Die Spargelzeit ist für viele Feinschmecker die schönste Zeit im kulinarischen Kalender. Doch viele kaufen das „weiße Gold“, ohne sich Gedanken über die Erntehelferinnen und -helfer zu machen. Die ausländischen Saisonarbeitskräfte sind häufig von Ausbeutung betroffen. Die Beratungsstelle „Faire Mobilität“ hilft vor Ort in der jeweiligen Muttersprache.
Mit gutem Gewissen genießen

Politik & Gesellschaft
Da die meisten Saisonarbeitskräfte kein Deutsch können, kommen sprachkundige Sozialarbeiter direkt zu den Menschen auf die Felder, wie etwa der Sozialberater George Hneda. Er spricht rumänisch. Die Situation der Erntekräfte ist ganz unterschiedlich. Manche klagen über zu wenig Lohn und schlechte Unterkünfte. Andere sind sehr zufrieden mit ihren Arbeitsverhältnissen und kommen seit vielen Jahren zum gleichen Spargelbauern. Sie bekommen den Mindestlohn. Die Unterkunft ist ordentlich und nur wenige hundert Meter von den Feldern entfernt. Manchmal beginnen die Probleme erst im Krankheitsfall.
Auf den Feldern kann nur informiert werden. Die arbeits- und sozialrechtliche Beratung findet im Büro statt. Zum Beispiel in der kleinen Beratungsstelle „Faire Mobilität“ in der Mannheimer Innenstadt. Sie ist eine von zwei in Baden-Württemberg und für ganz Baden zuständig, erklärt Renate Zäckel, die Leiterin der „Fairen Mobilitäts“-Stelle in Mannheim. Die Beratungsstelle wird zwar von mehreren Organisationen finanziert, sie gehört aber zur Evangelischen Landeskirche in Baden. Für Renate Zäckel ist sie dort genau richtig angesiedelt. Sie findet, dass „Kirche sich nicht aus sozialen Themen herausziehen kann.“
Das Wort „Mobilität“ verrät, dass hier vor allem Menschen beraten werden, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen. Um hier für eine Saison oder ein paar Jahre, Geld zu verdienen. Sie sind mobile Arbeitskräfte, die regelmäßig zwischen ihrem Heimatland und Deutschland verkehren.
In Zukunft soll es ein „Faires Mobilitätssiegel“ für diejenigen Saisonbetriebe geben, die für faire Bedingungen und Verhältnisse sorgen. Dann können Spargelliebhaberinnen und -liebhaber mit gutem Gewissen genießen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA)
