Podcastfolge "Migrationspanik und Realität"
Hinweisen möchten wir Sie auch auf die Podcast-Episode
„Migrationspanik und Realität“ der Evangelischen Akademie Bad Boll. Europa erlebt seit Jahren eine vermeintliche „Dauerkrise“ der Flüchtlingspolitik. Doch was steckt tatsächlich hinter Abschottung, Überlastungsnarrativen und dem Ruf nach Kontrolle? Die renommierte Migrationsforscherin Dr. Judith Kohlenberger spricht über die gegenwärtige Flüchtlingspolitik in Europa.
Fachmagazin "unterwegs zu menschen"
Die Begriffe ‚Wir – Ihr – Die‘ sind mehr als nur Wörter. Sie zeigen, wie Menschen sich selbst und andere sehen: Wer gehört dazu, wer steht dazwischen, und wer wird ausgeschlossen? Diese Ausgabe von unterwegs zu menschen widmet sich diesem wichtigen Thema. Denn bei unseren Besuchen begegnen wir oft genau dieser Einteilung.
Antonio Scurati: Faschismus und Populismus, Stuttgart 2024.
Faschistische Aufmärsche, Rassismus und Gewalt gegen Geflüchtete sind immer mehr an der Tagesordnung. Die Akteure reduzieren das politische Leben auf Gefühle, vor allem Angst und Groll, und vereinfachen die komplexe Realität demokratischer Gesellschaften. Dabei folgen sie bewusst oder unbewusst dem Führungsstil Benito Mussolinis. Warum und wie dieser Stil extremen Kräften den Weg bereitet, erläutert der italienische Professor Antonio Scurati für vergleichende Literaturwissenschaft in einem fesselnden Essay.
Heinrich Detering: Was heißt hier „wir“? Zur Rhetorik der parlamentarischen Rechten, Ditzingen 4. Aufl. 2019.
Der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering wirft einen scharfen Blick auf die Rhetorik der parlamentarischen Rechten – und zeigt, wie ihr Anspruch, für „das Volk“ zu sprechen, in totalitäre Ermächtigungsvorstellungen, Rache- und Vernichtungsphantasien führt. Er legt offen, wie diese Sprache der Gewalt sich selbst verharmlosend verkleidet. Und er macht vor, wie sich solche rhetorischen Strategien durchschauen lassen.
Daniel Hornuff: Die neue Rechte und ihr Design. Vom ästhetischen Angriff auf die offene Gesellschaft, Bielefeld 2019.
Das Neue an der Neuen Rechten ist nicht ihre Ideologie, sondern deren öffentliches Erscheinen. Der Angriff auf die offene Gesellschaft wird vor allem mit ästhetischen Mitteln geführt. Die Neue Rechte setzt Design und Bilder als zersetzende Werkzeuge ein. Sie übernimmt eine ursprünglich progressive Ästhetik und wendet sie subversiv: Rassismus designt sie zum Diversity Management, Nationalismus zum Wohlfühl-Lifestyle, der „Hipster-Nazi“ ist keine Satire und sexistischer Feminismus kein Widerspruch. So zeigt Daniel Hornuffs Analyse, dass die Verteidigung der offenen Gesellschaft nicht nur eine politische, sondern auch eine ästhetische Aufgabe ist.
Carolin Amlinger/Oliver Nachtwey: Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus, Berlin 2025.
Woher diese Lust an der Zerstörung? Und warum folgen so viele Bürger*innen den libertären Autoritären in den selbstgewählten Faschismus? Auf der Grundlage umfangreicher empirischer Forschungen, darunter einer Vielzahl ausführlicher Interviews, u. a. mit AfD-Anhängern und Mitgliedern libertärer Vereinigungen, entwickeln Amlinger und Nachtwey eine Erklärung: Im Kern richtet sich diese Revolte gegen die Blockade liberaler Gesellschaften, die ihre Versprechen auf Aufstieg und Emanzipation nicht mehr einlösen.
Bernhard Pörksen: Zuhören. Die Kunst, sich der Welt zu öffnen, München 2025.
Zuhören, Gehörtwerden, den Dialog auf Augenhöhe führen – das sind Schlagworte unserer Zeit, Leerformeln der politischen Rhetorik. Aber was heißt es, wirklich zuzuhören, die eigenen Überzeugungen in Frage zu stellen, sich der Weltsicht des anderen auszusetzen? Warum hört man so lange nicht auf die Opfer sexuellen Missbrauchs, warum nicht auf die Warnungen vor dem Klimawandel? Bernhard Pörksen zeigt, welche Mechanismen das Zuhören verhindern – ob im privaten Umgang oder in der Öffentlichkeit. Und er präsentiert Ansätze und Methoden, die eine neue Offenheit, tieferes Verstehen und empathisches Zuhören ermöglichen.