Fragen zu den Flächen und Auslastungen/ Belegungen

Wie wird der Höchstwert der Gemeindehausfläche berechnet?

Die Gemeindehausfläche richtet sich nach der Gemeindegliederzahl zum Stichtag 31.12.2014. Berechnungsformel zur Flächenermittlung lautet:

 

Quelle: EOK, Referat 8

Definition:

f(x) = gesuchte NRF-Fläche nach Richtlinie

f0 = niedrigere Fläche aus der Richtwerttabelle

f1 = höhere Fläche aus der Richtwerttabelle

x0 = niedrigere Gemeindegliederzahl aus der Richtwerttabelle

x1 = höhere Gemeindegliederzahl aus der Richtwerttabelle

x = tatsächliche Gemeindegliederzahl

Berechnungsbeispiel

für eine Kirchengemeinde mit 2.643 Gemeindegliedern

  

Quelle: EOK, Referat 8

 

Gemeindehausflächenrechner:

http://www.ekiba.de/html/content/haeufig_gestellte_fragen562.html

Gibt es bei Überschreitung des Höchstwertes der Gemeindehausfläche eine Toleranz?

Nein.

Was bedeuten die Abkürzungen BGF, BRI, NRF, NUF ?

BGF =   Brutto Grundfläche; Gesamtfläche d.h. komplett mit allen Wänden des Bauwerks

BRI  =   Brutto Rauminhalt; Volumenberechnung der gesamten Hauskubatur d.h. BGF x Höhe

NRF = Netto Raumfläche; Summe der nutzbaren Raumfläche ohne Wände

NUF = Nutzungsfläche; Größe einer definierten Nutzung z.B. Gemeindesaal

Diese Begriffe entsprechen der aktuellen DIN 277-2016.

Der Sakralraum im Gemeindezentrum hat keine feste Bestuhlung und kann theoretisch auch für die Gemeindearbeit genutzt werden … wie werden die Flächen berechnet ?

Wenn der Sakralraum multifunktional nutzbar ist, z.B. keine feste Bestuhlung oder Bänke hat, kann er auch für Gemeindearbeit genutzt werden.

Gesetzesgrundlage: Kirchliches Gesetz zur Erprobung der Ressourcensteuerung im Kirchenbezirk und zur Änderung des Kirchenbaugesetzes vom 24. April 2015

„24.3.3.2 Flächen von Kirchen und Sakralräumen im Bestand, Mehrfachnutzungen von Kirchen und Sakralräumen sollen für die Gemeindearbeit realisiert werden, soweit diese qualitätsvoll gestaltet und nutzungskonform umgesetzt werden können. Bei Sakralräumen im Bestand und Mehrfachnutzungen werden 50 % der Fläche auf die Flächensollwerte für die Gemeindearbeit nach Nr. 24.3.2.1 angerechnet.“

Warum werden Dachgeschoss oder nicht genutzte Kellerräume in den Flächenberechnungen der Gemeindehäuser miteingerechnet?

Die Flächen werden nach DIN 277:2016 einheitlich in allen Gebäuden erhoben.

Die BGF (Brutto-Grundfläche) ist die Summe der Bruttogrundflächen aller Grundrissebenen eines Bauwerkes. Hierzu gehören auch Dach- und Kellergeschosse. Nichtausgebaute Dachgeschosse oder Kellerräume, gehören mit Ihrer vollen Brutto-Grundfläche zur BGF, sofern sie nutzbar sind. Das ist dann gegeben, wenn  eine lichte Höhe, also eine Raumhöhe zwischen Fußboden und der Unterkante der Decke vorhanden ist und der Boden begehbar.

Im Liegenschaftsprojekt wird die BGF (Brutto-Grundfläche) zur Ermittlung des Wiederherstellungswertes des Gebäudes verwendet. Bei Kirchen wird durch die ungewöhnlichen Raumhöhen eine andere Berechnungsform gewählt.  Hier werden die Wiederherstellungskosten über die Kubatur, d.h. über BRI (Brutto-Rauminhalt) ermittelt.

Dachflächen: Erläuterung

BGF Ermittlung von Dachflächen

Flächen von Dachgeschossen und Spitzböden gehören nach DIN 277 zur/ zum BGF / BRI.

Ausnahme: Flächen, die keinen Zugang haben, nicht begehbar sind oder aus anderen Gründen nicht nutzbar sind.

Quelle: prokiba

Abweichungen zur DIN 277 im Liegenschaftsprojekt:

Bei einem nicht ausgebautem Dachstuhl, der zusätzlich noch eine Kehlbalkendecke bzw. einen Dachspitz hat, wird diese zweite Ebene nicht mit in die BGF miteingerechnet.

  • BGF-Ermittlung bei Kirchen:
/Nicht ausgebaute Dachböden | Zwischenböden im Turm wer- den nicht berücksichtigt.
 

Es wurden Räume, die nicht nutzbar sind (z.B. wegen Feuchtigkeit oder Schimmel), zur NF Saal / Gemeindehausfläche hinzugerechnet.

Diese Räume werden zur Gemeindehausfläche NRF (Netto-Raumfläche) hinzugerechnet, auch wenn sie nicht nutzbar sind. Grund dafür ist, dass die Flächen vorhanden sind und bewirtschaftet werden müssen. Das heißt, dass auch FAG-Mittel für solche Räume gewährt werden, sofern die Fläche im Gebäudemasterplan zugewiesen sind.

Wie werden die Flächen im Liegenschaftsprojekt ermittelt? Die Erfasser haben nicht alle Räume aufgemessen, ist das in Ordnung so?

Aufgrund der Vergleichbarkeit unter den einzelnen Gebäuden werden die Flächen im Liegenschaftsprojekt einheitlich wie folgt erhoben: Flächen von Gemeindesälen (NUF Saal = Nutzungsfläche Saal) werden vor Ort direkt durch ein direktes Aufmaß ermittelt. Vorhandene Bestandspläne werden vor Ort über Referenzmaße geprüft und in ein CAD-System eingepflegt, die Flächen ermittelt und mit dem Faktor 0,85 die NRF Netto- Raumfläche ermittelt, also aus den Plänen errechnet. Die allgemeinen Nebenflächen (Flure, Toiletten usw.) werden prozentual auf die jeweiligen Nutzungseinheiten verteilt.

Im Kellergeschoss sind Räume als "Sakralraum" markiert. Das ist der Heizraum und der Raum für den Öltank. Das klingt wirklich makaber, diese als Sakralraum zu bezeichnen!

Der Heizraum und der Raum für den Öltank ist eine Technikfläche, die der Nutzungsfläche „Sakralraum“ zugeordnet ist. Die Flächenberechnung im Liegenschaftsprojekt richtet sich nach der aktuellen DIN 277:2016-01. Die als Sakralraum bezeichnete Fläche ist die komplette Nettoraumfläche NRF. Die Nettoraumfläche (NRF) wird weiter unterteilt, in Nutzungsfläche (NUF), Technikfläche (TF) und Verkehrsfläche (VF).

Wie werden geplante Baumaßnahmen berücksichtigt?

Geplante Maßnahmen, die bereits eine Baugenehmigung besitzen, werden auf Grundlage der Genehmigungsplanung erhoben.

Wie wird die Auslastung / Belegung berechnet?

Die Belegung wird wie folgt festgehalten: Mit einer Nutzung pro Tag pro Raum ist eine 100%-prozentige Auslastung / Belegung gegeben. Finden in einem Raum, 7 Veranstaltungen in der Woche statt, ist er zu 100 % ausgelastet.

Zwei nebeneinanderliegende Räume sind aus Schallschutzgründen nicht parallel nutzbar, wird dies bei der Auswertung berücksichtigt? 

Nein, die Belegungsauswertung wird für jeden Raum ermittelt, auch wenn diese nicht gleichzeitig nutzbar sind.

Ist die Förderung später an die Auslastung der Gemeindehäuser gebunden?

Nach welchen Kriterien finanzielle Zuwendungen der Landeskirche nach FAG-Novellierung  erfolgen, steht noch nicht abschließend fest. Die Auslastung der Gemeindehäuser ist dabei aber nicht in Diskussion. Vielmehr muss eine Gemeinde sich überlegen, inwiefern sie ein Gebäude unterhält, das Finanzmittel bindet, aber ggf. wenig genutzt wird.

Wie wirkt sich der Nutzungsgrad auf die Flächenzuweisung bzw. auf die Finanzzuweisung aus?

Der Nutzungsgrad hat auf die Flächenzuweisung keinen Einfluss. Der Höchstwert der Gemeindehausfläche richtet sich nach der Gemeindegliederzahl zum Stichtag 31.12.2014. (siehe auch unter: Wie werden die Gemeindehausflächen berechnet ? )

Die Erhebung der Gemeindehausbelegung ist eine Momentaufnahme, die einen Überblick über die Auslastung der Gemeindehäuser und die Inhalte der Gemeindearbeit in den Kirchengemeinden geben soll. Sie soll durch den Blick von außen ein möglichst neutrales Bild der Situation vermitteln.

Nach welchen Kriterien Finanzzuweisungen nach der FAG-Novellierung erfolgen werden, steht noch nicht abschließend fest. Die Auslastung der Gemeindehäuser ist dabei aber nicht in Diskussion. Vielmehr muss eine Gemeinde sich überlegen, inwiefern sie ein Gebäude unterhält, das Finanzmittel bindet, aber ggf. wenig genutzt wird.

Was ist, wenn die Gemeinde kleiner wird?

Die Berechnung der Gemeindehausfläche erfolgt gemäß den Gemeindegliederzahlen zum Stichtag 31.12.2014. Daher hat eine Änderung der Größe der Gemeinde keine Auswirkungen auf die Berechnung. Der Masterplan ist nach der Beschlussfassung 10 Jahre gültig. Ziel des Liegenschaftsprojektes ist es, eine Gebäudestrategie zu entwickeln, die den Gemeinden mittel- bis langfristig eine stabile Finanzplanung ermöglicht.

Werden Gemeindegliederzahlen addiert, wenn sie nur ein Gemeindehaus haben?

Die Gemeindegliederzahlen werden auf Kirchengemeinde- bzw. Pfarrgemeindeebene erfasst. Wenn zwei Kirchengemeinden ein gemeinsames Gemeindehaus haben, können (in Absprache mit dem Kirchenbezirk) die Gemeindegliederzahlen und damit die  Gemeindehausflächen zusammengelegt werden.

Spielt die Grundstücksgröße eine Rolle? (Erhaltungs-/ Pflegekosten?)

Da die Unterhaltung der kirchlichen Gebäude im Gemeindehaushalt einen wesentlich größeren Anteil hat als die Unterhaltung der Grundstücke, stehen sie im Liegenschaftsprojekt nicht im Fokus. Im Rahmen des Ebeka-Projekts wurden alle Grundstücke bereits erfasst. Es kann geprüft werden, ob freie Grundstücke im Eigentum der Kirchengemeinde sind, die z.B. über Erbpacht noch Möglichkeiten weiterer Finanzierungsquellen eröffnen.

Wann greifen die Flächenzuweisungen? à Bau/Sanierung –-> FAG

Es steht noch nicht fest, wann das neue FAG, das die Gebäude im Blick hat, in Kraft tritt. Hier müssen zunächst die Ergebnisse des Liegenschaftsprojektes mit ausgewertet werden.

 
Aktuell

Sonderseiten zum Liegenschaftsprojekt in ekiba intern 10/2016

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