Orgeln im Hitzestress: Trockenheit kann zu Schäden führen
Relative Luftfeuchtigkeit darf nicht unter 40 Prozent sinken
Hochsommerliche Temperaturen machen nicht nur Menschen zu schaffen, sondern auch den Orgeln in Kirchen und Gemeindesälen. Durch die geringe relative Luftfeuchte in den Räumen von zum Teil weit unter 40 Prozent ziehen sich die in den Instrumenten verarbeiteten Hölzer zusammen. Das führt zu Spannungen in den Strukturen und kann zu Schäden führen - gerade bei einer massiven Bauweise, wie sie in historischen oder diesen nachempfundenen Werken zu finden ist.

Vor allem die hölzernen Corpora der Windladen und die Holzpfeifen, aber auch Gehäuseelemente leiden unter der trockenen Sommerhitze. Im Extremfall kommt es zum Ausfall des Instruments, weil Funktionsteile, vor allem in den Windladen, durch Trocknung zerstört werden.
Teure Reparatur
Die Behebung dieser Störungen durch Reparatur oder Austausch kann ganz schnell sehr teuer werden. Oftmals ist nämlich nicht nur das entsprechende Teil wiederherzustellen oder zu ersetzen, sondern auch eine Zerlegung ganzer Segmente in zeitintensiver - und damit kostenintensiver – Arbeit notwendig.
Luftfeuchtigkeit erhöhen
Die Sachberater im Orgel- und Glockenprüfungsamt der Evangelischen Landeskirche in Baden raten daher, die relative Luftfeuchte zu kontrollieren. Sollte sie unter 40 Prozent liegen, sollten Luftbefeuchter oder Wannen mit großen Verdunstungsflächen aufgestellt werden. Alternativ können auch freie Flächen des Stein- oder Fließenbodens mit Wasser befeuchtet werden, um die Luftfeuchtigkeit in den Kirchräumen zu erhöhen. So können präventiv die Einbauten aus Holz, künstlerische Elemente (Holzartefakte, aber auch Fresken und Gemälde) und vor allem die Orgeln vor Hitzeschäden bewahrt werden. Wichtig ist, die relative Luftfeuchte auf etwa 55 Prozent zu bringen und diesen Wert den Sommer über (und am besten das gesamte Jahr hindurch) dauerhaft zu halten.
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Bei Fragen wenden können sich Interessierte per Mail an das Orgel- und Glockenprüfungsamt wenden unter orgel-glocken@ekiba.de.
Bei Fragen wenden können sich Interessierte per Mail an das Orgel- und Glockenprüfungsamt wenden unter orgel-glocken@ekiba.de.