. Altarschranken gibt es in verschiedensten Ausführungen. Sie dienen als Hervorhebung und Abgrenzung des Altars - in der erster Linie als Abendmahlstisch - und während der Feier des Abendmahls als Ordnungshilfe bei der Ausgabe von Brot und Wein.
 

Kruzifix

Quelle: Ulli Naefken / uLNaSTUDIOS.com
Nur wenige Kunstschätze sind über die Jahrhunderte bis heute in der Stadtkirche erhalten geblieben. Das spätgotische Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert gehört dazu. Es ist das älteste Ausstellungsstück der Kirche, hat die Jahrhunderte überdauert und hängt nun im Chorbogen über dem Altar.
 
Das Kruzifix als Kreuz-Variante mit dem Leib des gekreuzigten Jesus ist erst vor tausend Jahren entstanden. Die Urchristen kannten keine Darstellung des Gekreuzigten, sondern nutzen das Bild des guten Hirten, um Jesus darzustellen.
 
Die Kreuzigung gilt in der damaligen Zeit als besonders barbarische Todesstrafe. Der an einem Kreuz Hängende stirbt in aller Öffentlichkeit nach langem, qualvollem Todeskampf. Bei dieser Kreuzes-Darstellung wird der Triumph Jesu über den Tod hervorgehoben. Sein goldener Lendenschurz, die vergoldeten Nägel und der leuchtende Strahlenkranz auf seinem Kopf lassen diese Deutung zu. Christus hat den Tod überwunden, scheint frei von Schmerzen zu sein.
 

Chorraum

Quelle: Ulli Naefken / uLNaSTUDIOS.com
Durch eine wissenschaftliche Altersbestimmung wird festgestellt, dass das für die Decke des Chorraums verwendetes Holz aus dem Jahr 1470 stammt. Somit ist er das älteste erhaltene Gebäudeteil der Kirche. Der Freiburger Münsterbaumeister Hans Niesenberger soll ihn errichtet haben. Viele Jahrhunderte reicht der Bau für die Gemeinde. Dann wird er für die stetig zunehmende Zahl von Gemeindegliedern zu klein. So wird in den Jahren 1813 - 1815 eine klassizistische Kirche angebaut. Dieser „Neubau“ wird Anfang des 20. Jahrhunderts wieder abgerissen und durch ein im neugotischen Stil kreuzförmiges größeres Langhaus ersetzt. Seitdem präsentiert sich die Stadtkirche den Besucherinnen und Besucher weitgehend unverändert.
 
Das große Renaissance-Reliefbild von Markgraf Karl II. - im rechten Teil des Chorraums - schmückte ursprünglich den Eingang der Hochburg in Sexau. Der Markgraf Karl II. führte 1556 die Reformation in Baden ein. Er residiert phasenweise im Markgrafen-Schloss direkt in Nachbarschaft zur Stadtkirche und auf der Hochburg in Sexau. Die Franzosen zerstörten die Hochburg im Jahr 1688. Um 1740 wird das Relief in den Trümmern entdeckt und restauriert. Seit 1749 hängt es nun an seiner jetzigen Stelle.
 
Im Chorraum befinden sich ebenfalls Grabplatten. Sie stammen u.a. von markgräflichen Kindern und ehemaligen Pfarrern. Die Beisetzung der Verstorbenen fanden nicht in der Stadtkirche statt, sondern auf dem nahegelegenen Friedhof. Bei einer der diversen Renovierungen wurden die Grabplatten dann hier eingesetzt.
 

Glocken

Quelle: Ulli Naefken / uLNaSTUDIOS.com
Durch den Krieg werden viele Kirchenglocken aus den Kirchtürmen zwangsweise eingezogen und eingeschmolzen. Durch die direkte Nachbarschaft zum Wehrle Werk kommt die Stadtkirche glücklicherweise sehr schnell nach dem 2. Weltkrieg an Kupfer. Mit dem zur Verfügung gestellten Material konnten drei neue Glocken in Auftrag gegeben werden. Die Glockenweihe der ersten drei Glocken fand am 1. Advent des Jahres 1949 statt. Eine vierte Glocke wird 1956 gegossen.
 
Die größte Glocke der Stadtkirche - die Christusglocke - wiegt 1,2 Tonnen und ist auf den Ton „es“ gestimmt. Glocke Nr. 2 - die Gefallenen-Gedächtnisglocke oder Betglocke - wiegt 650 Kilogramm. Ihre Stimmung liegt auf dem Ton „g“. Unsere dritte Glocke, die Luther- und Trauglocke, ist auf den Ton „b“ gestimmt und wiegt 400 Kilogramm. Die kleinste Glocke - die Reformations-Gedächtnisglocke oder Taufglocke - wiegt 295 Kilogramm. Ihre Stimmung liegt beim Ton „c“.
 
Kirchenglocken haben eine wichtige Funktion im Leben einer christlichen Gemeinde. Ihr Läuten lädt ein zu Gottesdiensten oder zum persönlichen Gebet. Der Kirchturm mit der Uhr und den Glocken strukturiert das Leben einer Gemeinde und begleitet diese durch den Tag. Für viele sind Glocken ein Stück Heimat: Würden Sie Ihre Kirchenglocken von Daheim auf Anhieb erkennen?
 
 
(Ulli Naefken)
 
 
 
 
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Internet-Redakteur (ZfK)
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Quelle: ekd_kirchen-app.de

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