Die unierten Kirchen
Gegenwärtige Situation in der EKD
Arnoldshainer Konferenz und EKU bildeten 2003 die „Union evangelischer Kirchen“ (UEK) mit dem erklärten Ziel, sich letztlich in die EKD hinein aufzulösen. Langfristig konnte der personelle und finanzielle Aufwand der unterschiedlichen Zusammenschlüsse nicht mehr gehalten, inhaltlich auch nicht unbedingt gerechtfertigt werden. Die Kirchenleitung der EKU in Berlin wurde aufgelöst, sogar die Kirchenleitung der VELKD wurde verkleinert und in das Kirchenamt der EKD in Hannover integriert. Die Vollkonferenz der UEK tagt mit der Synode der EKD zusammen, sodass ausschließlich die VELKD noch eine hohe Eigenständigkeit bewahrt.
Innerhalb der EKD besteht zwischen allen Gliedkirchen Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft, allerdings erst seit 1973, als mit der Leuenberger Konkordie eine gemeinsame Basis der europäischen evangelischen Kirchen geschaffen worden ist. In dieser Lehrschrift erklärten die lutherischen, reformierten und unierten Kirchen Europas (Ausnahmen: die lutherischen Kirchen der skandinavischen Länder) sowie die vorreformatorischen Kirchen der Waldenser und der Böhmischen Brüder gegenseitig Kirchengemeinschaft. Die Lehrübereinkunft bezieht sich vor allem auf ein gemeinsames Verständnis des Evangeliums, sodass die Verwerfungen der Reformation den gegenwärtigen Stand der Lehre nicht mehr treffen. Unterschiede im Bekenntnis, in der Gestaltung der Gottesdienste und in der Frömmigkeit werden als Bereicherung gekennzeichnet und stellen keine kirchentrennenden Faktoren mehr dar. Die konkordierenden Kirchen bildeten eine Vollversammlung, die seit einiger Zeit Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) heißt.