
„Ich denke daran, dass mein Leben mit dem Tode nicht zu Ende ist. Ich glaube an die Auferstehung der Toten und an ein ewiges Leben bei Gott.“
Was bringt mir dieser Osterglaube? Wie wirkt er hinein in mein Leben? Viel wurde und wird diskutiert über die Grenzen des Lebens, und viel wird herummanipuliert an diesen Grenzen: Präimplantationsdiagnostik und Stammzellenforschung, vorgeburtliche Selektion von behindertem Leben und eine nicht immer verantwortliche Abtreibungspraxis haben die Grenzen beginnenden Lebens unscharf werden lassen. Die Diskussion über aktive Sterbehilfe und das Suchen immer neuer Heilmethoden zur Vermeidung altersbedingter Krankheiten geben dem Traum eines leidfreien Lebens neue Nahrung. Menschen nehmen immer stärker für sich das Recht in Anspruch, die Grenzen des Lebens zu definieren, und sie träumen davon, diese Grenzen in Richtung der Unsterblichkeit immer weiter hinausschieben zu können.
Und in der Tat: Wenn die Spanne zwischen Geburt und Sterben im Leben alles ist, dann fühle ich mich krampfhaft genötigt, diese Spanne um fast jeden Preis auszudehnen.
In Ewigkeit in seiner Hand
Der Glaube an die Auferstehung Jesu und der daraus resultierende Glaube, dass Gott auch meinem Leben über den Tod hinaus eine Zukunft eröffnet, dieser Osterglaube hilft mir, die mir gesetzte Grenze des Lebens zu akzeptieren. Mein Osterglaube sagt mir, dass das Leben hinausreicht über die Spanne zwischen Geburt und Tod. Mein Osterglaube rechnet damit, dass Gott als Herr über Leben und Tod in Ewigkeit mich in seiner Hand hält und mit mir in Beziehung bleibt. Mein Osterglaube bewahrt mich vor dem Wahn, mich selbst zum Herrn über Leben und Tod aufspielen zu müssen. So geht von diesem Osterglauben eine höchst lebensdienliche Kraft aus. Die Hoffnung über den Tod hinaus hilft, das Leben mit seinen Begrenzungen gelassen und fröhlich zu leben - und sie hilft, getrost zu sterben.
Ostern eröffnet mir die Zukunft meines Lebens - eine Zukunft, die ich nicht selbst in die Hand nehmen muss.
