Liebe Hausgemeinde,
Prost Neujahr – oder wie es vielleicht schon zu Jesu Zeiten hieß: L’Chaim! Auf das Leben!
Ich hoffe, Sie haben den Jahreswechsel gut gefeiert und im kleinen oder großen Kreis angestoßen auf das Neue Jahr, das vor uns liegt. Das Neue Jahr beginnt mit guten Wünschen und einem Schluck zu trinken.
„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Mit diesem Satz stößt Gott mit uns an. 2018 wird das Wasser des Lebens für uns aus seiner Quelle sprudeln, einfach so. Es wird uns erfrischen und uns Kraft und Mut geben, ohne dass das etwas kostet.
Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“
Andacht zur Jahreslosung aus Offb. 21, 6a im EOK am 8.01.2018
I
Ich will dem Durstigen geben, sagt Gott zu uns. Bin ich durstig? Ich erinnere mich an eine Wanderung im heißen Sommer. Wir hatten uns verlaufen; die ersehnte und den Kindern versprochene Gaststätte kam und kam nicht. Die Flaschen mit Trinken waren alle. Wahrscheinlich können Sie sich die Stimmung vorstellen. Dann, endlich, fanden wir das Gasthaus. Davor war ein Holzbrunnen, ein Trog, in den aus einem Rohr Wasser aus dem Berg lief. Wir tranken, wuschen unsere Gesichter und spritzten uns nass. Lebendiges, erfrischendes Wasser – wunderbar! Fast hätten wir nachher zum Essen gar keine große Schorle mehr gebraucht.
Ich werde dem Durstigen geben, sagt Gott. Gott verteilt das Wasser des Lebens nach Bedarf. Es werden nicht einfach alle an einen Tropf angeschlossen und gleichmäßig mit Flüssigkeit versorgt.
Ich werde dem oder der Durstigen geben; Einzahl steht hier: Es geht um deinen Durst. Der un-terscheidet sich von allen anderen. Genau da, wo du Durst hast, genau da will Gott dich erquicken. Das ist vielleicht das Gefühl, dass die anderen mich nicht ernst nehmen. Die Sorge, wie ich all den Erwartungen gerecht werde, die ich spüre. Der Zweifel, was mich trägt. Dir und mir und ihm und ihr verspricht Gott lebendiges Wasser: Ich werde dir genau das Lebenswasser geben, das dich kräftigt und frisch macht und wieder lebendig.
Ich werde dem Durstigen geben, sagt Gott. Gott verteilt das Wasser des Lebens nach Bedarf. Es werden nicht einfach alle an einen Tropf angeschlossen und gleichmäßig mit Flüssigkeit versorgt.
Ich werde dem oder der Durstigen geben; Einzahl steht hier: Es geht um deinen Durst. Der un-terscheidet sich von allen anderen. Genau da, wo du Durst hast, genau da will Gott dich erquicken. Das ist vielleicht das Gefühl, dass die anderen mich nicht ernst nehmen. Die Sorge, wie ich all den Erwartungen gerecht werde, die ich spüre. Der Zweifel, was mich trägt. Dir und mir und ihm und ihr verspricht Gott lebendiges Wasser: Ich werde dir genau das Lebenswasser geben, das dich kräftigt und frisch macht und wieder lebendig.
II
„Ich werde dem Durstigen geben.“ Diese Zusage ist aber auch eine Herausforderung. Denn wenn ich diesen Satz höre, dann schaue ich mich mit Gott zusammen um. Dann entdecke ich durstige Menschen. Südafrika muss in den Städten das Wasser rationieren.
Ich werde dem Durstigen geben, sagt Gott zu mir. Machst Du mit? Die diesjährige Kampagne von Brot für die Welt heißt „Ohne Wasser kein Leben!“ Wir bauen Wassertanks in Kenya, damit die Frauen dort nicht mehr 25-30 Kilometer zur nächsten Wasserstelle laufen müssen, damit die Kinder gesünder aufwachsen, damit das Leben gedeiht.
„Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit“, sagt Jesus in der Bergpredigt. Der leibhaftige Durst und der Durst nach einer besseren Gerechtigkeit hängen unauflöslich zu-sammen. Dieser Durst und Gottes lebendiges Wasser, das ihn stillt, verbinden uns über Grenzen und Biographien hinweg.
Ich werde dem Durstigen geben, sagt Gott zu mir. Machst Du mit? Die diesjährige Kampagne von Brot für die Welt heißt „Ohne Wasser kein Leben!“ Wir bauen Wassertanks in Kenya, damit die Frauen dort nicht mehr 25-30 Kilometer zur nächsten Wasserstelle laufen müssen, damit die Kinder gesünder aufwachsen, damit das Leben gedeiht.
„Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit“, sagt Jesus in der Bergpredigt. Der leibhaftige Durst und der Durst nach einer besseren Gerechtigkeit hängen unauflöslich zu-sammen. Dieser Durst und Gottes lebendiges Wasser, das ihn stillt, verbinden uns über Grenzen und Biographien hinweg.
III
„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers.“ Gott führt uns an eine Quelle, aus der lebendiges Wasser sprudelt. An diesem Bergbach aus dem Naturpark Öt-schergraben in Niederösterreich ist das gut zu erkennen. Lebendiges Wasser ist frei, ist voller Kraft und Lebensenergie. Es gestaltet die Welt und formt selbst harte Felsen.
Wie wird uns dieses lebendige Wasser im Jahr 2018 verändern? Macht es uns Mut, uns mitreißen zu lassen, sozusagen Glaubensrafting? Etwas von der Kraft dieses Wassers steckt in jeder Taufe. Damals im Jordan war das wohl mehr zu spüren als heute am kleinen Taufbecken. Vielleicht lassen junge Familien deshalb heute gerne ihre Kinder draußen taufen, am Fluss oder am Bach. Weil da das Lebendige stärker zu spüren ist und auch das Mächtige und Unaufhaltsame, das Gott uns anvertraut.
Ich wünsche uns, dass wir in 2018 dem lebendige Wasser zutrauen, dass es uns mitnimmt und das Leben in uns und um uns herum so gedeihen lässt wie hier in diesem Naturpark. Mag sein, dass unsere Finanzen und Gebäude als Kirche kleiner werden; aber die Kraft dieses lebendigen Wassers wird nicht nachlassen. Sie macht uns Mut, davon zu erzählen und zu leben, wie heilsam und befreiend der Glaube an Christus ist.
Das lebendige Wasser wird die Niedrigen erhöhen und die Gewalttäter vom Thron stürzen. Es wird die Familien der Menschen zusammenführen, die bei uns Zuflucht gefunden haben, auch wenn manche die Debatte darum jetzt benutzen, um sich politisch zu profilieren. Es wird die Menschen ermutigen, ihren Glauben zu leben, auch in Situationen der Verfolgung, auch gegen Drohungen. Das war schon damals so, als dieser Satz geschrieben wurde, das war so am Anfang des 18. Jahrhunderts als die Evangelischen aus Salzburg vertreiben wurden und in dieses Waldgebiet flohen, das Sie auf der Karte sehen.
Wie wird uns dieses lebendige Wasser im Jahr 2018 verändern? Macht es uns Mut, uns mitreißen zu lassen, sozusagen Glaubensrafting? Etwas von der Kraft dieses Wassers steckt in jeder Taufe. Damals im Jordan war das wohl mehr zu spüren als heute am kleinen Taufbecken. Vielleicht lassen junge Familien deshalb heute gerne ihre Kinder draußen taufen, am Fluss oder am Bach. Weil da das Lebendige stärker zu spüren ist und auch das Mächtige und Unaufhaltsame, das Gott uns anvertraut.
Ich wünsche uns, dass wir in 2018 dem lebendige Wasser zutrauen, dass es uns mitnimmt und das Leben in uns und um uns herum so gedeihen lässt wie hier in diesem Naturpark. Mag sein, dass unsere Finanzen und Gebäude als Kirche kleiner werden; aber die Kraft dieses lebendigen Wassers wird nicht nachlassen. Sie macht uns Mut, davon zu erzählen und zu leben, wie heilsam und befreiend der Glaube an Christus ist.
Das lebendige Wasser wird die Niedrigen erhöhen und die Gewalttäter vom Thron stürzen. Es wird die Familien der Menschen zusammenführen, die bei uns Zuflucht gefunden haben, auch wenn manche die Debatte darum jetzt benutzen, um sich politisch zu profilieren. Es wird die Menschen ermutigen, ihren Glauben zu leben, auch in Situationen der Verfolgung, auch gegen Drohungen. Das war schon damals so, als dieser Satz geschrieben wurde, das war so am Anfang des 18. Jahrhunderts als die Evangelischen aus Salzburg vertreiben wurden und in dieses Waldgebiet flohen, das Sie auf der Karte sehen.
IV
„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Unaufhalt-sam und unerschöpflich und umsonst fließt das lebendige Wasser von Gott her in unsere Welt. Wir müssen nichts dafür bezahlen; es ist Gottes Gabe, kein Handelsgut. („Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!“ (Jesaja 55, 1)) Es stärkt unsere Hoffnung. Es ermutigt uns, andere Durstige an diese Quelle mitzunehmen und unsere Welt durch das lebendige Wasser zu verändern. Also, lasst uns anstoßen mit Gott, der uns zuruft: „Kommt her zu mir, alle, die ihr durstig seid, ich will euch erquicken.“
