Alles hat seine Zeit

Wibke Klomp
Von der Freude, dass Vieles wieder stattfinden kann und dem Wunsch, nicht einfach in den alten Trott zu verfallen
Das Leben hat nach den Monaten der Pandemie ganz schön an Tempo aufgenommen, finde ich. Die Zahl der Veranstaltungen ist enorm. Manches, was dreimal verschoben wurde, wird nun nachgeholt, neue Angebote kommen hinzu: Treffen im Verein, Konzerte, neue Kurse, Infoveranstaltungen in der Schule.
Für mich hat das zwei Seiten: Ich genieße es, wieder unterwegs zu sein. Nie habe ich mich über Musik so sehr gefreut wie in den vergangenen Wochen. Die Intensität des Gesangs und der Instrumente - das ist bei einem Livekonzert einfach unvergleichbar. Und Sport zusammen mit anderen Menschen ist auch etwas anderes als Gymnastik daheim im Wohnzimmer vor dem Bildschirm. Da kann man auch einmal miteinander lachen, wenn die eignen Übungen nicht so grazil aussehen.
Es ist schön, wieder mit anderen zusammen zu sein.
Aber ich merke, dass ich erstaunlich schnell wieder in meinem alten Trott bin. Eigentlich hatte ich mir in den vergangenen Monaten vorgenommen, dass ich so eine Terminfülle nicht mehr möchte. Das, was ich tue, wollte ich bewusst angehen und nicht, „weil es schon immer so war.“ Jetzt habe ich die eine große Chance, noch einmal darüber nachzudenken, was für mich dran ist.
In der Bibel heißt es einmal „Alles hat seine Zeit!“ Das ist ein Wort, das mich in meinen Überlegungen bestärkt. Was hat seine Zeit in meinem Leben gehabt? Was darf jetzt auch aufhören? An welcher Stelle kann ich vielleicht auch mit etwas Stolz sagen „Das war eine gute Zeit, aber nun ist etwas anderes dran!“
Ein wenig Zeit zum Nachdenken und Sortieren brauche ich noch. Vielleicht hole ich meine Trompete wieder raus und schaue, was für Töne ich aus ihr noch herausbekomme.
„Alles hat seine Zeit.“ Und was ist für Sie jetzt angesagt?