Aktuelles aus der Seelsorge

Ökumenisches Curriculum für Kinderklinikseelsorge

Fünfteilige modulare Weiterbildung 2018-2019
Seelsorge in Kinderkliniken ist gefragter denn je. In Hinblick auf die Begleitung kranker Kinder und Jugendlicher sind ganz eigene seelsorgliche Kompetenzen gefragt. Dabei richten die Seelsorgenden den Blick nicht auf den jungen Menschen allein, sondern achten auch auf das Einwirken von Familie und Klinikpersonal.
 
Quelle: ZfS | Terjung
Teilnehmer*innen und Referierende des Curriculum-Moduls 3 zum Thema "Kostbar Kirche wagen - Andere gottesdienstliche Angebote in der Kinderklinik". Die Leitung hatten Jens Terjung (1. v. li., Reihe oben) und Dr. Dagmar Kreitzscheck (4. v. li., Reihe oben)
Im Rahmen einer fünfteiligen modularen Weiterbildung erhalten Seelsorgende seit 2018 eine fundierte Einführung in die Seelsorgearbeit mit kranken Kindern und Jugendlichen, ihren Eltern und Zugehörigen vor Ort. Gleichzeitig profitieren die Teilnehmenden von ihrem Austausch untereinander und einer guten Vernetzung miteineander.

Drei von fünf Modulen fanden bereits statt, zwei davon in Heidelberg. "Dabei zeigten insbesondere Seelsorgende Interesse, die bereits im ersten oder zweiten Jahr in der Kinderklinikseelsorge arbeiten. Auch Teilnehmende, die noch keine konkrete Praxiserfahrung hatten, und diejenigen, die sich nebenberuflich sehr im Bereich der Kinderklinikseelsorge engagieren nahmen an dem Angebot teil", weiß Jens Terjung zu berichten, evangelischer Klinikseelsorger aus Freiburg. Er leitete zusammen mit Dagmar Kreitzscheck, Studienleiterin im Zentrum für Seelsorge und Supervisorin, das Modul zum Thema "Ritualkompetenz", das im September in Heidelberg stattfand.
Terjung ist nach den ersten Erfahrungen aus dem Curriculum positiv gestimmt: "Die Teilnehmenden sind sehr motiviert und interessiert dabei. Unser Konzept lebt davon, Inputs von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen aus der Kinderklinikseelsorge weiterzugeben. Dabei ist es wichtig, sich miteinander ins Gespräch zu bringen. Wir bereiten die Teilnehmenden zeitnah und konkret auf spezifische Themen der Kinderklinikseelsorge vor. Damit liegen wir 'goldrichtig'", resümiert der Freiburger Klinikseelsorger.

Die Teilnehmenden meldeten zurück, dass es für sie von großem Vorteil gewesen sei, mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bundesländern zu tagen, Materialien auszutauschen und voneinander zu lernen. „Ich gehe mit ganz vielen Anregungen und Materialien nach Hause“, freut sich eine Teilnehmerin aus Baden.
Die Referenten der in Heidelberg durchgeführten Einheiten sind langjährig erfahrene Kinderklinikseelsorgende. Jens Terjung, Freiburg referierte in Modul 2 zum Thema "Ritualkompetenz". Gisela Schwager aus Tübingen, und Reinhard Buyer, Stuttgart waren die Referenten in Modul 3: "Kostbar Kirche wagen - andere gottesdienstliche Angebote in der Kinderklinik". Für die Supervision zeichneten sich Dagmar Kreitzscheck und Andreas Hasenkamp aus der badischen Landeskirche verantwortlich.

Jedes Modul umfasst 2,5 Tage. Das Curriculum ist ein ökumenisch verantwortetes Angebot für hauptamtliche Seelsorgende beider Konfessionen und versteht sich als Ergänzung zu den bestehenden grundlegenden pastoralpsychologischen Fortbildungen in der (Klinik-)Seelsorge. Wer alle Module absolviert hat, inklusive der Erfüllung einer Abschlussarbeit, erhält ein Zertifikat. Die Module können auch einzel gebucht werden.

Das Curriculum entstand in Kooperation zwischen dem Konvent der Kinderkrankenhausseelsorge im Bereich der EKD, dem Zentrum für Seelsorge in Baden, dem Zentrum für Seelsorge Hannover und dem Evangelischen Zentralinstitut für Familienberatung Berlin gGmbH.

Informationen zu Modul 4 und 5 finden Sie im ZfS-Jahresprogramm 2018/19.
 
19.10.2018 
Ruth Kasper - Kampagnenmanagement | Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit (ZfK / ZfS)

ZfS-Jahresprogramm 2018/19 jetzt online

Viele neue Fort- und Weiterbildungsangebote für haupt- und ehrenamtlich in der Seelsorge Tätige

Mit seinem neuen Jahresprogramm präsentiert das Zentrum für Seelsorge (ZfS) ein breit gefächertes Spektrum an Kursen und Angeboten für all diejenigen, die haupt- oder ehrenamtlich seelsorglich tätig sind - ob in der Gemeinde oder in einem speziellen Seelsorgedienst. Das Angebot soll zu den Bedürfnissen passen. So finden Interessierte im Jahresprogramm 2018/19 sowohl intensive weiterführende Qualifizierungs- als auch kürzere Fortbildungsmöglichkeiten, die auch vor Ort in den Bezirken und Gemeinden gebucht werden können.

Über die Grenzen der Landeskirche hinaus

Hervorzuheben sind die guten Kooperationen mit Instituten für Seelsorgeausbildung in anderen Kirchen. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit zeigt sich beispielsweise in einem sechswöchigen KSA-Kurs für pastoralpsychologische Fortbildung, entwickelt mit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, oder in einem neuen ökumenischen Curriculum für die Kinderklinikseelsorge, eine Koopera­tion zwischen dem Konvent Kinderkrankenhausseelsorge der EKD, dem ZfS Baden, dem ZfS Hannover und dem Evangelischen Zentralinstitut für Familienfragen Berlin.

Kompetent und gut vernetzt

Mit dem diesjährigen Angebot möchte das ZfS die Kompetenzen in den vielen Bereichen der Seelsorge fördern und kollegiale Kontakte und Vernetzung ermöglichen. - Finden auch Sie das Angebot, das zu Ihnen passt!

 

Ruth Kasper - Kampagnenmanagement | Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit (ZfK / ZfS)

Zehn Jahre Notfallseelsorge für Einsatzkräfte in Karlsruhe

Pfarrer Gregor Bergdolt neuer Bereichsleiter für besondere Seelsorgefelder

Quelle: ZfK/ZfS | D.Groschwitz
Karlsruhe. Das "Einsatznachsorgeteam in Karlsruhe Stadt und Landkreis" blickt auf sein zehnjähriges Bestehen zurück. Gefeiert wurde am 13.5.2017 in der Evangelischen Laurentiuskirche in Karlsruhe-Hagsfeld. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde außerdem der neue Bereichsleiter für besondere Seelsorgefelder (Notfall-, Polizei-, Studierenden-, Telefon- und Internetseelsorge), Pfarrer Gregor Bergdolt, in sein Amt im Evangelischen Oberkirchenrat eingeführt.

Sie sind da, wenn belastende Ereignisse wie Unfälle, Gewalt oder Katastrophen bei Beteiligten Trauer oder Verzweiflung hervorrufen: die Helferinnen und Helfer aus der Notfallseelsorge. Psychosoziale Unterstützung brauchen in solchen Krisensituationen auch die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Sie werden in der Region Karlsruhe u. a. vom „Einsatznachsorgeteam in Karlsruhe Stadt und Landkreis“ (ENT) betreut, einer Initiative der evangelischen und katholischen Kirche. Gegründet 2007, besteht das Team heute aus einem festen Stamm von 16 aktiven Mitgliedern, sieben psychosozialen Fachkräften sowie neun Einsatzkräften aus Feuerwehr und Rettungsdienst.
„Unser Schwerpunkt liegt auf der Qualitätssicherung unserer Arbeit durch Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, regelmäßigen Übungen sowie Präventionsveranstaltungen für die Einsatzkräfte. Unsere Unterstützungsangebote sind mittlerweile ganz selbstverständlich bekannt und werden immer mehr in Anspruch genommen“, so Daniel Paulus, Sprecher des Leitungsteams der Einsatznachsorge.

Am kommenden Samstag soll in einem Gottesdienst des zehnjährigen Jubiläums des ENT gedacht werden. Die Predigt hält Pfarrer Gregor Bergdolt, der im Rahmen des Gottesdienstes als neuer Bereichsleiter für besondere Seelsorgefelder, Notfall-, Polizei-, Studierenden-, Telefon- und Internetseelsorge, im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe eingeführt wird.
Aktuell sieht Bergdolt in der Notfall- und Polizeiseelsorge verstärkten Handlungsbedarf: „Denn dort ist auch der Wandel in unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt am stärksten zu spüren, und diese Arbeit möchte ich vordringlich stärken“. Er betont, wie wichtig es sei, Überzeugungsarbeit bei den Mitarbeitenden in der Kirche in Bezug auf die Seelsorge zu leisten, um ein tragfähiges Netz von Mitwirkenden zu schaffen.
Der 1963 geborene Karlsruher studierte evangelische Theologie in Heidelberg und Tübingen und war von 1996 bis 2007 als Gemeindepfarrer in Mannheim tätig, arbeitete dann zehn Jahre in der Klinikseelsorge an den Karlsruher St. Vincentius-Kliniken, bevor er im November 2016 in den Evangelischen Oberkirchenrat in das seelsorgliche Leitungsamt wechselte, das zuvor von Monika Zeilfelder-Löffler bekleidet wurde.
„Meine Aufgabe sehe ich darin, dafür zu sorgen, dass die Wichtigkeit der Seelsorgefelder in den Kirchen-bezirken und in der Kirchenleitung wahrgenommen und gestärkt wird. Die Wirkung der kirchlichen Arbeit in der Seelsorge geschieht eher im Verborgenen, dafür aber mit großer und weitreichender Wirkung“, betont Bergdolt, „denn im Beistand für Menschen, die von Unglück betroffen sind, in der Begegnung mit Polizis-tinnen und Polizisten, die sich hinhalten für den Frieden in der Gesellschaft und den Schutz der Schwachen, in der Begleitung von belasteten Menschen am Telefon und in Chat und per Mail, in der Begleitung von Studierenden und Mitarbeitenden an Universitäten und Hochschulen, geschieht der Dienst der Kirchen für alle Menschen. Und ich trage gerne meinen Teil dazu bei.“

Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin, Leiter des Referats 3 für Verkündigung in Gemeinde und Gesellschaft schätz an Bergdolt seine langjährigen Tätigkeit als Krankenhausseelsorger, aus der er viel Erfahrung mit-bringe: „Als ehemaliger Vorsitzender des Vertrauensrates der Krankenhausseelsorge kennt Gregor Bergdolt auch die Organisationsstrukturen von Seelsorge und kann so konzeptionelles Denken mit der Kenntnis der realen Situation vor Ort verbinden.“
Die Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Seelsorge und Leiterin der Abteilung Seelsorge, Kirchenrätin Sabine Kast-Streib, sieht in der Vielfalt Bergdolts Aufgabenspektrums eine große Chance: „Als Polizeipfarrer und Notfallseelsorger kennt er selbst die Praxis derer, für die er verantwortlich ist. Mit Sachverstand und Herz setzt er sich dafür ein, dass Kirche an vielen Orten bei den Menschen und für die Menschen da ist.“

Weitere Informationen zur Nofallseelsorge:
Insgesamt arbeiten 160 kirchliche Haupt- und Ehrenamtliche badenweit in der Notfallseelsorge, 105 von ihnen sind aus der Evangelischen Landeskirche in Baden. Alle haben sie eine auf-wändige seelsorgliche zweijährige Ausbildung durchlaufen und stehen Bedürftigen akut und in der Nachsorge zur Verfügung.

Weiterführende Links:
Notfallseelsorge Baden-Württemberg
Einsatznachsorgeteam in Karlsruhe Stadt und Landkreis

Ruth Kasper - Kampagnenmanagement | Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit (ZfK / ZfS)

 
ZfS-Programm 2019

Kurse und Seminare für haupt- und ehrenamtlich in der Seelsorge Tätige.