It’s gonna get better!
Predigt über 1.Korinther 16, 13f zum Abschluss des Gospelkirchentages am 23. September 2018 in der dm-Arena
Liebe Gospelgemeinde, it‘s gonna get better! Gute Nachrichten! Wir haben sie uns gerade gegenseitig zugesungen: In my doubts, in my failures; you won’t walk out. Du wirst mich nicht verlassen, Gott. Du schenkst mir Frieden in aufgewühlter See. Don't worry your soul - It will get better! Sei nicht verzweifelt!
Ich habe Ihnen für die Predigt biblische Verse mitgebracht, nur wenige Worte; gut zum Auswendiglernen, by heart, damit sie da sind, wenn wir sie brauchen. Sie heißen: 13 Seid wachsam und steht fest im Glauben! (1) Seid mutig und stark! (2) 14 Alles, was ihr tut, lasst in der Liebe geschehen! (3)
Drei Schritte geht Gott mit uns: Im ersten geht es um den Glauben, im zweiten um unseren Auftrag und im dritten um die Liebe. Und die Reihenfolge ist wichtig.
I
Der Ausgangspunkt ist die Zusage Gottes: Du gehörst zu mir! Schon in der Taufe ruft Gott uns das zu: „Fürchtet euch nicht! Ich habe euch befreit (wie damals Israel aus der Sklaverei, dieser Ursprungssituation, von der der Gospel immer wieder erzählt!). Ich habe euch bei eurem Namen gerufen. Ihr gehört zu mir!“ Mit dieser Zusage fangen der christliche Glaube und das christliche Leben an.
Das ist der erste Schritt auf dem Weg des Glaubens, den Jesus Christus mit uns geht. Nicht wir fangen an, sondern wir lassen uns mitnehmen. So wie bei diesem Gospelkirchentag, vorgestern in den Kirchen, gestern auf den Plätzen unserer Stadt, heute hier in der Halle: Gottes gute Nachricht bewegt uns; wir lassen uns mitreißen, hineinziehen in den Schwung des Glaubens. Das ist der Ausgangspunkt.
Deshalb seid wachsam! Und lasst euch nicht ins Bockshorn jagen, wenn Leute sagen: Eine Welt ohne Krieg gibt es nicht! Dagegen steht fest im Glauben an Jesus Christus: Selig sind die Frieden stiften!
Seid wachsam, wenn euch die Leute dazu zwingen wollen, zu sortieren: wir gegen die, gut gegen böse, du gehörst dazu und du nicht. Dagegen steht fest im Glauben: Jesus hat dem Tod seine Macht genommen und uns verbunden in all unserer Verschiedenheit. Ob Mann oder Frau, ob Alt und Jung, ob reich oder arm, ob fromm oder zweifelnd: ihr seid eins in Christus!
Seid wachsam, wenn jemand sagt: Du bist doch nur eine kleine Nummer; du kannst doch nichts machen! Dagegen steht fest im Glauben und erzählt vom kleinen Senfkorn, das groß wird; sagt allen, dass Jesu Kraft in den Schwachen mächtig ist.
Steht fest im Glauben. Und schaut und hört genau hin; gerade habt ihr es von Martin Wacker gehört – am Gospelkirchentag gibt es in Karlsruhe eine ganze Zeitung voll mit guten Nachrichten! Haben Sie sie gelesen?
Mit Gottes Zusage, mit der Liebe Christi, der durch sein Sterben die Macht des Todes bricht, damit fängt alles an. "Gott ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Gott ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?" (Psalm 27,1)
II
Im zweiten Schritt brechen wir mit Christus und dieser Zuversicht auf in die Welt und übernehmen Verantwortung. So wie es die Überschrift über diesen Gottesdienst sagt: Seid mutig und seid stark!
Gottes Schwung aufnehmen; mit Christus Schritt halten; sich von der Kraft des Heiligen Geistes aufrichten und stärken lassen. Gott will dieser Erde ein neues Gesicht geben und braucht uns dazu. Die Menschen in Kenia werden sauberes Wasser haben; danke für die tollen Kollekten! Die Waffen werden endlich schweigen in Syrien und Deutschland wird aufhören Waffen an die Kriegsparteien im Jemen zu liefern.
Viellicht klingt Ihnen das zu groß; aber it‘s gonna get better, gilt im Großen und im Kleinen, zu Hause, in der Schule, in der Straßenbahn. Den Mut finden, dazwischen zu gehen, wenn zwei sich prügeln. Widersprechen, wenn Menschen abgewertet und diskriminiert werden. Etwas sagen, wenn die Kollegin im Büro gemobbt wird.
Meist sind es kleine Schritte; wichtig ist, dass wir sie gehen! Wenn jeder und jede von uns sie an seinem und ihrem Ort tut, wird sich das Gesicht der Welt verändern. Deshalb: „Seid mutig und stark!“ Übernehmt Verant-wortung! Und seid gewiss: Ihr seid unterwegs mit Christus!
III
Im dritten Schritt rückt alles in das Licht der Liebe Gottes: Alles, was ihr tut, lasst in der Liebe geschehen! Das gibt dem Ganzen noch einmal einen besonderen Klang. Wir leben aus und in der Liebe Gottes.
Vor 100 Jahren stand auf den Gürteln der deutschen Soldaten: Gott mit uns! Ja, Gott geht mit uns, aber nicht, damit wir erfolgreich kämpfen und töten und meinen, wir seien die Herrscher über gut und böse und über Leben und Tod. Nicht so, dass einfach alles so wird, wie wir das gerne hätten und wir unsere Interessen mit Gottes Hilfe durchsetzen.
Eher so, wie wir vorhin im Gospel „My Lighthouse“ gesungen haben. Gott ist da, auch wenn wir in die Irre gehen. Gott geht nicht weg, wenn wir schuldig werden. Gott macht uns Mut umzukehren.
Wir freuen uns in der Kraft des Heiligen Geistes, wie wir sie hier gemeinsam heute erleben. Sie stärkt uns und macht uns Mut. Aber wir leben auch im Zeichen des Kreuzes: In der Stille, in der Dunkelheit, in unseren Fragen, im Leiden. Auch und gerade da ist Christus uns nah und trägt uns und bringt uns sicher ans Ufer: „You will carry me safe to shore!“
Wer alles in der Liebe Gottes geschehen lässt, setzt sich nicht über die anderen hinweg, sondern sucht Wege der Verständigung. Keine Gewalt. Wie soll sich Liebe mit Gewalt ausbreiten? Nicht immer Recht haben müssen, sondern bereit sein, sich auch einmal freiwillig zurückzunehmen, damit Versöhnung möglich wird, damit Friede wachsen kann.
IV
13 Seid wachsam und steht fest im Glauben! (1) Seid mutig und stark! (2) 14 Alle eure Dinge lasst in der Liebe geschehen! (3)
