Seelsorge - Was ist das?

Seelsorge ist Glaubens- und Lebenshilfe, also die Umsetzung des Evangeliums in den konkreten Alltagsfragen des Hilfesuchenden

Sie umfasst den ganzen Menschen in all seinen Lebensbezügen: in seiner Persönlichkeit, in seinem geistlichen Wachstum, in seinen sozialen Bezügen (z.B. Ehe und Familie), in seiner Gemeinde, in seinem Beruf, seinem gesellschaftlichen Engagement.

Seelsorge ist etwas zutiefst Menschliches und Unverzichtbares:
Es ist gut, jemanden zu haben, dem man sein Herz ausschütten kann, dem man sich zumuten darf. Egal, ob in einem zufälligen Gespräch zwischen Tür und Angel, oder in einem lang vorher geplantem Treffen, wo das ganze Leben vor Gott ausgepackt wird, wo Beichte geschieht, oder  auch in einer langen, kontinuierlichen Begleitung.

Der Mensch braucht ein Du, ein Gegenüber
Indem Menschen miteinander sprechen und füreinander aufmerksam werden - helfen, stärken, herausfordern, raten, ermutigen -, erfahren sie etwas von der Menschenfreundlichkeit Gottes.

Seelsorge ist:

  • In Gesprächen zuhören
  • den/die andere Ernst nehmen
  • Verstehen - wollen
  • Begleitung in persönlichen Krisen  (Anteilnahme, Mitleiden, Trösten, Rat geben, Ermutigung oder auch Ermahnung)
  • Gebetsbegleitung, ein fürsprechendes Gebet
  • praktische Hilfeleistung
  • Lebensberatung
  • die Beichte abnehmen
  • Aufarbeitung von Erlebnissen und Erfahrungen, manchmal fast Traumata
  • Hilfe in Lebens- und Glaubenskrisen

Wer kann Seelsorge ausüben?
Man braucht, um Seelsorge auszuüben, keine speziellen Fachkenntnisse und kein offizielles Amt. Seelsorgerinnen u. Seelsorger, das können sogenannte Laien sein, das können Pfarrer/Pfarrerinnen und Theologen/Theologinnen sein, das können Therapeuten/Therapeutinnen sein, oder Menschen mit speziellen Ausbildungen.

Seelsorge geschieht streng vertraulich
Wer Seelsorge ausübt, steht in unserem Land auch unter einem besonderen Schutz; nicht nur Pfarrer/Pfarrerinnen und Therapeuten/Therapeutinnen, sondern alle, die im Auftrag der Gemeinde Seelsorge üben. Sie haben ein Aussageverweigerungsrecht, d.h. sie können sich z.B. vor Gericht darauf berufen, dass sie etwas aufgrund der seelsorgerlichen Situation erfahren haben und müssen deshalb darüber nicht aussagen. Die Situation der Gemeinde ist sogar noch strenger. Hier besteht nicht nur ein Aussageverweigerungsrecht, sondern sogar eine Schweigepflicht. Wer seelsorgerlich etwas erfährt, muss darüber schweigen. Das gilt selbst im Fall einer möglichen Straftat. Das seelsorgerliche Vertrauen muss erhalten bleiben. Nur der Betroffene kann von dieser Schweigepflicht befreien.

 
Jederzeit ein offenes Ohr...

..finden Sie bei der Telefonseelsorge: 0800-1110111 oder 0800-1110222 und bei der Internetseelsorge.

Vertrauenstelefon "Missbrauchsfälle"

Für Betroffene und Ratsuchende bei sexuellem Missbrauch gibt es ein Vertrauenstelefon: 0800 5891629 Informationen

Trauer & Abschied

Ob Sie einen Angehörigen verloren haben, oder sich selbst auf das Sterben und den Tod vorbereiten wollen - wir wollen Sie dabei begleiten und Ihnen helfen, Antworten auf Ihre Fragen zu finden.

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