Bibelerlebnispfad Schiltach

In Schiltach öffnete am 18.10.2009 der ökumenische „Bibelerlebnispfad“ seine Tore.


Quelle: Kirchengemeinde Schiltach

Im Jahr 2008 entstand die Idee eines solchen Erlebnispfades, im Winter wurde geplant und dann wurde Stück für Stück der Erlebnispfad auf einem gut 3 km langen Rundweg aufgebaut.
35 Ehrenamtliche, der Kindergarten und die örtliche Senioreneinrichtung arbeiteten an der Verwirklichung dieses Projektes.

Wegweiser auf dem Pfad ist Johannes der Täufer, der in gut biblischer Tradition den Weg zu Jesus weist. Dies soll auch das Ziel dieses Weges sein: Menschen auf besonders erlebbare Weise auf Jesus hinzuweisen. Johannes führt die Besucher durch den Pfad. Auf Tafeln am Weg wird immer wieder eingeladen, sich mit Geschichten Jesu und Worten aus der Bibel auseinanderzusetzen. So kann man „über’s Wasser gehen“, einen biblischen Kräutergarten besuchen, das verlorene Schaf suchen – und finden, über Emotionen in der Bibel sprechen, einen Barfußpfad entlanglaufen… Gerade mit Kindern wird man auf diesem Weg Vieles entdecken.

Wo die Bibel zum Abenteuer wird - Der Schiltacher Bibelerlebnispfad lädt Groß und Klein zum Erobern ein
Eigentlich hatte ich gedacht, bei meiner Erkundung des Bibelerlebnispfads Mitte März 2010 würden mich eine laue Brise und frühlingshaftes Vogelgezwitscher begleiten. Aber ich habe die Rechnung ohne den diesjährigen Winter gemacht, der den Pfad über Nacht mit 40 Zentimetern Neuschnee zugedeckt hat. Den Weg hierher habe ich umsonst gemacht, denke ich noch, als mich in Schiltach die Frau des Pfarrers, Josefine Glimpel, fröhlich begrüßt. Aber sie fragt nur: „Haben Sie auch gute Stiefel an?“

Auf den Spuren Jesu wandern
Der Bibelerlebnispfad führt seit Oktober 2009 auf rund 3 Kilometern durch den Schiltacher Gemeindewald und beginnt vor der evangelischen Kirche. Seine 16 Stationen laden den Besucher ein, auf der Grundlage biblischer Geschichten verschiedene Rätsel zu lösen, ihre Geschicklichkeit zu testen, Tiere zu suchen, die sich im Unterholz versteckt haben oder würzige Kräuter zu erschnuppern … „Vor allem Kinder haben ihren Spaß“, sagt Josefine Glimpel. Ihre eigenen Kinder haben mitgeholfen, den Pfad zu errichten und erobern ihn begeistert immer wieder: „Es war uns wichtig, dass man auch beim zweiten oder dritten Besuch noch etwas Neues entdecken kann.“
Aber nicht nur kleine Abenteurer kommen auf ihre Kosten. Auch wer nur innehalten und die besinnlichen Texte auf sich wirken lassen möchte, oder wer einfach einen ruhigen Spaziergang in schöner Natur schätzt, ist hier auf dem „richtigen Weg“. Damit man von diesem nicht abkommt, weisen grün beschriftete Pfeile die Richtung; Pfad und Stationen werden einmal im Monat daraufhin geprüft, ob noch alle Geräte und Schilder sicher und an ihrem Platz sind.
Je nach Kondition und der Zeit, die man an den Stationen zubringt, kann man den Pfad in 1 bis 2 Stunden bewältigen. Die erste Hälfte führt bergauf, ein bisschen Kondition ist also schon erforderlich. Auf halber Strecke lädt ein Grillplatz, der auch per Auto erreichbar ist, zu einer Pause ein. Für Kinderwagen ist der Pfad weniger geeignet, da er stellenweise unbefestigt am Hang entlang führt – eben ein echter Erlebnispfad.

Gelebte Ökumene
Das ökumenische Projekt wird inzwischen von über 100 Gemeindemitgliedern und ehrenamtlichen Helfern getragen, gepflegt und durch immer neue Ideen inspiriert. So hat zum Beispiel der örtliche Kindergarten den „Barfußweg“ gestaltet: Die Wanderer gehen mit bloßen Füßen über Moos, Rinde oder Tannenzapfen und „sehen“ dabei einmal ganz anders als nur mit den Augen – wie der blinde Bartimäus. Die Memoryklötze und die Brote und Fische, die sich an der Station „Wunderbare Speisung“ im umliegenden Geäst versteckt haben, wurden von den Bewohnern des Schiltacher Altenheims gefertigt. Jugendliche schleppen in ihrer Freizeit klafterweise Bauholz auf den Berg, eine Grafikerin gestaltet auf ehrenamtlicher Basis professionelles Info-Material. Der Bibelerlebnispfad hat somit nicht nur die Ökumene vorangebracht, sondern darüber hinaus eine große gemeinde- und generationenübergreifende Gemeinschaft zusammengeführt. Manche der engagierten Helfer haben zur Kirche eigentlich gar keinen Bezug. Dass gerade sie nun durch den Erlebnispfad einen Zugang zu Gott gefunden haben, macht Josefine Glimpel besonders glücklich.

Am schönsten ist er sicherlich im Frühjahr, Sommer und Herbst, wenn auch Stationen wie etwa der Bibelkräutergarten aus ihrer Winterruhe erwacht sind. Die verschneite Schwarzwaldkulisse gibt dem Pfad allerdings eine so märchenhafte Atmosphäre, dass sich auch das anstrengende Stapfen durch den knietiefen Schnee mehr als auszahlt.

Judith Knöbel-Methner


Weitere Informationen über den Erlebnispfad erhalten Sie auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Schiltach:
www.ev-kirche-schiltach.de
Tourist-Info Telefon 07836 58-50

 
Fachtag Spiritualität und Tourismus

 Am 22.6.2017 im Kloster Hersberg, Immenstaad, und in der Bibelgalerie, Meersburg.
 
 
Ansprechpartnerin:
Sabine Kast-Streib - Kirchenrätin, Geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Seelsorge (ZfS) und Leiterin der Abteilung „Seelsorge“ im Evangelischen Oberkirchenrat.