Besuchsdienst

Herr, ich habe den Auftrag übenommen, in unserer Gemeinde Besuche zu machen. In deinem Namen möchte ich hingehen. Dich bitte ich um Kraft und Weisheit für diese Aufgabe. Ich danke dir für jedes Lächeln, jeden Händedruck, für jede Freude, die ich erleben darf.
Du kennst aber auch meine Angst, nicht zu wissen, was mich erwartet, die Angst, vor verschlossenen Türen zu stehen.
Gib mir Mut und die richtigen Worte. Hilf mir, zu reden und mich so zu verhalten, wie es deinem Geist enstpricht. Zeige mir, wo ich nötig bin. Hilf mir aber auch, es zu verkraften, wenn mein Dienst abgelehnt wird.
Schenke mir den langen Atem, immer wieder neue Wege zu gehen und Brücken zu bauen. Gib mir die Kraft zur Hoffnung, wenn ich auf Verzweiflung und Verbitterung stoße.
Schenke uns deinen Geist für die Zusammenarbeit in unserer Gruppe, damit wir einander verstehen, beraten und ermutigen können.
Nur mit deiner Hilfe, Herr, kann unser aller Tun Früchte bringen.
Amen
Herr,
gib uns offene Ohren und ein offenes Herz für die Menschen, zu denen wir gehen sollen, dass wir in jedem dein Bild erkennen:
- im Frohen und im Traurigen,
- im Armen und im Reichen,
- im Satten und im Hungrigen,
- im Starken und im Schwachen,
- im Gesunden und im Kranken,
- in dem, der oft zu Kirche geht,
- und in dem, der nie geht.
Lass uns nicht richten, Herr. Hilf uns, ihnen so zu begegnen, wie du uns entgegenkommst: als Mensch unter Menschen, verstehend, annehmend, vergebend, zur Hingabe bereit.
Das, was wir sehen und hören, macht uns manchmal ratlos und hilflos. Herr, erweise du dich als der Helfer und lass uns deine Helfershelfer sein.
Amen
Herr,
ich mache mich nun auf den Weg zu den Menschen, die ich heute besuchen will.
Jeder von ihnen lebt sein Leben so, wie du es ihm zugeteilt hast mit seinem Glück und seinem Leid, seinen Hoffnungen und Ängsten. Öffne mir die Ohren, damit ich gut zuhören und verstehen kann.
In Glück und Leid ist jeder von ihnen dein Ebenbild - vielmehr, als er es ahnt. Öffne mir die Augen meines Herzens, damit ich dich wiedererkennen kann in ihren Gesichtern und ihren Geschicken.
Hinter Türen abgeschirmt suchen sie Ruhe und Geborgenheit. Ich freue mich, wenn ich eintreten darf in den persönlichen Raum ihrer Wohnung. Darauf habe ich keinen Anspruch. Das ist nicht selbstverständlich. Trotzdem bin ich enttäuscht, wenn ich weggeschickt werde.
Herr, hilf mir auch, das Bedürfnis nach Zurückgezogenheit anzunehmen. Du bist den Menschen Weg und Tür zu Gott geworden. So möchte auch ich eine offene Tür sein. So möchte ich Weg sein, damit die Menschen, die mir begegnen gute Schritte tun können.
Sei du mir Weg,
sei du mir Tür,
sei du mir Ziel,
dann werde ich auf Menschen eingehen, Distanz überwinden und Nähe schenken und ein Zeichen deiner Liebe sein.
Geh du mit mir, Herr, wenn ich nun hingehe.
Amen