Neuzeit

Barock und Aufklärung (1649-1821)

1649
Karl Ludwig wird Kurfürst der Pfalz (gest. 1680).

1661
Bau der lutherischen Providenzkirche in Heidelberg.

1677
Unionsbestrebungen unter Kurfürst Karl Ludwig; erste Konkordienkirche in Mannheim (Grundsteinlegung).

1688
Beginn des Pfälzischen Erbfolgekriegs.

1689
Franzosen zerstören Heidelberg.

1697
Frieden von Rijswijk. Der katholische Kurfürst Johann Wilhelm beginnt die Rekatholisierung der Pfalz.

1699
Aufnahmeprivilegien für hugenottische, waldensische und wallonische Glaubensflüchtlinge (Welschneureut, Friedrichstal, Auerbach, Pforzheim).

1705
Religionsdeklaration für die Kurpfalz; Teilung der Kirchengüter zwischen Reformierten und Katholiken.

1715
Markgraf Karl Wilhelm von Baden gründet Karlsruhe und verlegt 1718 seine Residenz von Durlach in die neue Stadt. Religionsprivilegien.

1720
Kurfürst Karl Philipp verlegt die Residenz von Heidelberg nach Mannheim.

1770
Einführung der Konfirmation.

1771
Das katholische Baden-Baden fällt beim kinderlosen Tod von August Georg an den evangelischen Markgrafen Karl Friedrich von Baden-Durlach; ab jetzt Markgrafschaft Baden.

1797
Kirchenratsinstruktion für Baden (Friedrich Brauer).

1799
Religionsdeklaration Kurfürst Maximilian Josefs in der Kurpfalz (Gleichberechtigung der Konfessionen).

1803
Reichsdeputationshauptschluss. Die Markgrafschaft Baden wird Kurfürstentum. Der rechtsrheinische Teil der Kurpfalz (Mannheim, Heidelberg, Sinsheim, Bretten, Mosbach usw.) wird größtenteils dem Kurfürstentum Baden zugeschlagen. Der linksrheinische Teil (Ludwigshafen, Landau, Neustadt, Kaiserslautern, Zweibrücken) wird französisch (durch den Wiener Kongress 1815 größtenteils bayerisch). Baden bekommt außerdem die rechtsrheinischen Besitzungen der Bistümer Konstanz, Basel, Straßburg und Speyer.

1803
Neuorganisation der Universität Heidelberg . Jung-Stilling kommt nach Baden.

1806
Baden wird Großherzogtum. Weitere Gebiete fallen an Baden. Gebietskorrekturen mit Württemberg. Baden erreicht 1810 den Umfang, der bis 1945 Bestand hat. Konstitutionsedikte.

1807
Bildung des gemeinsamen (luth. u. ref.) Evangelischen Oberkirchenrats als Sektion des badischen Innenministeriums (Verwaltungsunion). „Weltlicher“ Leiter ist der „Direktor“.

1807
Verlegung der katholisch-theologischen Fakultät von Heidelberg nach Freiburg.

1808
Juden werden badische Staatsbürger.

1810
Einführung des Code Civil.

1818
Baden bekommt eine liberale Verfassung.

1819
Erster Prälat („geistlicher“ Leiter) in der evangelischen Kirche: Johann Peter Hebel.

1821
Gründung des neuen Erzbistums Freiburg im Breisgau. Die Grenzen der Diözese fallen mit denen des Großherzogtums zusammen.

 

Neuzeit

Vereinigte Evangelisch-protestantische Kirche im Großherzogtum Baden (1821-1918)

1821
Unionssynode von Lutheranern und Reformierten im Großherzogtum Baden. Errichtung der „Vereinigten Evangelisch-protestantischen Kirche im Großherzogthum Baden“.

1823
Übertritt Aloys Henhöfers in die evangelische Kirche; Beginn der badischen Erweckungsbewegung.

1830–34
Katechismusstreit

1834
Erste Generalsynode der Unionskirche nach der Unionssynode.

1836
Unions-Agende, Unions-Katechismus und Unions-Gesangbuch, „Hüffell“-Bibel.

1838
Errichtung eines Predigerseminars in Heidelberg.

1839
Gründung des Vereins für äußere Mission (zur Unterstützung der Basler Mission).

1843
Gründung des badischen Landesvereins der Gustav-Adolf-Stiftung.

1848/49
Baden war zum führenden Land des Liberalismus geworden. Revolution, der Großherzog flieht. Die Revolution wird von preußischen Truppen niedergeschlagen.

1849
Gründung von zwei badischen Vereinen für innere Mission (AB-Verein und Landesverein).

1850
Durlacher Konferenz. – Beginn der lutherischen Separationsbewegung. Errichtung einer freien Evang.-Luth. Kirche in Baden. Ära der Positiven und Liberalen in der Landeskirche.

1853
Beginn der Positiven Ära unter Prälat Ullmann.

1858–60
Agendenstreit

1860
Ende der Positiven Ära. Beginn der liberalen Neuen Ära. Der Oberkirchenrat als selbständige Behörde.

1861
Erste badische Kirchenverfassung. Einführung von Kirchenwahlen. Sieg des kirchlichen Liberalismus.

1863
Gründung des Deutschen Protestantenvereins unter maßgeblicher badischer Beteiligung.

1864–67
Schenkelstreit

1865
Gründung des Wiss. Predigervereins.

1871
Baden schließt sich dem Deutschen Reich an. Badischer Kulturkampf. Ende der Konfessionsschule und des geistlichen Schulaufsichtst.

1877
Gründung der Evangelischen Konferenz (positiv; ab 1920: Kirchlich-Positive Vereinigung).

1887
Erste Evang. Arbeitervereine in Freiburg und Zell.

1888
Einführung der Ortskirchensteuer. Gründung des Landesvereins des „Evangelischen Bundes zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen“.

1892
Einführung der Landeskirchensteuer. Gründung des Evangelischen Pfarrvereins. Apostolikumsstreit.

1893
Gründung der Kirchlich-liberalen Vereinigung.

1896/97
Gründung der Landeskirchlichen Vereinigung als Sammlung der „Versöhnlichen“ („Mittelpartei“).

1914–18
Ära Helbing. Erster Weltkrieg. Kriegspredigten.

1918
Der Großherzog von Baden dankt ab. Ende des landesherrlichen Summepiskopats.