Lehrvikariat

Andere Landeskirchen sprechen von "Vikariat" oder "Lernvikariat". Das Lehrvikariat dauert in Baden 24 Monate. Jährlich beginnen zwei Ausbildungsgruppen ihr Lehrvikariat.   

Beginn der ersten Ausbildungsgruppe (ABG Jahr a) eines Kalenderjahrs ist der 1. März, Beginn der zweiten Ausbildungsgruppe (ABG Jahr b) eines Kalenderjahrs ist der 1. September.

Die Anmeldungstermine für das Lehrvikariat sind:   Bei Beginn am 1. März eines Jahres der 1. März der Vorjahres, bei Beginn am 1. September eines Jahres der 1. August des Vorjahres. Die Ausbildung geschieht sowohl in einer Ausbildungsgemeinde (mit einem Lehrpfarrer oder einer Lehrpfarrerin als für die Ausbildung vor Ort Verantwortlichen) als auch im Predigerseminar "Petersstift". Es liegt an prominentem Ort: direkt an der Alten Brücke in Heidelberg mit dem Blick auf das Heidelberger Schloss.

Im Petersstift wohnen die Lehrvikarinnen und Lehrvikare während jeweils einmonatiger Kurse; die übrige Zeit der Ausbildung verbringen sie in ihren Ausbildungsgemeinden. Ein Stab von 10 Dozentinnen und Dozenten unter der Leitung von Seminardirektor/in Dr. Hiller unterrichtet in den Fächern: Religionspädagogik, Homiletik, Poimenik, Liturgik, Pastorallehre, Kirchenrecht. Eine badische Besonderheit ist dabei, dass Professorinnen und Professoren der Theologischen Fakultät Heidelberg vier dieser Fächer lehren, jeweils mit aus der Praxis kommenden badischen Pfarrerinnen oder Pfarrern als Teammitgliedern. Hier bereiten sie sich auch auf das Examen vor, das am Ende der 24 Monate dauernden Ausbildung abgelegt wird

15 Plätze für Lehrvikarinnen und Lehrvikare stehen pro Ausbildungsgruppe zur Verfügung. Wenn nicht alle Plätze von Badenern belegt werden, werden gerne auch Gastvikarinnen und Gastvikare aus anderen Landeskirchen aufgenommen, wenn sie von ihren jeweiligen Landeskirchen zum Vikariat zugelassen worden sind.

Während der Ausbildung sollen die Lehrvikarinnen und Lehrvikare lernen, eine eigene kritisch begründete Konzeption ihrer späteren Berufstätigkeit zu erarbeiten und ein dieser Konzeption entsprechendes Handeln einzuüben. Die Ausbildung soll also die künftigen Pfarrerinnen und Pfarrer befähigen, ihre eigene Tätigkeit jeweils theologisch qualifiziert zu beurteilen und diesem Urteil entsprechend zu korrigieren. Die Ausrichtung auf dieses Ziel trägt dem Umstand Rechnung, dass die späteren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wiederholt gezwungen sein werden, neue Tätigkeitsfelder und Arbeitsbereiche für sich in der Kirche zu organisieren. Darum müssen die Ausbildungsinhalte exemplarischen Charakter für kirchliche Arbeit überhaupt haben. Ausbildungsperfektionismus im Sinne von Vermittlung aller im Augenblick wünschenswerten Kenntnisse würde verhindern, dass die Lehrvikarin und der Lehrvikar während der Ausbildung lernen, sich Grundkategorien für die kirchliche Arbeit in jeder Situation zu erarbeiten; auch lassen sich aus Zeitgründen während der zweiten Ausbildungsphase nicht alle für den Beruf der Pfarrerin bzw. des Pfarrers wünschenswerten Kenntnisse vermitteln und Fähigkeiten erwerben... 

Über Inhalte und die Struktur der Ausbildung informiert der Ausbildungsplan.

Dem insgesamt 24 monatigem Lehrvikariat folgt die Zeit als  Pfarrer/in im Probedienst.