Frischer Wind

Birkenzweige im Wind mit bunten Bändern

Glaube & Spiritualität

Ausflug, Kurzurlaub oder einfach nur faulenzen. „Auf jeden Fall raus aus den vier Wänden“, das antworten die meisten Menschen auf die Frage, wie sie Pfingsten verbringen. Das hat Tradition. Wurde früher das Vieh zum ersten Mal auf die Weide geführt, gehören heute Pfingstmärkte, Turniere und Open-Air-Festivals an vielen Orten zum Pfingstwochenende. Aber was ist der Anlass für die beiden Feiertage im Kalender? Was wird an Pfingsten gefeiert?   

Schon seit Jahren bestätigen Umfragen, dass viele Menschen mit Pfingsten wenig anfangen können.  Auch wenn es neben Weihnachten und Ostern als drittes christliches Hauptfest gilt, kennen nur Wenige die Bedeutung und den Hintergrund von Pfingsten.

Der Name leitet sich von einer Zahl ab

Der Name „Pfingsten“ leitet sich vom griechischen Wort „pentecosté“ (fünfzig) ab. Am 50. Tag nach Ostern wird das Pfingstfest bis heute gefeiert. Es gehört zu den ältesten Festen der Christenheit. Die Bräuche rund um dieses Fest sind bei uns oft mit Viehwirtschaft und Weideauftrieb verbunden. So wurde zum Beispiel im süddeutschen Raum der schönste und stärkste Ochse mit Blumenkränzen, Bändern und Stroh geschmückt und in einer feierlichen Prozession das erste Mal auf die Sommerweide getrieben.
 
In der biblischen Pfingst-Geschichte kommen gleich mehrere Bilder und Symbole zusammen. Da ist die Rede von „feurigen Zungen“, spontaner Fremdsprachenkenntnis, erster Gemeindegründung und Massentaufe.

Pfingsten in der Bibel

buntglasfenster: jünger pfingsten
Die biblische Pfingsterzählung ist im Neuen Testament, in der Apostelgeschichte im 2. Kapitel zu finden.
 
In Jerusalem wird gerade das jüdische Fest Schawuot gefeiert. Von überall her sind Pilger angereist. Auf den Straßen hört man die unterschiedlichsten Sprachen. Die Jünger haben sich an dem Ort versammelt, wo sie das letzte Mal mit Jesus gegessen haben. Sie haben seine Wunder noch vor Augen. Seine Predigten hallen noch nach. Aber Jesus ist fort und die Jünger sind niedergeschlagen, kraftlos, mutlos. Seit er nicht mehr bei ihnen ist, fühlen sie sich verloren. Dann fährt plötzlich ein Wind durch das Haus, es erscheinen Zungen wie von Feuer und sie können fremde Sprachen verstehen und sprechen. Freude, Mut und Entschlossenheit kehren zurück. Mit ihrer eigenen Kraft können sie sich das nicht erklären, nur mit Gott, seiner Kraft und seinem Geist. Die Jünger, allen voran Petrus, schwärmen vom Glauben, erzählen von Jesus und Gottes großer segnenden Kraft. Manche halten sie für betrunken, andere sind erfüllt und lassen sich taufen.

Gott begeistert sich für dich 

Was damals in Jerusalem geschah, gilt als die Geburtsstunde der Kirche. Von da an breitete sich das Evangelium in alle Welt aus. Bis heute geht ein frischer Wind von diesem Fest aus. Und eine Botschaft. Für Pfarrer Pascal Würfel lautet sie: Gott begeistert sich für dich!
 
Pascal Würfel, Pfarrer in Neureut-Nord, einem Stadtteil von Karlsruhe, im Wildparkstadion
 
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Monika Hautzinger

Pfarrerin / Theologische Content Managerin / Internetredakteurin