Zeiten und Orte

Immer und ├╝berall kann gebetet werden, auch am abscheulichsten Ort.

Dennoch gab es schon immer besondere Zeiten, zu denen - und besondere Orte, an denen Menschen gebetet haben.
Als herausgehobene Gebetszeiten gelten die Wendepunkte im Tageslauf: Morgen und Abend, dazu der Mittag und der Beginn der Nacht. Je nach Landschaft und Sitte werden diese Zeiten durch Glockengeläut gekennzeichnet.


"... sich Gott zu überlassen..."

In der Frühe, ehe Arbeit und Geschäfte die Aufmerksamkeit an sich binden, suchen Betende die Nähe Gottes. Am Mittag, auf der Höhe des Tages, wird ein Innehalten den Betenden helfen, bei ihrer Mitte zu bleiben, so dass sie Arbeit und Sorge nicht gänzlich in Beschlag nehmen. Am Abend sind sie eingeladen, ihre Arbeit aus der Hand zu legen und sich dem anzuvertrauen, der alles menschliche Werk vollendet. So kann der Abend etwas vom Sabbat gewinnen, zum Feierabend werden. Legt der Mensch sich zur Ruhe, vertraut er sich und die Welt dem Schutz und der Bewahrung Gottes an. Die Bereitschaft zum Schlaf kann die Bereitschaft versinnbildlichen, sich Gott zu überlassen in den Stunden der Nacht und einmal für immer.


"Für Christinnen und Christen wird - ausgesprochen oder unausgesprochen - Gebet immer Gebet im Namen Jesu sein."

Aus besonderen Anlässen, wie der Bedrohung des Friedens, bei Katastrophen, zur Einschulung der Erstklässler oder auch am Volkstrauertag wird gelegentlich ein öffentliches Gebet erwartet. Es kommt vor, dass staatliche Institutionen Geistliche christlicher und anderer Bekenntnisse zu öffentlichem Beten einladen. Inwiefern ein gemeinsames Gebet sinnvoll und möglich ist, wird von der jeweiligen Situation abhängen. Manchmal wird es zwar ein Einswerden in den Gebetsanliegen, nicht aber im Gebet selbst geben können. Für Christinnen und Christen wird - ausgesprochen oder unausgesprochen - Gebet immer Gebet im Namen Jesu sein.


"Das Gebet ist ein „Reden des Herzens mit Gott“

Herausgehobene Gebetsorte sind das Haus und die Kirche. Jesus hat mit der Aussage: „Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein“ (Matthäus 6,6) dem Missbrauch des Gebets als einer öffentlichen Demonstration gewehrt. Das Gebet ist ein „Reden des Herzens mit Gott“ (Brenz). Das heißt jedoch nicht, dass nicht auch gemeinsam gebetet wird (Matthäus 18,19) beispielsweise in der Familie (Tischgebet s. kleiner Katechismus). Der Sonntag wird zur gemeinschaftlichen Gebetszeit der Christen. In der sowohl für das evangelische Verständnis des Kirchengebäudes als auch des Gottesdienstes grundlegenden Predigt zur Einweihung der Schlosskirche in Torgau kommt Martin Luther auf das Gemeindegebet zu sprechen : „…auf dass dies neue Haus dahin gerichtet werde, dass nichts andres darin geschehe, denn dass unser lieber Herr selbst mit uns rede durch sein heiliges Wort und wir wiederum mit ihm reden durch Gebet und Lobgesang“. Trägerin des Gebets ist die ganze im Namen Gottes versammelte Gemeinde, die in aktiver Teilnahme an der Liturgie verantwortliches Priestertum aller Glaubenden lebt.

Immer mehr Menschen ziehen sich zu ausgesonderten Tagen des Gebets an besondere Orte wie Klöster oder die Häuser von Kommunitäten zurück, um dort in der Gemeinschaft von Mitbetenden Raum, Zeit und Unterstützung zum Beten zu finden.

 
Beten kann man lernen

Die Bibel stellt uns Gott als einen lebendigen, persönlichen Gott vor. Er sucht die Verbindung mit den Menschen. Im Gebet erlaubt er uns, sich ihm zu öffnen, mit ihm zu reden. Dabei sieht er „in unser Herz“. Er weiß, was hinter den Worten steht. Deshalb können wir mit ihm reden, wie es uns ums Herz ist.

Gebetsportal

Die Seite www.wie-kann-ich-beten.de wird von der Evangelischen Radio- und Fernsehkirche im NDR (ERR), dem Katholischen Rundfunkreferat im NDR (KRR) und der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover (EVLKA) betrieben.

Die großen Gebetsgebärden

„Körper und Seele sind eine Einheit. Darum muss der Christ ganzheitlich beten lernen.“ Ein Beitrag zu ganzheitlichem Beten ist die so genannte Große Gebetsgebärde. Hier finden Sie Gedanken und Anregungen zu den großen Gebetsgebärden.