FriedensGangart

Meditation zur Jahreslosung von Anke Ruth-Klumbies

Quelle: Evangelische Frauen in Deutschland
Eine junge Frau steht auf der Anhöhe einer Düne. Sie trägt ein luftiges, ein buntes Sommerkleid. Sie blickt auf das Meer. Sand, Wasser und ein sonnengetränkter blauer Himmel sind zu sehen. Wie eine Postkarte aus dem Sommerurlaub wirkt das Bild. Der Sand an ihren Füßen verspricht sommerliche Leichtigkeit: ein Himmelsgruß mitten im deutschen Winter. Ein Bild wie ein sehnsuchtsvoller Seufzer nach Wärme auf der Haut, nach  friedlicher Entspanntheit, nach Atempause auf dem Weg.

So geht Frieden
So geht Frieden, denke ich. „Suche Frieden und gehe ihm nach.“ Und doch spüre ich sofort einen inneren Widerstand, fühle ein inneres Erschauern und Zusammenzucken. Frieden als westliche Sommeridylle – ein Sehnsuchtsort, eingefangen in ein Klischeebild. Da ist Sand im Getriebe. Es braucht den zweiten Blick. Zwischen Düne und Meerblick
Holzbohlen liegen im quer im Sand, das Dünengras wächst rechts und links des Weges. Dazwischen steht die junge Frau – wie ein Ausrufezeichen in der Landschaft, die sie umrahmt. Die Fußläuferin in FlipFlops drückt in ihrer geraden Haltung Stärke und Würde aus. Hier bin ich. Ausgerichtet zwischen Himmel und Erde. Noch, so scheint es mir, ist der weitere Weg nicht beschlossen. Noch liegt das Wasser vor ihr. Noch muss der nächste Schritt gegangen werden. Noch ist es ein
Verharren im Moment, ein Aushalten des Blicks. Das Meer liegt zu ihren Füßen. Doch kann der Blick aufs Meer heute noch ungetrübt sein – in Zeiten von Krieg, von Flucht, von himmelschreiender Armut, von Menschenschleppern und Sterben auf dem Meer? Ich habe keinen unschuldigen Blick. Auch das kommt mir als weißer Europäerin beim Anblick der schwarzen Frau in den Sinn. 

Ein Solo für das Wolkendach
Wie ein beschützendes Dach über dem Kopf schwebt eine einzelne blaue Kumuluswolke über der Frau. Biblische Menschen sahen in den Wolken den Schleier Gottes, durch den Gott sie ansieht. Sie lasen die göttliche Sprache der Wolken als ewigen Gedanken des Himmels. „Deine Freundlichkeit ist groß bis über den Himmel hinaus. Deine Verlässlichkeit reicht bis zu den Wolken“, heißt es in Psalm 108,5. Nie waren Wolken wichtiger als in Zeiten des Klimawandels, in Zeiten von
Flucht vor Klimakatastrophen. Sie sind das Ursprungsbild für Frieden, für Beweglichkeit, für die verbürgte Segenszusage Gottes. Geteilter Blick – mögliche FriedensGangart Als Betrachterin der Fotografie bleibe ich hinter der jungen Frau, ihr Gesicht kann ich nicht erkennen. Ihre Arme sind angewinkelt. Ob sie etwas in ihren Händen hält? Wie
in den berühmten Gemälden romantischer Künstler*innen bietet mir die Rückenansicht die Möglichkeit, gemeinsam mit ihr in dieselbe Richtung zu blicken, gemeinsam mit ihr über das Meer zu schauen. Der Friedenswolke Zeit lassen, uns anzuschauen. Den Blick mitgehen – ein gemeinsamer GedankenGang werden. So könnte für mich, für uns die Friedensgangart im Jahr 2019 aussehen. Suche Frieden und gehe ihm nach.
 
Anke Ruth-Klumbies - Kirchenrätin, Leiterin der Abteilung Evangelische Frauen in Baden
 
 
Kalender
<<
OK
>>
MO
DI
MI
DO
FR
SA
SO
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
24.
25.
26.
27.
28.
Meldungen der EKIBA
Veranstaltungen