Autofähre und Segelschiff auf dem Bodensee
 

Angebote & Ausflugsziele

Kirche in Freizeit & Tourismus

Gruppe von Radfahrern stehen vor einer Kirche
Radwegekirche Helmlingen
Hin und wieder mal rauskommen, etwas anderes sehen, gemeinsam etwas Schönes erleben, sich bilden, neue Anstöße für den Glauben erhalten, das ist viel wert.
 
Vielleicht planen Sie im Auftrag Ihrer Gemeinde oder Ihres Kreises, Ihrer Familie oder für sich persönlich eine Ausflugsfahrt mit interessantem Ziel?
 
Wer für sein Leben eine anhaltende Erholung jenseits von Aktivismus und Events sucht, kann in den Angeboten der Kirchen für sich sinnstiftende Erfahrungen finden. Entweder für sich allein oder als Teil einer Gruppe, die sich auf den gleichen Weg macht.

Klassische kirchliche Orte laden zum Verweilen ein und spenden Kraft, Gottes Segen kann spürbar werden. Die Angebote der Kirchen im Urlaubs- und Freizeitbereich sind ökumenisch und vielfältig.
 
Hier finden Sie ein paar Anregungen, die Ihnen einen gewinnbringenden, horizonterweiternden und - je nach Ziel - auch spirituellen Tag bereiten werden.
 

Freizeit- & Urlaubsangebote

 

... am Bodensee

Blick auf den Bodensee
Während der Sommermonate gibt es im westlichen Bodenseegebiet, im Hegau und im Linzgau verschiedene Angebote für Einheimische und  Feriengäste. Dazu gehören z.B. die Hörspielkirche in Sipplingen, Pilgern auf Badisch, die ökumenischen Gottesdienste auf dem Kirchenschiff und natürlich die fast ganzjährig geöffnete Bibelgalerie in Meersburg.
 
 

... im Schwarzwald

Heuhütten im Schwarzwald
Seit jeher entdecken Menschen, dass sie in der wilden Natur oder in den Bergen einen besonderen Zugang zu Gott finden. Kirche im Nationalpark Schwarzwald will mit eigenen Veranstaltungen und Gottesdiensten den Blick schärfen, wo die Schöpfung Gottes gefährdet ist und Mitverantwortung für ihren Erhalt im Nationalpark Schwarzwald zu übernehmen, z.B. mit einem Kapellenwegführer.
 

... im Taubertal

Der Fluss Tauber in Gamburg

Das Angebot Radwegekirchen bereichert das Fahrradziel "Liebliches Taubertal". Immer entlang des Radweg-Klassikers von Rothenburg ob der Tauber über Weikersheim, Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim bis Freudenberg am Main wurden schon über 30 Radwegekirchen eingerichtet.


 

... in der Ortenau

Teil des Vogtsbauernhofs
Von den Höhen des Schwarzwaldes ist es immer wieder ein Vergnügen, den markanten Turm des Straßburger Münsters zu suchen. Mehrere Dutzend weitere Kirchen finden sich in der Ortenau und lassen sich gerne von Ihnen entdecken. Etliche Kirchenradwege führen durch diesen Landstrich. Meist bequem an Flüssen entlang oder auch einmal herausfordernd bergauf. Bedeutende touristische Ziele in der Ortenau sind der Nationalpark Schwarzwald, der Europapark Rust sowie der Vogtsbauernhof in Gutach.
 

Radwegekirchen

Geparktes Fahrrad an einem Fahrradweg
Eine Luftpumpe griffbereit, eine Bank zum Ausruhen und eine stille Nische in der Kirche: Radwegekirchen bieten solchen Service. Sie laden bundesweit zu Rast und Besinnung ein. Fahrradfahren ist eine ideale Methode, sich fortzubewegen und dabei mit allen Sinnen die Natur zu genießen. Radwegekirchen sind normalerweise von Ostern bis zum Reformationstag täglich geöffnet und laden die Radfahrerinnen und Radfahrer zu Rast, Besinnlichkeit und "Auftanken" ein. 
 

Geocaching

Gerät zum Geochaching
Geocaching ist eine weltweite "Schatzsuche" für Jung und Alt und eignet sich besonders für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Evangelische Jugend in Baden setzt dieses Spiel in ihrer Arbeit vielfältig ein und so entstand die Idee mit den ejuba-Caches auf besondere Orte der Evangelischen Kinder- und Jugendarbeit hinzuweisen.
 
 

Offene Kirchen

Schild mit Offene Kirche
Immer mehr evangelische Kirchen laden auch außerhalb der Gottesdienste zu bestimmten Zeiten ein. Ob in den Innenstädten oder auf dem Dorf – dort, wo Kirchen erkennbar offen sind, kommen Menschen aller Generationen gern herein. Allein in Baden-Württemberg gibt es inzwischen fast 200 verlässlich geöffnetet Kirchen. Sie sind im Zeitraum vom 1. April bis 30. September eines Kalenderjahres mindestens an fünf Tagen in der Woche täglich vier Stunden (in der Regel von 10:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 16:00 Uhr) für Besuch und Besichtigung geöffnet.
 

Pilgern und Wandern

Wegmarkierung des Jakobsweges mit einer Muschel, ein Pilger unscharf im Hintergrund
Auf dem Jakobsweg seien es laut Befragung nur noch 20-30 % der Pilger, die mit religiöser Motivation, wie Reue, Buße oder der Erfüllung eines Gelübdes unterwegs seien. Moder­nes Pilgern sei häufig Religiosität ohne kirchliche Bindung. Im Zentrum stehe die Sehnsucht nach Einfachheit und Auszeit sowie Neugier nach dem ganz Anderen.
So entwickelt sich heute mehr und mehr ein „säkulares“ Pilgern. Nach den Unter­suchungen des Deutschen Wanderinstituts bewegen sich Pilgern und Wan­dern aufeinander zu. Immer mehr Wanderer suchten unterwegs spirituelle Erfahrungen über die Begegnung mit der Natur.
 

Spirituelle Wanderungen

Gruppe wandert durch den Wald
Sie streifen durch die nähere Umgebung Königsfelds, genießen die Reize der Natur und lassen sich anregen von meditativen Texten. Die kurzen Wanderungen laden ein zur Achtsamkeit gegenüber sich selbst, gegenüber der Schöpfung und gegenüber Gott. Mehr dazu auf der Webseite der Kirchengemeinde Königsfeld.
 

Bibel- und Kulturreisen

Blick auf den Felsendom in Jerusalem
Wer in seinem Urlaub fremde Kulturen wahrnehmen und sich mit ihnen auseinandersetzen, ausgewählte Stätten der Bibel oder Kirchengeschichte kennen lernen möchte, der ist genau richtig auf Studienreisen unter theologischer Leitung. In der Begegnung einer anderen Glaubens- und Lebensweise werden die Wurzeln christlichen Glaubens bewusst, eigene Traditionen bedacht, diskutiert und schließlich anders erlebt und gelebt.
 

Reisen und Freizeiten

Rucksäcke und Isomatten

Jedes Jahr bieten evangelische Kirchengemeinden, Kirchenbezirke, und verschiedene Dienste und Werke der Landeskirchen spannende oder besinnliche Reiseziele an. Das Angebot ist vielfältig, und geht von Kinder- und Jugendfreizeiten über Familienfreizeiten, Bibelfreizeiten und Frauenreisen bis hin zu Urlaubs- und Kultureisen für Erwachsene. Dabei kommen je nach Angebot weder besinnliche Momente noch Action und Abenteuer zu kurz.

 

Urlaubsseelsorge

Urlaubsseelsorge

Urlaub und Freizeit sind für die meisten Menschen eine ganz besondere Zeit. Heraus aus dem Alltag wird die Gelegenheit genutzt, die Seele einmal baumeln zu lassen, Neues zu entdecken oder durch eine Veränderung des Ortes auch eine Veränderung des Lebens zu erfahren. Eine solche herausragende Zeit ist auch eine hervorragende Zeit für eine Begegnung mit Gott und Kirche. Deshalb wagt sich Kirche heraus aus ihrer bewährten Ordnung hinein in die so offene wie vielfältige Welt des Tourismus: Dann werden Gottesdienste am Strand oder im Freizeitpark gefeiert. Konzerte, Vorträge, Andachten, Programme für Kinder und Jugendliche, seelsorgerliche Gespräche und vieles mehr gehören zum Angebot der Urlaubsseelsorge.

 

Kur- & Rehaseelsorge

Kur- und Reha-Seelsorge
In Kurorten finden wir vielerlei Quellen zur Kraft. Kur- und Heilbäder sind oft nah am Wasser gebaut. Wortwörtlich sogar. Wo es keine Heilquellen gibt, da ist es die gute Luft, die einen wieder aufatmen lässt. Daneben sind Kurorte Kompetenzzentren für Gesundheit und Heilung. Seelsorge am Kurort leistet dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie begleitet Menschen in heilsamen Auszeiten vom Alltag und in Phasen der Krankheit, Krise und Neuorientierung.
 

Campingkirche

Campingirche
Kinder nehmen am Spieleangebot der Campingkirche teil
Schon von weitem ist das Zelt der Campingkirche auf dem Campingplatz zu sehen. An sechs badischen Standorten gestalten in den Sommerferien ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich ein abwechslungsreiches Programm. Zum besonderen Kennzeichen der Campingkirche gehört, dass das Mitarbeitendenteam auf dem Campingplatz wohnt und das Leben mit den Urlauberinnen und Urlaubern teilt.
 
 

Ausflugsziele

 

Farbig beleuchtetet Altarraum auf dem Dilsberg
Zur Ruhe kommen, Gott begegnen oder wieder neue Kraft tanken können und dies auf ganz besondere Weise zu erleben. Dazu lädt die Evangelische Kirche auf dem Dilsberg bei Neckargemünd ein,
Sie können die Atmosphäre der Kirche selbst, nach ihrer momentanen Stimmung gestalten. Die Kirche wird dazu illuminiert und die Musik kann ihre Stimmung untermalen. Sie ist täglich von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
 

Blick in die Bibelgalerie

Vielleicht haben Sie Freude an einem Tag in der Bibelgalerie am Bodensee? Die Bibelgalerie in Meersburg ist ein Erlebnismuseum für jung und alt zum Thema „Welt der Bibel“. Besucher entdecken Bibelspuren. Ob am „Brennenden Dornbusch“, am Jakobsbrunnen oder im Nomadenzelt, im mittelalterlichen Skriptorium, der Lutherstube oder in der Druckerwerkstatt.

Die Bibelgalerie im ehemaligen Dominikanerinnen-Kloster erschließt auf 400 qm exemplarisch die Entstehung der Heiligen Schrift, ihre Überlieferungsgeschichte bis zur Gegenwart und ihr Wirken in Kunst und Kirche. Ein Kräutergarten im Innenhof des Klosters ist jederzeit zugänglich.

Hier gelangen Sie zur Website der Bibelgalerie Meersburg

 

Hinweisschild Bibelerlebnispfad in Schiltach
Besonders bei schönem Wetter lohnt sich ein Ausflug nach Schiltach im Schwarzwald. Dort kann man einen gut 3 km langen Rundweg auf dem ökumenischen Bibelerlebnispfad unternehmen.
 
Wegweiser auf dem Pfad ist Johannes der Täufer, der in gut biblischer Tradition den Weg zu Jesus weist. Dies soll auch das Ziel dieses Weges sein: Menschen auf besonders erlebbare Weise auf Jesus hinzuweisen. Johannes führt die Besucher durch den Pfad. Auf Tafeln am Weg wird immer wieder eingeladen, sich mit Geschichten Jesu und Worten aus der Bibel auseinanderzusetzen. So kann man „über’s Wasser gehen“, einen biblischen Kräutergarten besuchen, das verlorene Schaf suchen – und finden, über Emotionen in der Bibel sprechen, einen Barfußpfad entlanglaufen.
 
Je nach Kondition und der Zeit, die man an den Stationen zubringt, kann man den Pfad in 1 bis 2 Stunden bewältigen. Die erste Hälfte führt bergauf, ein bisschen Kondition ist also schon erforderlich. Auf halber Strecke lädt ein Grillplatz, der auch per Auto erreichbar ist, zu einer Pause ein. Für Kinderwagen ist der Pfad weniger geeignet, da er stellenweise unbefestigt am Hang entlang führt – eben ein echter Erlebnispfad.
 

Vogtbauernhof in Gutach
Seit der Saison 2020 ist „Kirche im Museum“ ein fester Bestandteil im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof. Museumspfarrer Hans-Michael Uhl bietet Führungen an zur Religiosität der Menschen auf den Höfen, lädt einmal im Monat zur Stillezeit ein am Sonntagnachmittag, Kirchentage und Vorträge ergänzen das Angebot. Details zum Programm der einzelnen Veranstaltungen finden Sie auf der Website des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof. Hier können unter Erlebnis/Gruppen auch Führungen gebucht werden.
 

Balzer Herrgott

Der Balzer Herrgott – auch Winkelherrgott genannt – ist eine in eine Weidbuche eingewachsene steinerne Christusfigur im mittleren Schwarzwald zwischen Wildgutach und Neukirch-Fallengrund (Baden-Württemberg). Er ist Ziel vieler Wanderer und Spaziergänger. Entstehung und Herkunft sind bis heute nicht vollständig geklärt. Die in eine Buche eingewachsene Christusfigur stammt vermutlich aus spätgotischer Zeit, doch bereits die Angaben zum ursprünglichen Kruzifix variieren stark.

 

Signet Radfahrerkirche Hörden

"Luft holen ... für Seele und Rad" - Die Radfahrerkirche „Hörden“ liegt an der Murg zwischen Gaggenau und Gernsbach – auf dem Weg der Tour de Murg. Diese führt durch das im nördlichen Schwarzwald gelegene Murgtal und bietet immer wieder schöne Ausblicke.

Die Radfahrerkirche ist von Mai bis Oktober täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Sie bietet einen Raum der Stille zur inneren Einkehr, aber auch zum Rasten für den Körper. Daneben gibt es aber auch Vieles, was Radlerinnen und Radler brauchen können: Flickzeug oder Karten und Wegweiser. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.radfahrerkirche-hoerden.de

Inzwischen gibt es weitere Radfahrerer- bzw. Radwegekirchen in Baden und darüber hinaus.

 

Gruppe von Radfahrern stehen vor einer Kirche
"Gelebte Gasfreundschaft am Wegesrand"  - Im Taubertal bilden Radfahrerkirchen eine Servicekette. Schon über 30 Kirchen direkt am Taubertal-Radweg zwischen Rothenburg ob der Tauber und Wertheim zur der Kette von Stationen gehören, "wo Leib und Seele zur Ruhe kommen und Kraft schöpfen können".
 
Die Gemeinden wollen, je nach den Möglichkeiten vor Ort, "Erfrischung für Leib und Seele anbieten. In Niklashausen im "Kleinen Dom im Taubertal" ist das beispielsweise eine Kiste mit Wasserflaschen für durstige Radler und die Möglichkeit, eine Kerze anzuzünden und sich in ein Gästebuch einzutragen.
 
 
Karte der Radewegekirchen im Taubertal
 

Pfarrer in Talar auf einem Fahrrad
Die erste Ortenauer Radwegekirche steht in Helmlingen, in nördlichen Ortenaukreis und übernahm damit die Vorreiterrolle in Mittelbaden.
 
Zwischenzeitlich sind weitere Radwegekirchen in der Ortenau dazu gekommen. Beim Fahrradfahren entlang der Kinzig kann man bei einer von sieben Radwegekirchen Pause machen. In Offenburg sind Kirchen in Weier und Griesheim Anlaufstelle für Interessierte.
 
Weitere Radwegekirchen im Rhein-Vorland befinden sich in Willstätt-Sand, so wie in Diersheim und Linx (südliches Hanauerland) und die Radwegekirche in Altenheim (im Ried).
 
 

Flyer vom Europäischen Hugenotten- und Waldenserpfad

Als der französische «Sonnenkönig» Ludwig XIV. im Jahr 1685 die Ausübung des evangelischen Glaubens in seinem Reich verboten hatte, waren vor mehr als 300 Jahren rund 200.000 Protestanten ins Ausland geflohen. Auf Schleichwegen durch die Alpen führten die Routen der Hugenotten und Waldenser zunächst ins evangelische Genf. Von dort konnten die Flüchtlinge offen auf der Straße über Bern und Zürich bis Schaffhausen reisen, weiter durch das evangelische Württemberg und Nordbaden in die evangelischen Territorien Hessens.

Er ist 1.800 Kilometer lang und zieht sich von Le Poët-Laval in den südfranzösischen Alpen bis hin zum nordhessischen Bad Karlshafen an der Weser. Der Hugenotten- und Waldenserpfad ist die Route, auf der vor mehr als 300 Jahren Zehntausende Protestanten aus Südfrankreich und Waldenser aus den italienisch-piemontesischen Alpentälern wegen der Unterdrückung ihres Glaubens geflohen waren. Nach vielen Jahren wurde im April 2012 der letzte Abschnitt des europäischen Kulturfernwanderwegs in Baden-Württemberg eröffnet.

«Der historische Kulturfernwanderweg ist für uns ein Gegenstück zu den klassischen Pilgerwegen», sagt Renate Buchenauer vom Verein «Hugenotten- und Waldenserpfad». Die Koordinatorin für den in Deutschland rund 800 Kilometer langen Pfad sieht in der Wanderrote auch «einen Weg zum Protestantismus und der Toleranz», der nicht nur auf die Spuren der Glaubensflüchtlinge von damals hinweisen soll. «Mit dem Weg soll auch das Thema Migration behandelt werden», sagt Buchenauer, die selbst von einer hugenottischen Familie abstammt. Geplant seien dazu unter anderem kulturelle Veranstaltungen sowie Schau- und Informationstafeln, die auf das Thema Flucht und Sesshaftigkeit hinweisen.

«Unser Logo ist die weiße Silhouette eines wandernden Hugenotten mit Rock, Schlapphut und Stock vor einer blauen Scheibe», sagt Buchenauer. Dem Verein gehören Kommunen, Landkreise, Kirchengemeinden, Wander- und Kulturvereine sowie Unternehmen an. Mehrere hundert Menschen hätten in den vergangenen Jahren in Hessen und Baden-Württemberg an der Gestaltung des Pfades mitgewirkt, erzählt die Vereins-Koordinatorin. Das Hugenottenbild stamme von einem historischen Kupferstich und damaligen Erkennungsmünzen, mit denen sich die verfolgten Protestanten auf ihren geheimen Zusammenkünften oder bei heimlichen Gottesdienstfeiern ausweisen mussten, sagt Buchenauer. Die Mitarbeiter markieren den Wanderpfad mit der blauen Scheibe, die die historische Erkennungsmünze (méreau) symbolisiert, und einer geschwungenen grünen Linie für den Pfad «als Zeichen für den langen Weg, den die Flüchtlinge damals gegangen waren».

Der Hugenotten- und Waldenserpfad führt zu zahlreichen Fachwerkhäusern und Kirchen, die etwa in den nordhessischen Orten Gottstreu, Gewissenruh und Schöneberg oder in den baden-württembergischen Gemeinden wie Pinache, Perouse, Neuhengstett, Simmozheim oder Großvillars zum Teil noch französische Inschriften tragen. Wo die Flüchtlinge ansässig wurden, werden mancherorts noch heute bei größeren Feiertagen Gottesdienste auf Französisch gehalten.

Waldenser und Hugenotten unterscheiden sich in Geschichte und Theologie, teilten aber eine Verfolgungs- und Fluchtgeschichte. Die Waldenserbewegung entstand im 12. Jahrhundert in Südfrankreich, wurde über Jahrhunderte verfolgt und schloss sich Mitte des 16. Jahrhunderts der Reformation an. Die Hugenotten waren von dem Reformator Johannes Calvin beeinflusste Protestanten im Frankreich der vorrevolutionären Zeit. Sie wurden ebenfalls verfolgt und flohen vor allem zum Ausgang des 17. Jahrhunderts in großer Zahl in protestantische Gebiete.

Der Hugenotten- und Waldenserpfad führt auf einer Gesamtlänge von 1.800 Kilometer von Südfrankreich und Norditalien über die Schweiz bis ins nordhessische Bad Karlshafen. Im Schwarzwald können Wanderer zwischen Calw und der Staatsgrenze bei Schaffhausen auf den Wanderwegen des Schwarzwaldvereins - «Gäurandweg», «Ostweg» und «Querweg», dazwischen auch auf dem «Neckarweg» - den Themenschildern folgen. Von Calw nach Norden beginnt dann die Markierung mit einem eigenen Zeichen. Im September dieses Jahres ist eine grenzübergreifende Wanderveranstaltung im Raum Schaffhausen-Hegau geplant.

(Quelle: epd/Ralf Schick)

 

Schild an der Waldenserkirche Neureut

Sie wurden aus ihrer vertrauten Umgebung im französisch-italienischen Grenzgebiet vertrieben und mussten ihr Land, ihre Hütten und Häuser zurücklassen. In Baden und Württemberg fanden etliche Waldenserfamilien eine neue Heimat: Gegen den Einspruch der evangelischen Kirchenleitung, die vor über 300 Jahren die reformierten Waldenser in einem Gutachten «als schreckliche Ketzer und Irrlehrer» bezeichnete, wies ihnen im Jahr 1701 der württembergische Herzog Eberhard Ludwig in einem durch zwei Kriege entvölkerten Grenzgebiet Siedlungsflächen zu.

28 arme Flüchtlingsfamilien aus dem damaligen La Balme, einem kleinen Weiler im Pragelatal, kamen vor über 300 Jahren nach Grünwettersbach und gründeten dort den Ort Palmbach (Kreis Karlsruhe). 360 Morgen verwüstetes Ackerland wurde den Vertriebenen wenig später auf einer Hochfläche zugewiesen, über das der Dreißigjährige Krieg und der pfälzische Erbfolgekrieg getobt hatten. «Sie wurden vertrieben um ihres Glaubens willen», sagt die Karlsruher Pfarrerin und Kirchenrätin Susanne Labsch.

Grünwettersbach lag damals in einer kleinen württembergischen Exklave im Badischen und gehörte zum Oberamt Neuenbürg. Nach den beiden Kriegen hatte das ursprünglich 80 Bürger zählende Dorf nur noch 30 Einwohner. In Erinnerung an ihre alte Heimat nannten sie die neue Siedlung La Balme, später auch Balmbach geschrieben. 1806 wurden Grünwettersbach und auch Palmbach badisch.
Im Jahr 1725 bauten die geflüchteten Familien in Palmbach ihre erste Kirche. Zwei Gedenktafeln hinter dem Altar der aus Holz erbauten Waldenserkirche sind in der heutigen, 1906 aus Sandstein erbauten Nachfolgekirche, noch erhalten. Die in französischer Sprache verfasste Tafel «bezeugt, dass die Vertriebenen den Beistand Gottes und seinen Segen hier verwirklicht sahen», sagt Labsch, die selbst mehrere Jahre in italienischen Waldensergemeinden gelebt und gearbeitet hat.

Die auf den südfranzösischen Armutsprediger Petrus Waldes (1217 verstorben) zurückgehenden Waldenser waren eine vorreformatorische Bewegung im Gegensatz zu den Hugenotten, die von Beginn an von der jeweils herrschenden Amtskirche verfolgt wurden. Im Jahr 1184, so sagt der in Karlsruhe wohnende Waldenser-Experte und Buchautor Albert de Lange, wurden die Waldenser formell vom Konzil von Verona verurteilt.
Die mit den Albigensern verfolgten und durch Ketzer-Kreuzzüge dezimierten Waldenser zogen sich daher in die unzugänglichen Hochtäler im heutigen italienisch-französischen Grenzgebiet zurück. Doch auch dort waren sie nach kurzer Zeit nicht mehr sicher, weshalb ihr Pfarrer Henri Arnaud sie 1699 nach Deutschland führte: Allein 1.700 Frauen und Männer fanden Aufnahme im damaligen Herzogtum Württemberg, rund 1.300 in Baden.

(Quelle: epd)

 

Wasserfall Allerheiligen
Tiefgrüne Wälder, rauschende Wasserfälle, bizarre Felsgebilde - bei einem kurzen Spaziergang, einem Radausflug oder einer Langlauftour können Sie die wilden Schönheiten des Schwarzwalds in Ihrem eigenen Tempo erkunden und genießen. Wer mit offenen Augen durch den Schwarzwald wandert, kann am Wegesrand viele kleine Wunder entdecken: Eine Vielzahl von ausgeschilderten Wegen, Erlebnispfade sowie viele Kapellen und Kreuze.
 
Gerade der Nationalpark ist ein Raum, in dem wir staunend entdecken, wie kostbar das Leben ist und wie wunderbar die Taten Gottes sind. Im Stillewerden über den Wundern der Natur loben wir Gott, den Schöpfer: Bei Gottesdiensten im Grünen oder in den Kapellen entlang der Schwarzwaldhochstraße, bei Wanderungen mit spirituellen Impulsen – oder einfach bei eigenen Streifzügen durch die Wunder der Wildnis. Gönnen Sie sich eine Auszeit für Ihre Seele: Kirche im Nationalpark Schwarzwald
 

Melanchthonhaus von Außen in Bretten

Das Melanchthonhaus steht in Bretten, der Geburtsstadt des Reformators Philipp Melanchthon. Auf eindrucksvolle Weise zeigt dies das Leben und das Wirken des Freundes und Wegbegleiters Martin Luthers.

Die Grundsteinlegung für das Brettener Melanchthonhaus fand an Melanchthons 400. Geburtstag am 16.02.1897 statt; 1903 konnte das Melanchthonhaus eingeweiht werden. Maßgeblich vorangetrieben wurde der Neubau dieses Hauses – an genau der Stelle, an dem sein Geburtshaus stand und das im Jahre 1689 niederbrannte – von dem Kirchenhistoriker und christlichen Archäologen Prof. Dr. Nikolaus Müller, der über viele Jahre Tausende von Schriften von und über den Reformator und ebenso von dessen Freund und Weggefährten Martin Luther gesammelt hat. 
 
So blickt dieses Gebäude bereits auf eine über hundertjährige Geschichte zurück, in dem es mehr und mehr zu dem wurde, was es heute ist: es ist Museum, zugleich Melanchthonspezialbibliothek, sowie Forschung- und Dokumentationsstelle über das Leben und Werk des Brettener Stadtsohnes. Die räumliche Aufteilung des Hauses nimmt bereits Bezug auf sein Wirken – und lädt dazu ein, Philipp Melanchthon in umfassender Weise zu entdecken. In fünf Zimmern: der Melanchthongedächtnishalle, in der auch Gottesdienste gefeiert werden, dem Städte-, dem Theologen-, dem Humanisten- und dem Fürstenzimmer - erschließt sich Philipp Melanchthon den Besuchern.
 
Das Melanchthonhaus hat geöffnet von Mitte Februar bis Ende November. Für Gruppen auch in den Wintermonaten. Weiterführende Informationen zu Melanchthon, dem Melanchthonhaus und den Öffnungszeiten erhalten Sie unter: www.melanchthon.com
 

Autobahnkapelle Hegau
Auf dem Weg in den Urlaub, zu einer schwierigen Begegnung, einem Ausflug ... bieten zwei Autobahnkirchen in Baden eine Raststelle für die Seele an: Die katholische St. Christopheruskirche Baden-Baden an der A5 und die ökumenische Emmauskapelle Hegau an der A81
 
In ganz Deutschland laden Autobahnkirchen - meist an Raststätten - immer wieder Reisende zur Ruhe und Stille ein. Rund eine Million Menschen besuchen jedes Jahr eine Autobahnkirche. Eine Übersicht über alle Autobahnkirchen in Deutschland mit vielen weiteren Informationen finden Sie unter www.autobahnkirche.info oder unter www.autobahnkirchen.de.
 
Vielleicht planen Sie bei der nächsten Fahrt auf einer der Autobahn einen kleinen Zwischenstopp ein?
 

Blick in die Peterskirche Weinheim

Mal wieder eine Kirche zu betreten ist an sich nie verkehrt. In der Rubrik Kirchen in Baden zeigen wir Ihnen besondere Kleinode badischer Kirchen, die architektonisch und kirchengeschichtlich besonders sehenswert sind.

 

Synagoge in Kippenheim
"Dies ist nichts anderes als ein Haus Gottes" ... so lautet die hebräische Inschrift über dem Eingangsportal der Synagoge in Kippenheim. Diese hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. In den Jahren 1850-1852 wurde sie im neuromanischen Stil erbaut.
 
Die Kippenheimer Juden hatten zwar bereits seit dem Jahr 1794 in einer ersten Synagoge Gottesdienst feiern können, doch wurde diese im Laufe der Jahre für die wachsende jüdische Bevölkerung zu klein. Anfang 1850 erhielt die jüdische Gemeinde die Baugenehmigung für eine größere Synagoge. Diese konnte im Januar 1852 eingeweiht werden und diente der Gemeinde ab da für ihre Gottesdienste - siehe zur Geschicht auch: www.alemannia-judaica.de
 
1938 fiel die Synagoge dem Novemberpogrom zum Opfer und wurde geschändet und teilweise zerstört. Nach dem Krieg wurde die Synagoge als Werkstatt und Lagerhalle benutzt, bevor sie 1981 zu einem "Denkmal von besonderer Bedeutung" erklärt wurde. Die Gemeinde Kippenheim kaufte die Synagoge und renovierte die Außenfassade und stellte deren ursprüngliches Aussehen wieder her.
 
Im Jahre 1996 wurde der "Förderverein ehemalige Kippenheimer Synagoge" gegründet - und begann schon bald darauf - in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Kippenheim und dem Landesdenkmalamt - mit der Planung der Innenrenovierung, die ab 2002 in die Tat umgesetzt werden konnte. Im September 2003 konnte die Synagoge als Gedenk-, Lern- und Begegnungsstätte in Betrieb genommen werden.
 
Neben den Veranstaltungen, die in der Synagoge stattfinden, ist sie von März bis Oktober sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Nähere Infos zur Synagoge und zum Förderverein erhalten Sie unter: www.ehemalige-synagoge-kippenheim.de
 

Biblischer Garten in Kehl
Der biblische Garten im Rheinvorland in Kehl entstand als Beitrag der katholischen und evangelischen Gemeinden beidseits des Rheins zur Landesgartenschau Kehl-Strasbourg 2004.

Die 17 Stelen wurden von acht Bildhauer- und Steinmetz-Firmen der Ortenau aus Buntsandstein aus den Vogesen gefertigt - dem gleichen Material wie das Straßburger Münster.
 
Der Biblische Garten ist als Weg angelegt. Jedes Beet hat ein eigenes Themenfeld, das aus der Bibel stammt. Mit Ausnahme des ersten und letzten Themenfeldes beziehen sich die einzelnen Themen links und rechts des Weges aufeinander: Links Altes Testament - rechts Neues Testament.
 
Weiter Infos und eine ausfühliche Beschreibung des biblischen Garten finden Sie auf der Website des Kirchenbezirks.
 
 

Norwegische Stabkirche
Wer einen Urlaubstag im Europapark verbringt, ist irgendwann ganz schön geschlaucht: anstehen, Achterbahn fahren, durch den Park laufen - das ist ganz schön anstrengend. Aber im Europapark gibt es nicht nur rasante Achterbahnen, sondern auch stilecht gestaltete Kapellen, die den freizeitgestressten Besucher zur Ruhepause einladen. Im skandinavischen Themenbereich finden Urlauber, z.B. die norwegische Stabkirche. Eine Oase der Ruhe inmitten von quirliger Lebendigkeit zwischen Wildwasser-Rafting und Achterbahn.
 
Die Norwegische Stabkirche lädt den Besucher aber auch einfach nur ein,  einmal ein wenig zu verschnaufen, sich eine Auszeit zu nehmen, eine kleine Atempause. Wieder zu sich selbst zu finden, den Trubel drum herum für einen kurzen Moment zu vergessen und hinter sich zu lassen. Neue Kraft zu schöpfen für das, was ihn draußen vor dem Kirchenportal erwartet.
 
Vielleicht schauen Sie ja einfach mal in der Stabkirche vorbei, wenn sie sowieso mal wieder dem Europapark einen Besuch abstatten. Zwei Seelsorger (kath. und evang.) sind vor Ort, denen Sie auf vielfältige Weisen begegnen können. Sei es zu einem Themengottesdienst, einem überraschenden Gespräch, oder zu einem kleineren Impuls von "Aufschnauf-Musiken" oder Kurzandachten.
 
 
 
 

Hörspielkirche Sipplingen

Geboren wurde die Idee während eines Urlaubsaufenthaltes an der mecklenburgischen Seenplatte. Ein Mitglied der Kirchengemeinde Ludwigshafen verbrachte dort einige Urlaubstage und wurde auf die bisher einzige Hörspielkirche Deutschlands aufmerksam - die Hörspielkirche Federow. Interessiert und neugierig zugleich, besuchte man die Hörspielkirche Federow und war begeistert.

Zu Hause angekommen, wurde fasziniert von diesem Erlebnis erzählt und der Stein geriet ins Rollen... Immer mehr wurden von der Begeisterung angesteckt und die Idee einer Hörspielkirche am Bodensee war geboren. Ein Hörspiel im Kirchenraum hören - diese Erfahrung möchte man auch Einheimischen und Gästen im Süden Deutschlands ermöglichen.

 

Weitere Infos zur Hörspielkirche finden Sie auf: www.hoerspielkirche-sipplingen.de

 

Deckblatt Flyer Kirchenschiff

Sich treiben lassen, dennoch ein festes Ziel vor Augen. Die Abendstimmung auf dem See genießen, miteinander unterwegs sein und geistliche Impulse als Kraftquelle spüren.

Von Ende Juli bis Ende August sticht die „MS Großherzog Ludwig" als Kirchenschiff mit besonderen Gottesdienste auf dem Bodensee in See. Abfahrt in Bodman ist um 18:45 Uhr Zustiegsmöglichkeiten gibt es in Überlingen.
 
Ab Überlingen beginnt der Gottesdienst. Ausstiege sind in Dingelsdorf und in Überlingen. In Bodman kommt das Schiff um 21:20 Uhr an. Ludwigshafen wird nicht angefahren. Das Schiff bietet knapp 200 Personen Platz (einschließlich Oberdeck). Der Gottesdienst findet im 90 Personen fassenden Restaurationsteil des Schiffes statt und wird auf das Oberdeck übertragen.
 
 

Deckblatt des Flyers Pilgern badisch
„Ich bin dann mal weg“ - sich eine Auszeit für Leib und Seele gönnen, den Gedanken freien Lauf lassen, neue persönliche Potenziale entdecken, Wissenswertes erfahren, die Natur als Kraftquelle spüren – all diese vielfältigen Sinnes-Erlebnisse können Sie im Rahmen unserer Pilgerwanderungen im Hegau, dem Vulkan- und Burgenland am westlichen Bodensee, erfahren. Lassen sich inspirieren von diesem mystischen Grenzland zur Schweiz, das mit toskanischem Flair bezaubert und seinen bizarren Vulkanformationen, den sagenumwobenen Kulturstätten und dem höchsten Weinberg Deutschlands viele Besonderheiten bietet.
 
 

Karte vom Kapellenweg
Der Kapellenwegführer mit über 100 Kapellen durch den Hochschwarzwald bietet 27 ausgewiesene Touren zwischen 6 und 18 Kilometern an. Mit spirituellen Impulsen als Broschüre will der Führer auch auf der Wanderung zum Innehalten anregen. Als besonderes Highlight ist auf der letzten Seite des Kapellenwegführers ein Stempelpass mit 27 freien Feldern abgedruckt. Für eine Gebühr von 4 € ist der Kapellenwegführer in den beteiligten Dekanaten und den Tourist-Informationen der Hochschwarzwald Tourismus GmbH erhältlich, z.B. unter kirche-im-hochschwarzwald.de
 

Aktuelle Informationen

  
  

Ansprechperson

Ingrid Knöll-Herde

Abteilung Seelsorge: Seelsorge in Gemeinden und Kirchenbezirken / Seelsorge im Alter