Nach dem Beschluss zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare: Badische Landessynode beendet Frühjahrstagung

Kita-Entwicklung, Ehrenamt und Arbeitsrecht

Quelle: ZfK / Simone Heidbrink
Mit der Abschlussrede von Präsident Axel Wermke ist die Frühjahrstagung der Landessynode zu Ende gegangen
Bad Herrenalb, (23.04.2016). Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden hat sich zum Abschluss ihrer Frühjahrstagung mit zahlreichen Themen befasst. Dazu zählten die Zukunft der Kindertagesstätten, das kirchliche Arbeitsrecht, die badischen Tourismusangebote und die Weiterentwicklung des Ehrenamts in der Kirche. Mit einer klaren Mehrheit hatte sich die Synode am Vormittag für die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft ausgesprochen: „Die Beiträge – so gegensätzlich sie waren – haben auf starke Weise deutlich gemacht, wie kompetent und offen wir in der Synode diskutieren. Es war eine eindrückliche Demonstration unserer synodalen Kultur“, betonte Synodalpräsident Axel Wermke. Auch der Landesbischof begrüßte die Diskussion als „intensiv, konstruktiv und wertschätzend“.

Bei der Frage nach der strategischen Weiterentwicklung der evangelischen Kindertageseinrichtungen in Baden sah sich die Synode unter anderem damit konfrontiert, dass die Einwohner- und die Kinderzahlen sich in Baden sehr unterschiedlich entwickeln. Dennoch soll der Evangelische Oberkirchenrat zunächst weiterhin die zentrale Steuerung der Kitas übernehmen, forderte der Synodale und Vorsitzende des Finanzausschusses, Ekke-Heiko Steinberg (Baden-Baden). Den Kirchenbezirken wird jedoch eine Bestandsaufnahme von Angebot und Nachfrage empfohlen. „In dringenden Einzelfällen“ soll es ab sofort möglich sein, neue Gruppen über eine außerordentliche Zuweisung befristet auf zehn Jahre aufzubauen. Aufgrund der mehrfach betonten hohen Bedeutung evangelischer Kindertagesstätten will sich die Synode mit einem generellen befristeten Ausbau von Gruppen und einer umfassenden Kita-Strategie im Herbst 2016 erneut befassen.

Wenige Tage nach Erscheinen der neuen Ehrenamts-Studie des Bundesfamilienministeriums eröffnete die Synode mit einem Grundlagenpapier den Beratungsprozess zum kirchlichen Ehrenamt. Die Studie hatte ergeben, dass inzwischen bundesweit rund 31 Millionen Menschen – zehn Prozent mehr als vor 15 Jahren - freie Zeit teilen, um mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Das große ehrenamtliche Engagement in der badischen Landeskirche soll, so der Synodale Helmut Krüger (Mannheim), weiterentwickelt werden. Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen sei es naheliegend, „dass sich die Landeskirche auf allen Ebenen neu darüber verständigt, wie sie künftig ehrenamtliches Engagement verstehen und entwickeln will“, sagte er.

In Sachen Weiterentwicklung des kirchlichen Arbeitsrechts (so genannter Dritter Weg) und der möglichen Alternative des Einstiegs in kirchengemäße Tarifverträge will sich die badische Synode mehr Zeit nehmen. „Eine definitive Entscheidung soll auf der Frühjahrstagung 2018 fallen“, betonte der Synodale Winfried Klein (Heidelberg). Er erhielt breite Zustimmung dafür, dass die so verbleibende Zeit genutzt wird, aus den Schritten anderer Landeskirche zu lernen und für Baden zu prüfen, welche Arbeitsregelungen für die Kirche und für die Diakonie sinnvoll sind. Darüber hinaus wollen die Mitglieder der Synode mit Mitarbeitervertreterinnen und –vertretern direkt ins Gespräch kommen.

Die touristischen Angebote, die die Landeskirche im Auftrag der Synode in den vergangenen Jahren entwickelte, stießen auf große Zustimmung. Radwegekirchen im Taubertal, die als geöffnete Kirchen radelnde Urlauber zu einem Glas Wasser, zu Stille und Einkehr einladen, und Gottesdienste auf den Kirchenschiffen auf dem Bodensee erfreuten sich ebenso großer Beliebtheit wie das Geo-Caching mit Psalmtexten im Schwarzwald, berichtete der Synodale Christian Noeske (Ketsch, Südliche Kurpfalz).

In Bezug auf die Entscheidung zu eingetragenen Lebenspartnerschaften zeigte sich Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh erfreut darüber, dass die Synode in der Frage einer öffentlichen Trauung für homosexuelle Paare eine „breite Mehrheit“ gefunden und sich das synodale Verfahren bewährt habe. Er habe großen Respekt vor der „emotionalen und persönlichen“ Debatte, sagte der Landesbischof. Durch die intensive Vorbereitung sei deutlich geworden, dass der Beschluss biblisch-theologisch begründet werden kann. „Nach meinem Eindruck wird der Beschluss nicht zu innerkirchlichen Verwerfungen führen; es muss aber darauf geachtet werden, im engen Austausch mit jenen zu bleiben, die anderer Meinung in dieser Frage sind.“

Doris Banzhaf - Chefin vom Dienst im Zentrum für Kommunikation (ZfK) der Landeskirche
 
Weitere Informationen und Dokumente zur Frühjahrstagung  der Landessynode finden Sie unter: www.ekiba.de/landessynode/fruehjahrstagung2016
 
 
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