„Die Musik muss vor allem berührend sein“

Junges Paar unterhält sich mit dem Kantor

Taufe & Konfirmation & Hochzeit & Beerdigung

Eine Hochzeit ohne Musik? Das ist für viele von uns undenkbar. Gerade bei der Trauung in der Kirche spielt sie eine große Rolle. Dass die Musik dem Paar gefällt und die Gäste berührt, ist für den Bezirkskantor Michael Braatz-Tempel dabei das Wichtigste. Irina und Fabian Ebner haben ihn vor ihrer eigenen Hochzeit gefragt, was möglich ist.

Können wir uns für die Musik bei der Trauung etwas wünschen?

Michael Braatz-Tempel: Auf jeden Fall. Es gibt ja heute viele wunderbare Stücke mit passender Musik zur Hochzeit, und das in allen Stilrichtungen. Meine Notentasche ist schon längst nicht mehr nur mit klassischer Musik gefüllt, so sehr ich sie auch liebe. Sollte ein Wunsch schwer umzusetzen sein, finde ich vielleicht andere Musiker*innen, die mich unterstützen, oder wir suchen gemeinsam nach Alternativen. Die Musik muss vor allem berührend sein − wir feiern bei einer Trauung ja das Leben und die Liebe zweier Menschen.

Wie finden wir als Paar die richtige Musik für uns? 

Wir haben bei einer Hochzeit einmal „What a Wonderful World“ auf der Orgel gehört, das klang sehr gut. Eine Sängerin mit „My Heart Will Go On“ wäre aber nicht so unser Stil.

Michael Braatz-Tempel: Ja, da sind die Geschmäcker verschieden. Ich
Kirchenmusiker an der Orgel
Bezirkskantor Michael Braatz-Tempel an der Orgel
 bespreche mit jedem Brautpaar in Ruhe, welche Musik für den Gottesdienst passend sein kann. Da werden wir uns immer schnell einig. Wichtig finde ich auch, dass vom Kind bis zur Großmutter für alle etwas dabei ist. Vor allem soll es aber dem Brautpaar gefallen und zum Kirchenraum, zu unseren Instrumenten sowie dem Anlass passen.

Das heißt, Sie treffen sich mit jedem Brautpaar vor der Trauung?

Michael Braatz-Tempel: Ja, das machen auch viele meiner Kolleginnen und Kollegen. Oder das Paar bespricht es direkt mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin.

Wieviel Musik ist eigentlich vorgesehen im Traugottesdienst?

Michael Braatz-Tempel: Ein festliches Stück zum Einzug, etwas Schwungvolles zum Auszug und oft noch ein Musikstück nach dem Ringwechsel. Dazu kommen meist noch zwei oder drei Gemeindelieder. Das kann ein Choral aus dem Gesangbuch oder etwas aus dem neuen Liederbuch „Wo wir dich loben“ sein.
Könnten wir jemanden mitbringen, der Musik macht? Das wäre sehr schön. Gerne können die Paare auch Musik mitbringen, die ihnen wichtig ist, das kann auch ein Popsong sein.

Wir haben Freunde, die demnächst kirchlich heiraten, aber meinen, überhaupt nicht singen zu können. Sollte man den Gesang dann nicht lieber lassen?

Michael Braatz-Tempel: Meistens sind Leute dabei, die begeistert singen und andere mitreißen. Ich habe Paare erlebt, die zunächst keinen Gesang wollten, hinterher aber sehr dankbar waren, weil sie im Gottesdienst einfach in Ruhe den anderen zuhören konnten. Das hat sie sehr berührt.

Der Gedanke gefällt mir, dass wir als Brautpaar vorne sitzen und den Gesang der Gäste hinter uns hören. Ich glaube, das wird uns guttun und stärken.
 
Michael Braatz-Tempel: Und neben der Musik tragen ja auch der Kirchenraum mit seiner tollen Akustik und der Klang der Glocken mit dem vollen Geläut zur Atmosphäre bei. Es ist einfach etwas ganz Besonderes.
 
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