Erklärung zu Direktpartnerschaften

Christliche Gemeinschaft gewinnt Gestalt, wo miteinander Gottesdienst gefeiert, von einander gelernt und einander geholfen wird. Die Grundlage unserer Partnerschaft ist diese Gemeinschaft, die uns durch Christus vorgegeben und geschenkt ist. Es ist wichtig, dass wir unser Verhalten und Wollen immer wieder daraufhin hinterfragen, ob es dieser Gemeinschaft gerecht wird. Wichtig ist es, offen und wahrhaftig zueinander zu sein, sich Zeit füreinander zu nehmen, Erfahrungen des Glaubens und des Lebens miteinander zu teilen und so einander wirklich zu begegnen. Hinderlich kann in der Begegnung sein, wenn gedrängte Besuchsprogramme zu wenig Freiraum lassen. Hinderlich kann auch sein, wenn materielle Interessen und Projekte zu schnell und zu sehr im Vordergrund stehen. Christliche Gemeinschaft führt uns in das Einstehen füreinander vor Gott in Bitte und Fürbitte und in ein solidarisches Handeln in der Welt.

Formulierungen einer Arbeitsgruppe, die zur Diskussion herausfordern wollen: 

  • Beziehungen sind wichtiger als Projekte.

  • Begegnungen sind wichtiger als Programm.

  • Hören ist wichtiger als Reden.

  • Gemeinschaft braucht Zeit.

  • Das Ich wird zum Du.

  • Wir brauchen den Anderen, um selber ganz zu werden.

  • Was ist der Reichtum unserer Gaben und Begabungen, die wir miteinander teilen können?

  • Das Projekt gehört zur Beziehung in der Partnerschaft, wie der Kuss zur Liebe 

"Während die Leute in Europa Menschen in Übersee gerne als 'Partner' bezeichnen, geschieht das aber nicht umgekehrt, nämlich dass die 'Elenden' ihre Spendengeber als Partner bezeichnen. Warum ist das so? - Wir verspüren hier ein gewisses Zögern, da man nicht von Partnerschaft sprechen kann, die auf echter Gleichheit beruht. - Die Beziehung ist zu sehr abhängig vom Geld, bzw. davon, dass die einen geben und die anderen empfangen. Da ist kein Raum für Gegenseitigkeit." 
(Aussage zu "Partnerschaften" von Pfarrer Dr. Jonas Dah, Kamerun, ökumenischer Mitarbeiter in der Evangelischen Landeskirche in Baden von 1991 bis 1997)