Am Riesenrad kann ich gar nicht anders als nach oben zu schauen. Hier auf dem Karlsruher Marktplatz folge ich der Bewegung zwischen Himmel und Erde. Das verändert meinen Blick und es verändert die Welt. So ist Weihnachten.
In diesem Jahr sehne ich mich besonders nach Licht und nach Wärme. Ich spüre noch mehr, wie sehr diese Welt Gottes Zuwendung braucht und sich nach Frieden sehnt.
In diesen kalten und dunklen Tagen rückt mir die Armut und die Wärme des Stalles besonders nahe.
Hier auf dem Karlsruher Marktplatz finde ich es besonders schön. Das Riesenrad fasziniert mich. Für wilde Achterbahnen bin ich nicht geschaffen. Aber in das langsam auf und ab steigende Riesenrad steige ich gerne ein.
Manchmal bleib ich einfach stehen und freue mich über die vielen Gesichter, die erwartungsvoll, verzaubert und mit so einem Kinderstrahlen am Riesenrad stehen – egal wie alt sie sind.
Für die einen ist die Freude am Riesenrad ansteckend. Für die anderen wird der Schmerz über die Brüche im Leben noch größer, wenn sie mit ihren leergeweinten Augen die strahlenden Augen der anderen sehen.
Ich steige in die Gondel und die Welt wird eine andere. Jedenfalls für die Dauer der Fahrt auf dem Riesenrad. Zwischen dem Rathaus und der Stadtkirche fahre ich hoch und immer mehr von den Dächern ist zu sehen. Ich genieße den Weitblick in alle Richtungen. Die Häuser, das Schloss, die Menschen auf dem Marktplatz, das Lichtermeer und den Engel auf der Kirche. Ein herrliches Gefühl von Freiheit und Weite und Abstand von dem, was den Alltag manchmal so mühsam macht.
Dann geht es auch schon wieder nach unten. Erkenne, die Gesichter der Menschen, höre die Klänge des Weihnachtsmarkts und das Gemurmel der Stadt und rieche diese eigene Weihnachtsmarktgeruchsmischung aus Schupfnudeln und gebrannten Mandeln.
Im Riesenrad erlebe ich viel von dem, was Weihnachten für mich bedeutet.
Eine lebendige Bewegung zwischen Himmel und Erde. Gott kommt mitten hinein in unsere Welt. Auf den Marktplatz und zwischen die Weihnachtsmarktbuden. In die Amtsstuben im Rathaus und in die weihnachtlich beleuchtete Stadtkirche. In die immer noch unaufgeräumten Wohnzimmer und an den kargen Esstisch in der kaum beheizten Wohnung, wo schon lange niemand mehr zu Besuch kam und die Stille ohrenbetäubend ist.
Eine lebendige Bewegung zwischen Himmel und Erde. Gott kommt mitten hinein in unsere Welt. Auf den Marktplatz und zwischen die Weihnachtsmarktbuden. In die Amtsstuben im Rathaus und in die weihnachtlich beleuchtete Stadtkirche. In die immer noch unaufgeräumten Wohnzimmer und an den kargen Esstisch in der kaum beheizten Wohnung, wo schon lange niemand mehr zu Besuch kam und die Stille ohrenbetäubend ist.
Gott bleibt nicht im hohen Himmel und weit weg. Gott lächelt mich aus der Krippe an. Menschlichkeit wird göttlich. Gott wird Mensch.
Diese Bewegung hat kein Ende.
Wenn ich in der Heiligen Nacht im Kerzenschein einer Kirche mit vielen anderen „O, du fröhliche“ singe, dann tut sich eine andere Welt auf. Dann ist es, wie wenn ich aus dem Riesenrad die Stadt für einen Moment von oben sehe. Meistens wische ich mir dann auch verstohlen ein paar Tränen aus dem Auge. In ihnen liegt alles: die Rührung über den Zauber der Weihnacht, das offenere Herz für die auch an Weihnachten unerfüllten Sehnsüchte und diese Dünnhäutigkeit, die gerade dann möglich ist, wenn ich Nähe erlebe. Göttliche Nähe. Und göttliche Menschlichkeit.
Wenn ich in der Heiligen Nacht im Kerzenschein einer Kirche mit vielen anderen „O, du fröhliche“ singe, dann tut sich eine andere Welt auf. Dann ist es, wie wenn ich aus dem Riesenrad die Stadt für einen Moment von oben sehe. Meistens wische ich mir dann auch verstohlen ein paar Tränen aus dem Auge. In ihnen liegt alles: die Rührung über den Zauber der Weihnacht, das offenere Herz für die auch an Weihnachten unerfüllten Sehnsüchte und diese Dünnhäutigkeit, die gerade dann möglich ist, wenn ich Nähe erlebe. Göttliche Nähe. Und göttliche Menschlichkeit.
Das Riesenrad dreht sich immer weiter. Es nimmt mich mit nach oben. Lässt mich weitersehen und weiterhoffen als auf das, was unmittelbar vor mir liegt.
Dann geht es nach unten, mitten hinein ins Leben mit seinen Niederungen und Abgründen. Genau dorthinein kommt Gott.
Ich sehe und ich spüre sie an Weihnachten stärker. Die Sehnsucht nach Frieden – im Kleinen mit den Menschen, die mir fremd geworden sind und im Großen auf dieser von Krieg und Elend geschüttelten Welt.
Dann geht es nach unten, mitten hinein ins Leben mit seinen Niederungen und Abgründen. Genau dorthinein kommt Gott.
Ich sehe und ich spüre sie an Weihnachten stärker. Die Sehnsucht nach Frieden – im Kleinen mit den Menschen, die mir fremd geworden sind und im Großen auf dieser von Krieg und Elend geschüttelten Welt.
Gott setzt sich in Bewegung in unsere Welt und in unsere Herzen – und setzt mich mit in Bewegung. Oben und unten kommen zusammen. Die ganz unten werden aufgerichtet und Gott kommt aus den Höhen des Himmels auf die Erde, wo wir Menschen sind.
Gottes Geist verbindet sich mit uns und bleibt bei uns! Menschlichkeit wird göttlich.
Über die Felder von Bethlehem und die Dächer unserer Städte und Dörfer klingt die Weihnachtsbotschaft der Engel: Friede auf Erden!
Wir erhoffen und ersehnen den Frieden, das Schweigen der Waffen, das Ende der Gewalt, das Ende von unmenschlichem Taktieren mit Kälte und den Härten des Winters.
Über die Felder von Bethlehem und die Dächer unserer Städte und Dörfer klingt die Weihnachtsbotschaft der Engel: Friede auf Erden!
Wir erhoffen und ersehnen den Frieden, das Schweigen der Waffen, das Ende der Gewalt, das Ende von unmenschlichem Taktieren mit Kälte und den Härten des Winters.
Gott erhöht uns Menschen. Er legt uns die Weihnachtsfreude ins Herz und weitet unseren Blick über unseren Alltag hinaus. Die Welt wird eine andere und mein Blick geht über den Horizont meines eigenen Lebens hinaus.
Bei dieser Bewegung kommen wir immer wieder am Engel vorbei. Auf dem Kirchturm sehe ich ihn aus dem Riesenrad. „Fürchte dich nicht!“ ruft er uns zu.
Gegen die Ängste und Befürchtungen singen wir an Weihnachten von der stillen und heiligen Nacht, davon, dass Gott hoch vom Himmel kommt und uns eine gute neue Mär bringt.
Alle Jahre zeigt es sich wieder: dass das Christuskind auf die Erde kommt, nieder zu uns Menschen und mit seinem Segen ein und ausgeht in unseren Häusern und Wohnungen.
Gegen die Ängste und Befürchtungen singen wir an Weihnachten von der stillen und heiligen Nacht, davon, dass Gott hoch vom Himmel kommt und uns eine gute neue Mär bringt.
Alle Jahre zeigt es sich wieder: dass das Christuskind auf die Erde kommt, nieder zu uns Menschen und mit seinem Segen ein und ausgeht in unseren Häusern und Wohnungen.
Jesus ist geboren. Seither sind wir nicht mehr allein im Riesenrad des Lebens. Gott fährt mit, bleibt an unserer Seite, manchmal still und unerkannt und ganz egal ob ganz unten oder ganz oben oder irgendwo dazwischen.
Diese Zusage steckt in den vertrauten Worten der biblischen Weihnachtsgeschichte: Sie erinnern sich?
"Es begab sich aber zu der Zeit…"
"Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legt ihn in eine Krippe"
"Fürchtet Euch nicht …denn Euch ist heute der Heiland geboren"
"Es begab sich aber zu der Zeit…"
"Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legt ihn in eine Krippe"
"Fürchtet Euch nicht …denn Euch ist heute der Heiland geboren"
Gott segne Sie! Ich wünsche Ihnen „Frohe Weihnachten!“
