Trauerbegleitung

In einigen Gemeinden gibt es Gemeindeglieder, die Trauernde besuchen. Oft sind es Menschen, die vor längerer Zeit selbst einen Todesfall erlebt haben. Sie kommen sechs Wochen bis ein Vierteljahr nach der Beerdigung, zu einer Zeit also, in der für die Umgebung schon wieder die Normalität eingekehrt ist. Für die Hinterbliebenen ist der Todesfall zu diesem Zeitpunkt aber noch sehr gegenwärtig.
 
Das ist ein Angebot der Gemeinde. Die Trauenden dürfen ungeniert sagen, ob sie eine engere Begleitung durch ihre Kirchengemeinde wünschen oder nicht.

In einigen Gemeinden gibt es Trauergruppen mit unterschiedlichem Charakter und unterschiedlicher Zielsetzung. Manchmal liegt der Akzent mehr auf der Gemeinschaft, die man sich gegenseitig schenken kann. Die Trauernden werden zu Kaffee und Kuchen eingeladen und dürfen, wenn sie wollen, einander vom dem erzählen, was war und wie es nun geht. Häufig entstehen auf diesem Wege Kontakte unter Trauernden, die sonst allein wären. Man besucht sich gelegentlich gegenseitig und begleitet einander durch die Zeit der Trauer.
 
In anderen Gruppen geht es mehr um ein Bearbeiten von Trauererfahrungen in angeleiteten Gesprächen. In der Regel werden solche Gruppen von Personen geleitet, die spezielle Kenntnisse mitbringen.

Wer an einer solchen Gesprächsgruppe Interesse hat, sollte nachfragen. Wenn es in der eigenen Gemeinde keine Möglichkeit gibt, wird vielleicht in erreichbarer Entfernung eine passende Gruppe angeboten. Wiederum waren es oft Trauernde, die einige Zeit nach dem Todesfall die Initiative dazu ergriffen haben. Wenn eine Trauergruppe erst noch ins Leben gerufen werden soll, gibt es dafür Hilfe. Vielleicht gibt es in der Umgebung eine Hospizgruppe oder eine erfahrene Person, die Unterstützung geben kann.

Für den Umgang mit der eigenen Trauer, aber auch mit dem Sterben, sind Hospizgruppen eine gute Hilfe. Hier wird eine andere Haltung zum Sterben und zum Tod gelebt. Die Sterbenden werden nicht allein gelassen. Sie erhalten hier medizinische Hilfe. Noch wichtiger aber ist die persönliche Begleitung der Sterbenden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So bleibt auch in dieser letzten Phase des Lebens die Würde der Menschen erhalten.
 
In vielen Gemeinden wird am Totensonntag oder am Altjahresabend der Verstorbenen des Jahres gedacht und für die Trauernden gebetet.
 
 
Ratgeber

"Nicht(s) vergessen - Gut vorbereitet für die letzte Reise" - ein seelsorgerlicher Ratgeber der Landeskirche zur Vorbereitung auf den letzten Lebensabschnitt, auf Bestattung und Trauerfeier.
 
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