Nicht nur weniger belasten, sondern mehr bewegen: Der ökologische Handabdruck zeigt, wie Gemeinden mit kleinen Schritten große Wirkung entfalten können.
Der ökologische Handabdruck

„Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.“ (1. Mose 2,15)
Viele von uns kennen den ökologischen Fußabdruck. Er zeigt, wie sehr unser Alltag die Erde belastet. Doch was, wenn wir nicht nur Spuren hinterlassen, sondern aktiv etwas Gutes tun können? Genau dafür steht der ökologische Handabdruck: Er macht Mut, selbst in die Hand zu nehmen, was für eine gerechte und lebenswerte Zukunft nötig ist.
Was ist der ökologische Handabdruck?
Während der Fußabdruck die negativen Folgen unseres Handelns misst, symbolisiert die Hand aktives Gestalten und Hilfe.
Der Handabdruck ist das positive Gegenstück zum CO₂-Fußabdruck. Er fragt nicht nur: „Wie reduziere ich meinen eigenen Verbrauch?“, sondern: „Wie kann ich positive Veränderungen anstoßen, die über mein eigenes Verhalten hinausgehen?
Konkret passiert das auf drei Ebenen:
- Im persönlichen Umfeld: Wenn Sie einer Person erzählen, wie einfach z.B. der Wechsel zu Ökostrom war, oder das Pendeln mit dem ÖPNV zur Arbeit empfehlen.
- Mit finanziellen Mitteln: Wenn Sie in klimaschonende Projekte investieren, z.B. die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf Dach oder Balkon.
- Auf gesellschaftlicher Ebene: Wenn Sie sich dafür einsetzen, dass Dienstreisen vorrangig mit dem ÖPNV durchgeführt werden sollen.
Der Handabdruck stärkt das Bewusstsein für klimafreundliches Verhalten und verändert Strukturen, damit Nachhaltigkeit nicht nur für Einzelne, sondern für viele möglich wird.
Warum ist das Konzept gerade für Kirchengemeinden interessant?
Es passt zum Auftrag der Kirche: Schöpfungsverantwortung, Gerechtigkeit und Nächstenliebe leben.
Hier kann ich etwas gestalten! Faire Beschaffung, Bildungsangebote, oder gemeinsame Projekte, wie z.B. die Kartoffelaktion "Zusammen wachsen lassen". All das schafft positive Wirkung über die Gemeindegrenzen hinaus.
Gemeinsam wird Umweltschutz zum geistlichen und sozialen Prozess: in Konfi-Gruppen, Kitas, Kirchenvorständen oder bei Aktionen wie „Klimafasten“. Der Handabdruck verändert Rahmenbedingungen und inspiriert und aktiviert andere Menschen zu mehr Klimaschutz.
Wie kann meine Gemeinde beginnen?
- Orientierung schaffen:
Im Umweltteam oder Kirchenvorstand klären: Wo haben wir Einfluss? Den Unterschied zwischen Fuß - und Handabdruck gemeinsam besprechen. Der Grüne Gockel bietet hier eine strukturierte Orientierung, z.B. durch ein Umweltprogramm.
- Ein erstes Projekt auswählen: Wofür engagieren wir uns? Wo setzen wir an? Wie setzen wir es um? Wer sind unsere Verbündeten?
Beispiele, die besonders gut zu Gemeinden passen:
Faire und nachhaltige Beschaffung (Kaffee, Kerzen, Büromaterial)
→ Praxisnahe Unterstützung über wir-kaufen-anders.de
Bildungsarbeit (Gottesdienst, Konfi-Projekt oder Gemeindeabend zu Klimagerechtigkeit)
Gemeinschaftsaktionen (Repair-Café, Kleidertausch, Pflanzaktion)
Kooperationen mit Schulen, Vereinen oder dem Ernährungsrat vor Ort
Ökologisches Management mit dem Grünen Gockel:
Ein idealer Start für Gemeinden, die systematisch und langfristig arbeiten möchten (Umweltcheck, Maßnahmenplanung, Umweltteam).
- Verantwortlichkeiten klären:
Eine kleine Steuerungsgruppe (2–4 Personen) übernimmt Kommunikation und Koordination.
- Wirkung sichtbar machen:
Im Gemeindebrief, auf der Website, im Schaukasten oder in Social Media berichten.
Wo finde ich passendes Material?
- Grüner Gockel
→ www.ekiba.de/gruenergockel - Wir kaufen anders
→ www.wir-kaufen-anders.de - Evangelische Landeskirche Baden
→ Evangelische Landeskirche Baden: Klimaschutz bei uns
- Informationen zum ökologischen Handabdruck
→ www.handabdruck.eu
