Reformationstag

Hammer, Nagel und 95 Thesen
Quelle: «© A.Savin, Wikimedia Commons»; Bearbeitet
 
Das Reformationsfest feiern evangelischen Christinnen und Christen am 31. Oktober. Sie gedenken darin der Ereignisse, die zur Gründung der evangelischen Kirche geführt haben, obwohl sie eigentlich auf eine Reform der ganzen Kirche zielten.
 
"Am  Vorabend des Allerheiligenfestes im Jahre des Herren 1517 sind von Doktor Martin Luther Thesen über den Ablass an die Türen der  Wittenberger Kirchen angeschlagen worden" - so berichten es knapp 30 Jahre danach der Sekretär Luthers, Georg Rörer, und weitere zwei Jahre später, 1546, kein geringerer als Philipp Melanchthon. (Näheres bei Luther2017.de)
In Luthers Thesen ging es unter anderem um den Ablasshandel der Kirche. Die Kirche versprach, dass durch einen gekauften Ablassbrief die Sünden des Käufers vergeben werden. Man konnte einen solchen Ablass auch für einen Verstorbenen erwerben, so dass dieser selbst lange nach seinem Tod mit Vergebung seiner Sünden rechnen konnte. Das versprach jedenfalls die Kirche...
Viele verstanden nur wenig von dem, was in der Kirche gesprochen wurde, denn die Gottesdienste wurden Lateinisch gehalten, was nur die Gelehrten verstanden. Selbst wer lesen konnte, konnte die Bibel nicht lesen, denn von ein paar Ausnahmen abgesehen gab es flächendeckend fast nur lateinische Übersetzungen. So waren die meisten Menschen den Ablasspredigten der Priester und Mönche ausgeliefert, die auf den Straßen und Plätzen die Angst vor dem Fegefeuer und den Höllenstrafen schürten und damit den Ablasshandel förderten.
Martin Luther hatte viele Jahre seines Lebens damit zugebracht, Gott gnädig zu stimmen - durch ein Leben als Mönch und durch gute Werke. Irgendwann hatte er erkannt, dass menschliches Verhalten, und sei es noch so edel und gut, Gott nicht gnädig stimmen würde. Nicht etwa, weil Gott nicht gnädig sein möchte, sondern weil er es schon lange ist. Gott schaut die Menschen liebevoll an. Der Tod Jesu am Kreuz, an dem der Gottessohn für die Schuld der ganzen Welt starb, hat es den Menschen abgenommen, ihr Seelenheil verdienen zu müssen. Darauf können Menschen sich verlassen und sich in allem, was sie bewegt - vertrauensvoll oder auch zweifelnd - an Gott wenden.
Mit dieser Überzeugung wandte sich Luther gegen den Ablasshandel der Kirche, der in seiner Zeit eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen war, aber oftmals aus den Mitteln sehr armer Menschen gespeist wurde.

Diskussionsgrundlage, nicht "Spaltwerkzeug"
Der Thesenanschlag war als Diskussionsgrundlage gedacht, um über die Missstände in der Kirche ins Gespräch zu kommen und sie zu beheben, nicht um die Kirche zu spalten. Zu konstruktiven Gesprächen kam es aber nicht. Stattdessen wurde Luther mit dem Bann belegt und einige Jahre später, 1521, zum Reichstag nach Worms geladen. Dort wurde er zu seinen Schriften befragt und von Kaiser Karl V. zum Widerruf aufgefordert. Doch Luther konnte seine innersten Überzeugungen und seinen Glauben an einen gnädigen Gott nicht verleugnen - und daher auch nicht widerrufen. Der Reichstag beschloss daraufhin, Luther mit der Reichsacht zu belegen.
 
Unter den Landesfürsten befanden sich aber Befürworter von Luthers "evangelischer" Lehre. Einer von ihnen, Friedrich der Weise, Kurfürst von Sachsen, ließ Luther heimlich auf die Wartburg "entführen". Dort versteckt, übersetzte Luther das Neue Testament in die deutsche Sprache, um den Menschen zu ermöglichen, selber in der Bibel zu lesen, sie zu verstehen und im Vertrauen auf die Gnade Gottes zu leben.

 

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Reformationstag?

Wenn Sie weitergehende Infos zum Reformationstag und zu Martin Luther erhalten möchten, dann lohnt sich die Seite: www.reformationstag.de der EKD.

Vorschläge zur Gottesdienstgestaltung im Kirchenjahr

Predigtanregungen, Gebete, Buchvorschläge etc. finden Sie auf der Internetseite www.daskirchenjahr.de

Das Kirchenjahr und die alten Kirchenbücher

Hilfe und Erklärungen für die Suche in alten Kirchenbüchern und der dortigen Zählung der Kirchenjahresdaten bietet die Seite: http://wiki-de.genealogy.net/Kirchenjahr