„Auf das Schlechte um uns herum mit guten Taten reagieren“
- 11.04.2025 -
Gemeinsamer Gruß zu Pessach und Ostern
Karlsruhe, (11.04.2025). Die Evangelische Landeskirche in Baden ist den jüdischen Gemeinden in Baden-Württemberg auf vielfältige Weise solidarisch verbunden. „Jüdinnen und Juden sind ebenso wie Christinnen und Christen dazu aufgerufen, auf das Schlechte um uns herum mit guten Taten zu reagieren, einander zu helfen, um so das Gute zu mehren und das Schlechte zu überwinden, für Frieden in der Welt und in unserer Gesellschaft zu sorgen“, heißt es in einem gemeinsamen Gruß zu Pessach und Ostern von Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Landesbischöfin Heike Springhart und Erzbischof Stephan Burger.
Der gemeinsame Gruß zu Pessach und Ostern von Landesrabbiner Moshe Flomenmann, Heike Springhart, Bischöfin der Evangelischen Landeskirche in Baden, und Stephan Burger, Erzbischof der Erzdiözese Freiburg im Wortlaut:
Liebe Gemeinden der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden,
der Evangelischen Landeskirche in Baden und der Erzdiözese Freiburg,
„Er führte uns aus der Knechtschaft zur Freiheit, aus der Traurigkeit zur Freude, aus
der Dunkelheit ins helle Licht. Aus der Sklaverei in die Erlösung.“ Diese Worte aus der
„Pessach Haggada“, dem mitunter bebilderten Büchlein, aus dem jüdische Familien
am Pessachabend beim Festmahl beten, stellt uns in diesen Tagen eine Verheißung
vor Augen, an der wir uns gemeinsam voll Hoffnung auf eine bessere Zukunft
aufrichten dürfen: Trotz des Krieges in der Ukraine, trotz des Leids, das die
terroristische Hamas am und nach dem 7. Oktober über Israel, vor allem die Geiseln
und deren Familien, sowie über die Bevölkerung Gazas gebracht hat, trotz vieler
anderer Kriege weltweit, trotz der Trauer und Verunsicherung, die in Deutschland
aufgrund der zahlreichen teils terroristischen Attacken gewachsen ist, trotz aller
Ungewissheiten internationaler und nationaler Politik.
Jüdinnen und Juden sind ebenso wie Christinnen und Christen dazu aufgerufen, auf
das Schlechte um uns herum mit guten Taten zu reagieren, einander zu helfen, um so
das Gute zu mehren und das Schlechte zu überwinden, für Frieden in der Welt und in
unserer Gesellschaft zu sorgen. „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder
Gottes genannt werden“ heißt es in den Seligpreisungen aus dem
Matthäusevangelium.
Bei allem, was unsere beiden Religionen voneinander trennt, dürfen wir uns in diesen
Tagen somit in der Hoffnung verbunden wissen, dass wir uns aus der Unfreiheit lösen
werden, solange wir Seinen Wegen folgen, die Er uns überliefert hat.
So wünschen wir allen Jüdinnen und Juden alles erdenklich Gute zum Pessachfest –
chag Pessach sameach – sowie allen Christinnen und Christen frohe Ostern.