4,4 Millionen für den Klimaschutz

Start des Projektes zu Hydraulischem Abgleich und Heizungspumpentausch mit Umweltminister Franz Untersteller

Quelle: Gustavo Alabiso
(v.li.) Pfr. Dirk Keller, Projektleiter Felix Schweikhardt, Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh, Umweltminister Franz Untersteller

Karlsruhe, (25.09.2014). Zum Start des 4,4 Millionen Euro umfassenden Projektes zur Modernisierung der Heizungssysteme in der badischen Landeskirche hat Umweltminister Franz Untersteller das Projekt als „beispielhaften Beitrag zum Klimaschutz“ gewürdigt. Im Gemeindesaal der Karlsruher Stadtkirche eröffnete er am Donnerstag, 25.9.,  zusammen mit dem badischen Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh die mehrjährige Aktion.

„Veraltete, ungeregelte Heizungspumpen sind oft der größte Stromfresser in einem Gebäude. Sie arbeiten rund um die Uhr, obwohl nur zu bestimmten Zeiten Heizbedarf vorliegt. Eine hocheffiziente, selbstregulierende Pumpe tut das nicht, deshalb ist die Verbreitung solcher Pumpen so wichtig“, erklärte Umweltminister Untersteller in Karlsruhe. Die badische Landeskirche leiste mit dem Projekt einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung und zur Reduzierung der Energiekosten.

Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh unterstrich die Verantwortung der Christen für die „Schöpfung als gute Gabe Gottes“. Mithilfe des Projektes setze die Landeskirche ein Signal für Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit. Die Kirche trage so dazu bei, dass die Kirchensteuer „nicht für unnötige Energiekosten eingesetzt wird“ und die Umweltbelastungen, die auch in kirchlich genutzten Gebäuden entstehen, reduziert werden. Vor allem will die Kirche „Vorbild für andere Kirchen, Kommunen und Privathaushalte sein, indem wir zeigen, dass ein effizienteres Heizungssystem möglich und auch wirtschaftlich umsetzbar ist“, erklärte Cornelius-Bundschuh.

Innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre werden sämtliche Heizungssysteme in den Kirchen, Gemeindehäusern, Pfarrhäusern und Kindergärten optimiert. Begonnen wird mit den Kirchenbezirken Ortenau, Bretten-Bruchsal und Karlsruhe-Land. Schwerpunkte sind der Einbau moderner Hocheffizienzpumpen und die Durchführung des Hydraulischen Abgleichs. Dadurch können die CO2-Emissionen der Landeskirche um insgesamt 5% gesenkt werden.

Der Hydraulische Abgleich bei rund 700 Gebäuden stellt sicher, dass alle Räume eines Gebäudes gleichmäßig mit Wärme versorgt werden. Dafür werden in die Rohrleitungen entsprechende Ventile eingebaut, die den Heizungswasserstrom in den Heizkörpern so steuern, dass auch weit von der Heizungsanlage entfernte Räume noch gut mit Wärme versorgt werden. Durch die bessere Verteilung lässt sich die Temperatur des Heizungswassers insgesamt reduzieren, so dass die Gas- oder Ölheizung das Wasser statt auf 70°C zum Beispiel nur noch auf 60°C erwärmen muss.

Außerdem sollen alle älteren Heizungspumpen (etwa 1200 Stück) in den kirchlichen Gebäuden gegen moderne Hocheffizienzpumpen getauscht werden. Bei den Pumpen, die fast das ganze Jahr durchlaufen, um das Heizungswasser durch die Rohrleitungen zu pumpen, sind durch moderne Pumpen Einsparungen von 85 % des benötigten Stroms möglich.

„In einem Zeitraum von 15 Jahren rechnen wir mit finanziellen Einsparungen von 7,9 Millionen Euro“, erklärte Projektleiter Felix Schweikhardt. Der Amortisationszeitraum der Investitionen liege bei acht bis neun Jahren.

Hinsichtlich des Hydraulischen Abgleichs ist die Kirche weltweiter Vorreiter beim konsequenten Umsetzen dieser sowohl energetisch also auch wirtschaftlich sehr effizienten Klimaschutzmaßnahme. Als eine der ersten Institutionen weltweit führt sie den Hydraulischen Abgleich flächendeckend durch. Die badische Landeskirche hofft durch ihr Projekt auch zahlreiche andere Landeskirchen, Diözesen, Kommunen und Privathaushalte von der Sinnhaftigkeit von Hydraulischem Abgleich und Heizungspumpentausch zu überzeugen.

Dr. Daniel Meier - Kirchenrat, Pressesprecher und Leiter des Zentrums für Kommunikation (ZfK) der Landeskirche