Wer die erfunden hat, der kann – mit Verlaub – kein guter Christ gewesen sein (Ich bleib mal beim Maskulinum: Frauen erfinden solche Dinge eher nicht): diese Höllenmaschinen, an denen ich mich derzeit quälen muss, zur Verbesserung der allgemeinen Befindlichkeit. Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit für Arme, Beine, Bauch und Brust. Die stehen in einem Zirkel, an dem ich mich – derzeit im Reha-Training – abarbeiten muss. Unter Schmerzen, Stöhnen, Seufzen, Schweiß ist’s eine rechte Plackerei. Hab‘ ich Ihr Mitleid?
Ich will’s mal nicht übertreiben. Um ehrlich zu sein: das geht alles noch, sind nur mühevolle Momente, die am Ende auch guttun. Da komme ich wieder zu Kräften. Es gibt ganz andere Misslichkeiten: bei Hoffnungsschwindel schwanke ich gefährlich; wenn mein Mut auf wackeligen Beinen steht, bricht er auch schnell mal ein; bei Seelenschwäche helfen keine Maschinen. Und der Trainingszirkel ist noch nicht erfunden worden, der Seelen robust, Hoffnung kraftvoll und Mut beständig macht.
Hier im Kraftraum ist es ein Wechselspiel: da sind die Maschinen, die mich fordern, da bin ich selbst, der ich mich auf die Mühe einlasse und ab und zu an meine Grenzen gehe, und da ist ein Sporttherapeut, der mich begleitet, der darauf achtet, dass ich’s weder überziehe noch zu gemütlich werde.
Im echten Leben verhält es sich genauso, glaube ich: da ist das Leben, das mich fordert, das mich vor Aufgaben stellt und meine Aufmerksamkeit will, da bin ich selbst, der ich mich nicht drücke, sondern die Hände auftue und schaue, was da kommen will, der sich der Verantwortung, zu leben, nicht entzieht. Und da ist ein Gott, der mich begleitet, der auf mich achtet, der mir mit seinem Rat zur Seite steht und der mich hält, wenn mir der Atem ausgeht und ich zu stürzen drohe.
Es ist ein Wechselspiel: für das Seelenheil und für das Herzenswohl gibt es keine Geräte. Ich bin auch nicht meines Glückes Schmied, so dass es ganz in meiner Hand läge, ob das Leben gelingt. Und auch Gott ist nicht, wie im alten Theaterspiel, der „deus ex machina“, der alles richtet und in Wohlgefallen aufgehen lässt. So ist das: an den Aufgaben und Herausforderungen soll ich wachsen, selbst Hand anlegen soll ich und, was ich kann und habe, ins Spiel bringen, und Gott hält, trägt, ermutigt, wann immer es nötig und hilfreich ist.
Mir gefällt dieses Spiel, da fühl ich mich ernst genommen. Aber jetzt: Genug gequatscht, zurück an die Ruderbank, den Seilzug, den Rückenstrecker. Uff!
