Er war Olympia-Teilnehmer, Wehrmachtspfarrer und Landesbischof: Hans-Wolfgang Heidland (1964 bis 1980).
Der am 20. Juli 1912 in Koblenz geborene Heidland studierte Theologie in Heidelberg, Tübingen und Zürich, wo er 1935 bei Emil Brunner und Paul Schrenk promovierte. Nach seinem Vikariat nahm er als Wehrmachtspfarrer an den Feldzügen in Polen, Frankreich und der Sowjetunion teil.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Heidland zunächst Pfarrer in Heidelberg-Wieblingen und ab 1947 Pfarrer an der Heidelberger Heiliggeistkirche. Während dieser Zeit gründete er das Männerwerk der Landeskirche und leitete es ein Jahr. Eine wichtige Rolle spielte der Theologe auch bei der Gründung der Evangelischen Akademie Baden in Bad Herrenalb.
1949 wurde Heidland zum Oberkirchenrat für den theologischen Nachwuchs berufen. Elf Jahre wirkte er im Evangelischen Oberkirchenrat Karlsruhe, bevor er 1960 als Professor für Praktische Theologie und Direktor des Praktisch-Theologischen Seminars nach Heidelberg zurückging.
1964 wählte ihn die Landessynode zum Nachfolger von Landesbischof Julius Bender. Heidland war Gründungsmitglied der Arnoldshainer Konferenz, eines Vorläufers der heutigen Union Evangelischer Kirchen (UEK) in der EKD, und übernahm für mehrere Jahre deren Vorsitz. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1980 wirkte er nochmals zwei Jahre als Seelsorger in Kandern. Heidland starb am 11. Januar 1992. Kurz nach seinem Tod erschien sein Buch „Das Ende der Predigt?“.
In seinen kirchenleitenden Ämtern setzte Heidland mit der Einführung des Kontaktstudiums für Pfarrer Impulse. Das Modell wurde später von der EKD übernommen. Zudem machte Heidland sich um die pastoralpsychologische Fortbildung der Seelsorger verdient. Sein Nachfolger im Amt des Landesbischofs, Klaus Engelhardt, würdigte Heidland als einen „Pfarrer, der in einer seltenen inneren Aufgeschlossenheit und Wachheit den Menschen weit über die Grenzen der Kirche hinaus zugewandt war“.
Der Heidelberger Theologieprofessor Gerhard Rau betonte, Heidland habe ein theologisches Verständnis von Leitung gehabt, „das nach seiner tiefen Überzeugung letztlich nur eine Leitung durch das Wort Gottes sein konnte“. Folge dieser Konzentration auf die Wortverkündigung „war eine spürbare Skepsis gegenüber Strukturen, gegenüber allen Bestrebungen und Versuchungen, sich von institutionellen und organisatorischen Veränderungen das Heil zu versprechen“. Rau arbeitete längere Zeit als persönlicher Referent des Theologen.
Heidland betrieb in seinen jungen Jahren Rudern als Leistungssport und nahm als Mitglied des Deutschland-Achters 1932 an den Olympischen Spielen in Los Angeles teil. Noch als Landesbischof war er sportlich und ließ sich, so berichtet Rau, bisweilen einige Kilometer vor dem Ziel einer Dienstreise von seinem Fahrer absetzen und legte die restliche Strecke im Laufschritt zurück.

